Im Test: Veeam Kasten K10

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Im Test: Veeam Kasten K10

24.11.2025 - 07:00
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Das Backuptool "Kasten K10" von Veeam sichert neben Daten von Kubernetes-Anwendungen auch alle nötigen Konfigurations- und Betriebsdaten. Damit erstellt es nicht nur regelmäßige Backups, sondern repliziert auch Anwendungen zwischen Clustern. So tritt die Software an, die nicht immer einfachen Kubernetes-Sicherungen zu vereinfachen – was in unserem Test mit Bravour gelang.

Veeams „Backup & Replication“ zählt zu den populärsten Sicherungsanwendungen für vSphere-Umgebungen. Allerdings verliert diese Virtualisierungsplattform zunehmend an Bedeutung – nicht zuletzt durch Broadcoms Lizenzmodelländerungen und den wachsenden Einsatz von Kubernetes als Applikationsplattform. Unternehmen setzen dabei lokal eher auf Red Hat, SUSE oder Community-Distributionen, während in der Cloud Hyperscaler wie Amazon, Google und Microsoft entsprechende Dienste bereitstellen.

Ursprünglich verzichtete Kubernetes vollständig auf persistente Daten und setzte auf stateless Workloads. Dieses Konzept ließ sich jedoch in der Praxis nicht durchhalten: Anwendungen müssten zu viel Code umstellen, und die Datenhaltung verlangt andere Konzepte. Heute dominieren Persistent Volumes und datenhaltende Pods das Bild – entsprechend steigt der Bedarf nach spezialisierten Backuplösungen, die mehr sichern als nur Dateien.

Applikationszentrierter Ansatz von Kasten K10

Hier setzt Kasten K10 an. Das 2017 gegründete Unternehmen „Kasten“ entwickelte ein Backuptool, das Kubernetes ganzheitlich betrachtet: Nicht nur Datenbanken und Volumes, sondern auch Konfigurationsobjekte wie Deployments, Config-Maps, Secrets oder PVCs gehören zum Backup. Dieser applikationszentrierte Ansatz erleichtert konsistente Sicherungen erheblich. Nachdem Veeam Kasten 2020 übernahm, ist K10 heute sowohl als kommerzielle Lizenz als auch als kostenlose Variante für kleine Cluster verfügbar.

Im Test punktete K10 mit einer einfachen Einrichtung und einem klaren Konzept. Besonders hilfreich sind die sogenannten Kanister-Blueprints, über die sich Pre- und Post-Hooks für Snapshots definieren lassen – etwa um Datenbanken in einen konsistenten Zustand zu versetzen. Gleichzeitig unterstützt K10 die Wiederherstellung und Migration über Clustergrenzen hinweg und bringt dafür Transform-Regeln mit, die Objektattribute wie Storage-Klassen anpassen können.

Fazit

Veeam Kasten K10 geht Backup- und Migrationsaufgaben im Kubernetes-Umfeld korrekt an, da es alle zu einer Applikation gehörenden Daten und Konfigurationen ins Backup einbezieht, selbst wenn diese außerhalb des Namespaces liegen. Besonders gut haben uns die Anpassungsfähigkeiten mit Pre- und Post-Hooks für Snapshots und die Transformer für die Wiederherstellung auf anderen Clustern gefallen. Allerdings könnte Veeam Admins sinnvoll unterstützen, indem es bessere Beispiele zu den Optionen der Kanister-Blueprints zur Verfügung stellt.

Als problematisch stellte sich letzten Endes nicht die Backupanwendung an sich dar, sondern die Art und Weise, wie manche Applikationsentwickler ihre Kubernetes-Anwendungen zusammenstellen. Das von uns gewählte AWX-Setup ließ sich nur mit Einschränkungen sichern und transferieren — was aber kein Problem von K10 ist. Aber es zeigt, dass Betreiber von Kubernetes-Anwendungen gegebenenfalls Anpassungen vornehmen müssen, um applikationskonsistente Snapshots überhaupt zu ermöglichen. Zudem müssen Admins Zeit und Aufwand in das Entwickeln der passenden Kanister-Blueprints investieren. Veeam Kasten K10 präsentiert sich unter dem Strich als umfassende, aber nicht ganz simple Backupplattform für Kubernetes, die zudem gute Features für Migration und Disaster Recovery mitbringt. (jp/ln)

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 12/2025 ab Seite 14 oder in unserem Heftarchiv.

Über den Autor: Andreas Stolzenberger arbeitet neben seiner Tätigkeit als freier Autor seit 2012 für Red Hat. Dort kümmert er sich um das technische Enablement von Vertriebspartneren in Europa zu den Themen Infrastruktur, Edge Computing, Container Plattformen und Automatisierung.