Buchbesprechung: Click Here To Kill Everybody


 
Autor:Bruce Schneier
Verlag:mitp
Preis:26 Euro
ISBN:3958459471

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Es soll ein Weckruf sein, mit dem der Security-Experte Bruce Schneier auf die Risiken unserer vernetzten Gesellschaft aufmerksam machen will. In seinem neuen Buch "Click Here To Kill Everybody" beleuchtet Schneier, warum es so schwer ist, Computersysteme zu schützen, und welche Konsequenzen dies für uns als Gesellschaft haben könnte. Denn das Internet+, wie Schneier die Vernetzung im Internet of Things nennt, dringt in immer mehr Lebensbereiche ein: Kühlschränke, Fahrzeuge, Insulinpumpen, Fernseher – alles muss mit dem Internet verbunden sein und ist dementsprechend angreifbar.

Vor allem bei Consumer-Produkten steht bei der Herstellung nämlich der Preis und die "Time to Market" im Vordergrund. Für langwierige wie aufwendige Sicherheitstests bleibt keine Zeit. Am Ende müssen die Kunden mit den löchrigen Devices leben. Was im Haushaltsumfeld vielleicht noch ärgerlich sein kann, gefährdet auf der Straße (Stichwort vernetztes Auto) oder im Krankenhaus Menschenleben. Spätestens hier sind Hersteller, Regulierer und auch Kunden gefragt, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Mit einer Art umfassenden Wunschliste richtet sich Schneier im zweiten Teil seines Buchs denn auch an Hersteller und die Politik. So fordert der Securtiy-Experte unter anderem ausführliche Tests auf Schwachstellen seitens der Hersteller, bevor die Produkte auf den Markt kommen. Auch sollten sie die Datensammlung auf möglichst geringem Maß halten und konsequent Verschlüsselung nutzen. Von Staaten fordert Schneier, Sicherheitslücken publik zu machen, und nicht im Geheimen auszunutzen. Auch sollten diese Verschlüsselung unterstützen und nicht untergraben. Was tatsächlich passiert, beschreibt Schneier im dritten Teil – nämlich so ziemlich das Gegenteil der Wunschvorstellungen, um es kurz zu fassen. Daher sollten, so die abschließende Forderung des Autors, Politiker und Technologen zusammenarbeiten, um ein sicheres wie freies Internet (of Things) zu ermöglichen.

Fazit: Dass die technologische Entwicklung die Politik längst überholt hat, dürfte wohl keinem IT-affinen Leser entgangen sein. Und auch immer wieder hervorgebrachte Ansätze zur Massenüberwachung, Aushebelung von Verschlüsselung oder dem Abschaffen der Anonymität im Internet seitens der Politik überraschen eher wenig – traurigerweise. Damit dürfte Schneier bei den meisten Lesern offene Türen einrennen. Doch finden sich im Text auch für erfahrene User so manche interessante Hintergründe und Beispiele. (Daniel Richey)