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Mehr Komplexität durch Cloudnutzung

Immer mehr Unternehmen nutzen die IT-Services einer Public Cloud zusätzlich zu ihrer lokalen IT-Infrastruktur. Eine weltweite Umfrage der Enterprise Strategy Group unter mehr als 1250 IT-Entscheidern bei großen und mittleren Unternehmen hat jetzt ergeben, dass die gleichzeitige Nutzung von heterogenen Public- und Private-Cloud-Services für die meisten Unternehmen die Verwaltung ihrer IT komplizierter und aufwändiger macht. Hauptursache ist das Fehlen konsistenter Cloud-Management-Systeme.
Laut der Studie der Enterprise Strategy Group (ESG) [1] lagern 58 Prozent der Unternehmen ihre Workloads in die Public Clouds externer Dienstleister aus. Aufgrund der Vielzahl von Anwendungen nutzen die meisten Firmen dabei gleich mehrere Public-Cloud-Anbieter, und zwar in der Regel zusätzlich zur internen Private Cloud.

Parallel dazu bauen die Unternehmen auch ihre eigene On-Premises-IT-Umgebung weiter aus, da viele Anwendungen aus Sicherheits-, Compliance- und datenschutzrechtlichen Gründen für den Public-Cloud-Einsatz nicht in Frage kommen. Dies führt zu immer komplexeren Cloud-Umgebungen und einer starken Fragmentierung der Unternehmens-IT.

73 Prozent der befragten deutschen IT-Entscheider gaben an, dass die gleichzeitige Nutzung von Public- und Private-Cloud-Services die Verwaltung aufwändiger mache, da jede Cloud-Plattform über eigene Technologien, Schnittstellen und Prozesse verfügt, die miteinander nicht ausreichend kompatibel sind. Für IT-Abteilungen, die für jede Plattform ein eigenes Tool nutzen, ist es daher unmöglich, schnell und kosteneffizient zu arbeiten. Die Lösung bieten Cloud-Management-Systeme mit einer zentralen Managementoberfläche für alle Cloud-Dienste.

Hohe Erwartungen an eine konsistente Cloud

Alle befragten IT-Entscheider äußerten grundsätzlich ein großes Interesse an der Implementierung eines konsistenten Cloud-Management-Systems. Auf die Frage, welche Vorteile sie sich von einer Umstellung versprechen, gaben sie folgende Gründe an:

  • Senkung der Gesamt-IT-Kosten um rund 19 Prozent,
  • Verringerung der Anzahl von Sicherheitsverletzungen und Anwendungsausfällen um durchschnittlich 30 Prozent,
  • Senkung der Migrationszeiten von Workloads von einer Cloud in eine andere oder zurück ins Unternehmen um durchschnittlich 35Prozent,
  • Einsparen von durchschnittlich 70,5 Personalstunden pro Woche im Infrastrukturmanagement,
  • Eine beschleunigte Innovation um rund 75 Prozent, wodurch fünf zusätzliche Produkt- und Service-Einführungen pro Jahr möglich sind.

Lediglich 5 Prozent der befragten Unternehmen aber nutzten bereits ein konsistentes Cloud-Management-System und gaben an, dadurch tatsächlich effizientere Prozesse, schnellere Markteinführungszeiten und ein höheres Innovationstempo erreicht zu haben. In einigen Punkten seien die Ergebnisse der zuvor genannten Erwartungen sogar noch übertroffen worden:

  • 90 Prozent hatten eine höhere Effizienz und vereinfachte Abläufe erreicht,
  • 87 Prozent erzielten schnellere Markteinführungszeiten,
  • 81 Prozent erzielten ein höheres Innovationstempo,
  • 77 Prozent konnten die Entwicklungszyklen ihrer Anwendungen beschleunigen,
  • 74 Prozent hatten transformative Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Maschinelles Lernen erfolgreich implementiert.

Unternehmen, die eine oder mehrere Public Clouds zusätzlich zu ihrer Private Cloud nutzen, kommen auf Dauer also nicht an einem Cloud-Management vorbei. Es schützt IT-Abteilungen vor der Komplexitätsfalle und sorgt dafür, dass sie den Überblick über Workloads und Prozesse behalten.
22.05.2020/dr

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