Zentrale Datensicherung mit dem Data Protection Manager

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Zentrale Datensicherung mit dem Data Protection Manager

05.01.2015 - 00:00
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Mit dem Data Protection Manager 2012 liefert Microsoft seit 2012 die neueste Generation seines Backup-Werkzeugs. Die Software unterstützt unter anderem Windows-Clients sowie Windows Server 2008 (R2) und 2012. Die Verwaltungskonsole von DPM 2012 lässt sich wiederum auf Windows Vista, 7 und Windows 8 installieren. Wir zeigen Ihnen in unserem exklusiven Online-Artikel, wie Sie DPM 2012 einrichten und Server sowie Clients zur Sicherung anbinden. Dabei gehen wir unter anderem auch darauf ein, wie Sie virtuelle iSCSI-Ziele verwenden und wie Sie beim Sichern in die Cloud auf Microsoft Azure zurückgreifen.
Für den Einsatz unter Windows Server 2012 sowie Windows 8 und 7 benötigen Sie das Service Pack 1 des Data Protection Manager 2012 (DPM). Ohne dieses laufen alle System Center-Programme generell nur unter Windows Server 2008 (R2). DPM speichert seine Daten in einer Microsoft SQL Server-Datenbank. Unterstützt werden hier die 32 Bit und 64 Bit-Versionen von SQL Server 2012 und 2008 R2. Die kostenlose Express- Edition bleibt allerdings außen vor. DPM 2012 kommuniziert dann über Port 80 mit dem Datenbankserver. Sie können aber auch den Datenbankserver lokal installieren. Ist kein SQL-Server verfügbar, installiert DPM eine Testversion von SQL Server 2008 R2 mit. Die Installation des eigentlichen Servers nehmen Sie über einen eigenen Assistenten vor. Dieser prüft die Systemvoraussetzungen und führt durch die einzelnen Installationsschritte.

Klicken Sie zur Installation notwendiger Komponenten auf die Schaltfläche für das Installieren und Prüfen. Haben Sie alle Fenster des Assistenten bestätigt, spielt der Assistent die notwendigen Voraussetzungen für DPM 2012 und bei Bedarf auch SQL Server 2008 R2 auf dem Server auf. Nun legen Sie einen Speicherpool fest, in dem Sie Daten speichern möchten, sowie die Schutzgruppen. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von Clients, Servern, Exchange-Datenbanken, SQL-Datenbanken oder SharePoint-Servern. Die Einrichtung dieser Schutzgruppen erfolgt über einen Assistenten. Zuvor müssen Sie noch den Speicherpool festlegen. Hier steuern Sie, auf welchen Datenträger, Freigaben oder Bänder Sie die Daten sichern möchten, die von den Speicherpools stammen. Wir zeigen Ihnen nachfolgend, wie Sie dabei vorgehen und welche Möglichkeiten zur Einrichtung bestehen. Verschiedene Anleitungen hierzu finden Sie unter [1]. Ebenfalls eine wichtige Informationsquelle sind die TechNet-Foren für System Center [2].

Systemvoraussetzungen manuell installieren
Möchten Sie die Systemvoraussetzungen nicht über den Installationsassistenten auf den DPM-Servern verteilen, sondern manuell installieren, finden Sie die notwendigen Tools auf der DPM-DVD. Unter Windows Server 2008 R2 müssen Sie über den Server-Manager zunächst das .NET Framework 3.5 SP1 [3] installieren. Ebenfalls notwendig ist Microsoft Visual C++ 2008 Redistributable. Dieses finden Sie auf der DVD im Verzeichnis "SCDPM\Redist\ vcredist".

Installieren müssen Sie auch den Windows Single Instance Store (SIS). Die Installationsdatei dazu finden Sie im Verzeichnis "SCDPM\DPM2012\setup\redist". Für das SIS-Setup benötigen Sie eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten. Verwenden Sie dort den Befehl start /wait ocsetup.exe SIS-Limited /quiet /norestart.

Möchten Sie DPM 2012 an eine externe Datenbank mit SQL Server anbinden, müssen Sie den SQL-Server vorbereiten. Dazu verwenden Sie die Datei SQLPrep- Installer_x64 oder SQLPrepInstaller_x86 aus dem Verzeichnis "SCDPM\SQLPrep- Installer". Sie müssen das Programm direkt auf dem SQL-Server installieren.

