Buchbesprechung: Die APP


 
Autor:Arno Strobel
Verlag:Fischer
Preis:15.99 Euro
ISBN:3596703557

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Smart Homes sind eine feine Sache: Bequem steuern die Bewohner vielfältige Funktionen über ihr Smartphone oder per Sprachsteuerung und auch aus der Ferne sehen sie beispielsweise, wer vor der Tür steht oder ob sie versehentlich das Licht angelassen haben. Die Sicherheit spielt dabei wie so oft für die Nutzer eine untergeordnete Rolle. Auch der Hamburger Arzt Hendrik Zemmer erfreut sich eines Smart Homes und blickt gemeinsam mit seiner Verlobten Linda auf eine verheißungsvolle Zukunft, als er eines Abends zu einem Notfall ins Krankenhaus gerufen wird.

Bei seiner Rückkehr am frühen Morgen findet Hendrik ein verlassenes Haus vor, von seiner Verlobten fehlt jede Spur. Es gibt keinerlei Einbruchspuren und im Haus sieht alles aus wie gewohnt. Lediglich ein Koffer fehlt, weshalb die Polizei davon ausgeht, dass Linda freiwillig das Weite gesucht hat. Eine Suchaktion kommt für sie nicht in Frage – Hendrik ist auf sich allein gestellt und bringt mit einer Vermisstenanzeige auf Facebook einen gewaltigen Stein ins Rollen.

Als auf den Post hin eine ehemalige Polizeipraktikantin und Psychologiestudentin bei Hendrik vor der Tür steht, um ihm bei seiner Suche zu helfen, hat sie sofort das Smart-Home-System im Verdacht, beim Verschwinden seiner Verlobten eine Rolle zu spielen. Sie bittet Hendrik, das System abzuschalten, bevor sie ihr weiteres Vorgehen überlegen. Doch das lässt es nur scheinbar mit sich geschehen. Und immer mehr Hinweise tauchen auf, dass Hendrik nicht der einzige Smart-Home-Nutzer in Hamburg ist, dessen Partner auf unerklärliche Weise verschwunden ist. Jemand treibt ein perfides Spiel mit den Bewohnern, an dessen Ende der Tot der Entführten steht.

Fazit: Schlecht gesicherte IoT-Devices sind längst Alltag und Arno Strobel nimmt die Technik für eine düstere Geschichte zum Anlass. Der Leser fiebert mit Hendrik bei der – teils konstruiert wirkenden – Suche nach Linda mit, und die Uhr tickt. Dabei treiben die Angreifer ihr Unwesen in Hendriks Smart Home, jedoch ohne die Leser an allzu vielen technischen Details teilhaben zu lassen. (Daniel Richey)