Meldung

Gemeinsamer 4G-Ausbau

Noch im laufenden Jahr wollen die Deutsche Telekom und Telefónica mehrere Hundert so genannte Graue Flecken in der 4G-Netzversorgung für ihre Kunden schließen. An den Standorten möchten die Mobilfunkanbieter dabei auch aktive Netztechnik teilen. Im Gegensatz zu Kooperationen wie Site-Sharing oder dem Betreiber-Abkommen zur Schließung Weißer Flecken sind bei diesem Ansatz keine zweite separate Funktechnik oder zusätzliche Antennen nötig.
Die Telekom und Telefónica wollen 4G-Lücken schließen und ihre Infrastruktur hierfür teilen.
Insbesondere außerhalb von Wohngebieten und abseits größerer Verkehrswege haben Stand heute nicht alle Betreiber eine deckungsgleiche Netzversorgung. So entstehen so genannte Graue Flecken – Flächen, in denen nicht alle Anbieter einen mobilen Netzzugang über 4G für ihre Kunden bieten können. Gerade in diesen wenig frequentierten Gebieten ist es für die Betreiber oftmals wirtschaftlich herausfordernd, separate Infrastrukturen zu errichten und mit eigener Netztechnik zu betreiben.

Auf diese Versorgungs- und Wirtschaftlichkeitslücke zielt die jetzt zwischen der Telekom [1] und Telefónica [2] geschlossene Vereinbarung: Beide Unternehmen planen, an mehreren hundert ausgewählten Antennenstandorten ein sogenanntes aktives Network-Sharing, um "Graue Flecken" in Deutschland zu erschließen. Möglich macht das ein neuer technologischer Ansatz in den Netzen der beiden Anbieter. Am Standort bieten die Betreiber allen Kunden im Ergebnis 4G-Zugänge auf dem 800-MHz-Frequenzband.

Für die Erschließung bislang komplett unversorgter Gebiete (Weiße Flecken) ziehen Telekom, Vodafone und Telefonica bereits an einem Strang: Im Herbst 2019 haben die drei bundesweit aktiven Mobilfunknetzbetreiber eine Grundsatzvereinbarung für knapp 6.000 neue Standorte geschlossen. Jeder Betreiber baut anteilig und gewährt den anderen Beteiligten ein Nutzungsrecht an der entstehenden passiven Netzinfrastruktur. Im Gegensatz zur heute angekündigten Kooperation werden in den Weißen Flecken nur die baulichen Infrastrukturen wie Funkmasten und Stromversorgung gemeinsam genutzt, die Sendetechnik und Antennen stellt hier jeder Betreiber eigenständig.
19.01.2021/dr

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