Seite 2 - Datensicherung, Wiederherstellung und Livemigration mit Hyper-V 2012 R2 (1)

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Seite 2 - Datensicherung, Wiederherstellung und Livemigration mit Hyper-V 2012 R2 (1)

04.04.2016 - 00:00
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Verbesserte Snapshots in Windows Server 2012 R2    
Hyper-V ermöglicht die Erstellung von Snapshots, auch ohne dass Sie Zusatzanwendungen installieren. Den entsprechenden Befehl finden Sie im Kontextmenü der virtuellen Computer im Hyper-V-Manager. In Windows Server 2012 R2 hat Microsoft die Snapshots verbessert. So besteht jetzt die Möglichkeit, Snapshots zusammenzuführen, ohne dass die virtuellen Server heruntergefahren werden müssen. Diese Onlinemerges sollen die Ausfallzeiten von virtuellen Servern reduzieren. Verwenden Sie Hyper-V-Replikation in Windows Server 2012 R2, überträgt der Assistent die Daten auf Basis von Snapshots und erstellt für bereits übertragene virtuelle Server auf dem Zielserver erneut Snapshots.

Während der Erstellung des Snapshots bleibt der Computer online und steht den Anwendern weiterhin zur Verfügung. Die erstellten Snapshots zeigt der Hyper-V-Manager im mittleren Bereich der Konsole an. Hyper-V speichert die Snapshots in dem Ordner, den Sie in den Einstellungen des virtuellen Computers im Bereich "Speicherort für Prüfpunktdateien" angeben. Sobald ein Snapshot erstellt ist, können Sie den Ordner nicht mehr ändern.

Rufen Sie den Befehl "Zurücksetzen" im Kontextmenü des virtuellen Computers auf, wendet Hyper-V den letzten erstellten Snapshot an und setzt den Computer auf diesen Stand zurück. Snapshots ersetzen allerdings keine Datensicherung, sondern bieten nur eine Rückversicherung vor einer Konfigurationsänderung auf dem Server. Beim Zurücksetzen gehen aber keine Änderungen verloren, sondern werden wiederum in einem anderen Snapshot erfasst.

Wenn Sie einen Server zurücksetzen oder einen älteren Snapshot anwenden beziehungsweise Snapshots löschen und die differenzierende Festplatte des Snapshots in die übergeordnete VHDX-Datei überführen, vergrößert sich unter Umständen diese Datei. In diesem Fall sollten Sie diese im Hyper-V-Manager bearbeiten und verkleinern lassen. Sie finden dazu im Aktionen-Bereich den Eintrag "Datenträger bearbeiten".

Auch für die einzelnen Snapshots steht ein Kontextmenü zur Verfügung, über das Sie diese steuern. Setzen Sie eine Hyper-V-kompatible Datensicherung ein, kann diese ebenfalls automatisiert einen solchen Snapshot erstellen und dessen Daten sichern.

Verwalten der Snapshots
Snapshots verwalten Sie ebenfalls im Hyper-V-Manager über das Kontextmenü der einzelnen Prüfpunkte. Ihnen stehen hierzu verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Über "Einstellungen" rufen Sie die Einstellungen des virtuellen Computers auf, zu dem dieser Snapshot gehört. Es handelt es sich dabei um die Einstellungen, die zum Zeitpunkt des Erstellens gültig waren. Haben Sie Einstellungen nach dem Erstellen des Snapshots geändert, sind diese an dieser Stelle nicht zu sehen.

Auf diese Weise schützen Sie auch die Konfiguration von virtuellen Servern. Wählen Sie "Anwenden" aus, setzt der Assistent den virtuellen Computer wieder auf den Stand zurück, an dem Sie diesen Snapshot erstellt haben. Vorher erscheint aber ein Abfragefenster, das Sie auf die Folgen hinweist. Außerdem können Sie zunächst noch einmal einen aktuellen Snapshot erstellen, der dann den aktuellen Zustand sichert. Im Gegensatz zum Zurücksetzen über das Kontextmenü der VM können Sie hier nicht nur den letzten Snapshot verwenden, sondern beliebige Prüfpunkte.

Beim "Exportieren" von virtuellen Servern in Windows Server 2012 R2 können Sie auch Snapshots berücksichtigen. Über das Kontextmenü eines Prüfpunktes können Sie daher einen virtuellen Server mit dem Stand des Snapshots exportieren und auf anderen Servern wieder importieren. Neu ist die Möglichkeit, dass Sie diese Vorgänge im laufenden Betrieb des virtuellen Servers durchführen können.

