Buchbesprechung: Datenrettung


 
Autor:Christian A.P. Bartsch
Verlag:Eigenverlag Acato GmbH
Preis:23.47 Euro
ISBN:3947256000

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Gibt es beim Ausfall eines Datenträgers kein Backup oder misslingt dessen Wiederherstellung, schlägt die Stunde des Datenforensikers. Er versucht, so viele Informationen wie möglich vom defekten Speichermedium auszulesen. Dieses Vorgehen nimmt Christian Bartsch in seinem rund 120 Seiten fassenden Werk "Datenrettung – Eine Sache des Vertrauens" unter die Lupe. Rund zwei Drittel des Buchs drehen sich um den Aufbau verschiedener Datenträger und die davon abhängigen Methoden zur Datenrettung. Leider behandelt der Autor die einzelnen Technologien recht ungleichmäßig.

Während er der Datenrettung auf USB-Sticks und Smartphones mehr Platz einräumt, erfährt der Leser so gut wie nichts zur Forensik bei Festplatten und RAID-Systemen. Besonders schlechte Erfahrungen hinsichtlich Datenrettung scheint Bartsch mit NAS-Systemen gemacht zu haben, auch SSDs kommen nicht gut weg. Die einen würden gerade in kleineren Unternehmen oft falsch konfiguriert, bei den anderen wiesen – im Buch nicht belegte – Statistiken auf eine drastische Zunahme der Totalausfälle hin. Der Tenor des Werks deutet sich hier bereits an: IT und insbesondere Datenrettung ist kompliziert und sollte besser Profis überlassen werden. Da wundert es nicht, dass der Autor selbst eine Firma leitet, die auf digitale Forensik spezialisiert ist. So kann sich Bartsch in einem eigenen Unterkapitel den ein oder anderen Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht verkneifen und geißelt Dumpingpreise osteuropäischer Anbieter oder erfundene Laborfotos.

Im Inhaltsverzeichnis des Buchs tauchen mit Schutz- und Präventionsmaßnahmen durchaus interessante Aspekte auf, etwa wenn es um einen Maßnahmenkatalog sowie Schulungen und Standardverfahren geht. Dies alles wird jedoch auf wenigen Seiten mit ein paar allgemeinen Sätzen abgehandelt. Generell ist die Zielgruppe des Buchs nicht ganz klar – professionelle Admins dürften etwa mit dem Hinweis, keine geschäftskritischen Daten auf Werbegeschenk-USB-Sticks abzulegen, recht wenig anfangen können.

Fazit: Zum Vertragsabschluss mit dem Unternehmen des Autors ist das Buch eine feine Dreingabe. Für 120 thematisch nicht immer stringente Seiten und viel Marketing in eigener Sache jedoch knapp 25 Euro aufzurufen, stellt ein ambitioniertes Unterfangen dar. In einem stimmen wir dem Autor zu: "Vorsorge ist so viel wirtschaftlicher und entspannender als der Horror eines kostspieligen Abenteuers im Bereich der Datenrettung." (Lars Nitsch)