bitchat: Chatten ohne Internet

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bitchat: Chatten ohne Internet

08.07.2025 - 08:41
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Mit "bitchat" stellt Twitter-Mitgründer Jack Dorsey eine neue Messaging-App vor, die komplett dezentral und ohne Internetverbindung funktioniert. Die Anwendung setzt auf ein Bluetooth-Mesh-Netzwerk und richtet sich an Nutzer, die besonders hohe Ansprüche an Privatsphäre und Ausfallsicherheit stellen – etwa in Krisensituationen oder bei politischen Aktionen.

Im Unterschied zu klassischen Messengern benötigt bitchat weder Server noch Telefonnummern oder Benutzerkonten. Die App verbindet sich automatisch mit anderen Geräten in der Nähe und kann Nachrichten über mehrere Zwischenstationen hinweg weiterleiten. So entsteht ein spontanes Peer-to-Peer-Netzwerk, das selbst dann funktioniert, wenn keine Mobilfunk- oder WLAN-Verbindung verfügbar ist. Unterstützt werden derzeit iOS und macOS, eine Android-Version ist technisch möglich.

Ende-zu-Ende verschlüsselt

Datenschutz und Sicherheit stehen im Zentrum des Konzepts: Nachrichten werden mit modernen Verfahren wie X25519 und AES-256-GCM Ende-zu-Ende verschlüsselt, ohne dass dabei dauerhafte Identitäten entstehen. Die App verzichtet auf jegliche Registrierung und kann durch einen Notfallbefehl mit einem Dreifachtipp sofort alle gespeicherten Daten löschen. Auch sogenannte "Cover-Traffic"-Techniken sind integriert – durch künstliche Verzögerungen und Dummy-Nachrichten wird eine Analyse des Datenverkehrs erschwert.

Themenbasierte Kanäle

Funktional orientiert sich bitchat an klassischen IRC-Systemen. Es gibt themenbasierte Kanäle, die optional mit Passwörtern geschützt werden können, sowie Direktnachrichten zwischen einzelnen Nutzern. Auch Funktionen wie das Zwischenspeichern von Nachrichten für offline befindliche Kontakte, adaptive Stromsparmodi und intelligente Komprimierung sind Teil der App. Die Software ist quelloffen und steht unter Public-Domain-Lizenz.

Dezentrale Alternative

Mit seiner dezentralen Architektur positioniert sich bitchat als Alternative zu gängigen Messengern wie Signal, Threema oder WhatsApp – insbesondere dort, wo Infrastruktur fehlt oder digitale Überwachung ein Thema ist. Ob und wann eine Android-Version folgt, ist noch offen – die technische Basis dafür ist jedoch laut Entwickler bereits gelegt.