Durch "Umbenennen" weisen Sie dem Snapshot einen anderen Namen zu. Hyper-V verwendet als Namen normalerweise das Datum und die Uhrzeit. Über diesen Menübefehl können Sie zum Beispiel noch Informationen hinzufügen, warum Sie den Snapshot erstellt haben. Mit "Prüfpunkt löschen" entfernen Sie den Snapshot und die dazugehörigen Daten vom Server und überführen die notwendigen Daten in die produktive Festplatte.

Beim Löschen eines Snapshots gehen daher keine Daten verloren, sondern Änderungen, die Sie seit dem Erstellen des Snapshots durchgeführt haben, werden in die virtuelle Festplatte des Servers geschrieben und anschließend werden der Snapshot und seine differenzierende Festplatte gelöscht (AVDX). Windows Server 2012 R2 beherrscht diesen Vorgang online, das heißt, der virtuelle Server kann weiter in Betrieb sein.

Die Option "Prüfpunkt-Unterstruktur löschen" löscht den aktuellen Snapshot sowie alle Sicherungen, die Sie nach dem Snapshot erstellt haben und auf diesen aufbauen. Der Vorgang ähnelt dem Löschen des Prüfpunkts, führt aber alle zusammengehörigen Snapshots zusammen.

Datensicherung und Snapshots bei Hyper-V im Cluster
Setzen Sie Hyper-V im Cluster ein, um beispielsweise die Livemigration zu nutzen, müssen Sie bei der Datensicherung und der Erstellung von Snapshots einige wichtige Punkte beachten. Sie sollten es möglichst vermeiden, Snapshots von laufenden virtuellen Maschinen (VM) in Clustern zu erstellen. Setzen Sie nämlich einen solchen Snapshot zurück, setzt dieser nicht nur den Inhalt der virtuellen Festplatte zurück, sondern auch den des Arbeitsspeichers der VM. Dieser Umstand bereitet vor allem im Zusammenhang mit der Livemigration Probleme. Wenn Sie also Snapshots von VMs in einem Cluster durchführen wollen, fahren Sie die VM herunter. Auch wenn Sie einen Snapshot auf eine VM anwenden wollen, sollten Sie die Maschine dazu herunterfahren.

Bei Domänencontrollern (DC) sichern Snapshots auch die Active Directory-Datenbank. Setzen Sie auf einem Domänencontroller mit Windows Server 2008 R2 einen Snapshot zurück, kann es zu Inkonsistenzen der Active Directory-Datenbank kommen, die auch die anderen Domänencontroller beeinflusst. Das liegt daran, dass im Active Directory alle Objekte eine bestimmte Nummer besitzen, die Update Sequence Number (USN). Jeder DC hat eine eigene Liste dieser USNs und befindet sich auch selbst in dieser Liste. Setzen Sie einen Snapshot zurück, ändern sich die USNs zahlreicher Objekte, was mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Inkonsistenzen führt. In jedem Fall aber trennen die anderen Domänencontroller den wiederhergestellten DC vom Netzwerk, um Fehler zu beheben.

Zwar hat Microsoft das Problem in Windows Server 2012 R2 mit der "GenerationID" besser im Griff, aber generell ist das Sichern von Servern, die eine Datenbank bereitstellen, nicht über Snapshots empfohlen. Das gleiche gilt übrigens für alle Server, die eine Datenbank nutzen -auch Exchange und SQL. Generell sollten Sie derartige Datenbanken niemals über Snapshots zurücksetzen.

In Hyper-V haben Sie die Möglichkeit, einem Gastsystem eine differenzierende virtuelle Festplatte zuzuweisen. Dazu bauen die Festplatten auf eine übergeordnete Festplatte mit einer Windows-Installation auf und speichern die Daten auf einer eigenen Festplatte. Für Domänencontroller ist das nicht empfohlen, da sich solche Festplatten zu leicht wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen lassen. Hier gibt es das gleiche Problem wie mit den Snapshots.


   Seite 1: Snapshots von virtuellen Servern erstellen
   Seite 2: Verwalten der VM-Snapshots

Im zweiten Teil des Workshops beschäftigen wir uns damit, wie Sie mit der kostenlosen Backup-Software von Veeam virtuelle Server sichern. Im dritten Teil gehen wir dann darauf ein, wie die Livemigration mit und ohne Cluster in Windows Server 2012 R2 funktioniert.

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