Speicherpools und Agenten konfigurieren
Der erste Schritt bei der Einrichtung von DPM 2012 nach der Installation ist das Bestimmen von Datenträgern, auf welche Sie die Dateien sichern möchten. Hierfür gehen Sie zum Punkt "Verwaltung / Datenträger / Hinzufügen". DPM 2012 kann allerdings nur ganze Volumes nutzen, die Sie der Sicherungslösung dediziert zur Verfügung stellen. Sie können keine freien Bereiche auf bereits verwendeten Festplatten nutzen oder HDs als Ziel wählen, die bereits an Ihren Windows-Server angebunden sind. Es ist auch nicht möglich, Freigaben im Netzwerk zur Sicherung zu nutzen. Bandlaufwerke hingegen lassen sich hinzufügen.


Bild 1: Bei der Installation von Agenten wählen Sie die Rechner aus, die mit DPM gesichert werden sollen.

Möchten Sie Daten auf Festplatten sichern, müssen Sie also entweder externe Festplatten verwenden ein SAN beziehungsweise NAS-Laufwerke über iSCSI anbinden. Hier spielt eine Neuerung in Windows Server 2012 eine wichtige Rolle: In Windows 2012 haben Sie die Möglichkeit, virtuelle Festplatten zu erstellen und diese als iSCSI-Ziel im Netzwerk zur Verfügung stellen. Diese virtuellen Festplatten verbinden Sie auf dem DPM-Server als herkömmliche Festplatten und können sie als Sicherungsziel nutzen. Wie Sie dabei vorgehen, zeigen wir Ihnen später.

Haben Sie den Datenträger ausgewählt, klicken Sie auf "Hinzufügen" und auf "OK". Anschließend erhalten Sie die Information, dass DPM die Platte in die Sicherung einbindet und zur dynamischen Festplatte konvertiert. Haben Sie den Speicherpool zur Sicherung aktiviert, besteht der nächste Schritt darin, die DPM-Agenten auf den Rechnern zu installieren, die Sie sichern möchten. Klicken Sie dazu im Bereich "Verwaltung" auf "Agents / Installieren". Wählen Sie im neuen Fenster die Computer in der Domäne aus, auf der Sie die Agenten installieren wollen.

Im Assistenten zur Anbindung von Computern an die DPM-Sicherung geben Sie auf den weiteren Seiten noch die Anmeldedaten zur Installation des Agenten ein und wählen aus, ob die Rechner nach der Installation der Agenten neu gestartet werden sollen. Im Fenster sehen Sie jeweils den Status der Installation. Alternativ verteilen Sie die Agenten-Komponente über deren Installationsdatei direkt auf den Zielsystemen. Diese finden Sie auf der DPM 2012- DVD oder der ISO-Datei im Verzeichnis "SCDPM\Agents". Sie müssen bei der Installation keine Eingaben vornehmen, sondern der Assistent installiert unbeaufsichtigt, wenn Sie die Setupdatei ausführen.


Bild 2: Auch über die Befehlszeile lassen sich Clients an den DPM-Server anbinden.

Haben Sie den Agenten aufgespielt, starten Sie den Assistenten zum Hinzufügen von DPM-Clients über "Verwaltung / Agents / Installieren". Wählen Sie die Option "Agents verbinden" aus. Gelingt die Verbindung nicht, liegen unter Umständen noch Probleme mit einer Firewall vor. Auf den Clients finden Sie im Verzeichnis "C:\Program Files \ Microsoft Data Protection Manager \ DPM" das Tool SetDPMServer.exe. Führen Sie dieses mit der Option SetDPMServer -dpmservername {Name des DPM-Servers} aus. Das Tool erstellt die notwendigen Ausnahmen in der Firewall, anschließend bindet sich der Client an den DPM an. Nun müssen Sie noch in der Verwaltungskonsole die Ansicht aktualisieren.

Überprüfen Sie anschließend auf dem DPM-Server in der Konsole, ob bei den entsprechenden Rechnern in der Spalte "Agent-Status" der Status als "OK" aufgeführt ist. Bei Schwierigkeiten finden Sie im Blogbeitrag unter [4] ausführliche Anleitungen zur Problemlösung.

    Seite 1: Vorbereitungen und Konfiguration der Agenten
    Seite 2: Schutzgruppen anlegen und Sicherungen überwachen
    Seite 3: Virtuelle iSCSI-Ziele und Sicherung in die Azure-Cloud


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dr/ln/Thomas Joos

[1] http://technet.microsoft.com/en-us/library/hh758173.aspx
[2] http://social.technet.microsoft.com/Forums/de-DE/systemcenterde
[3] www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=22
[4] http://blogs.technet.com/b/dpm/archive/2012/05/22/[...]