Buchbesprechung: Hacker


 
Autor:Anonym
Verlag:DC Publishing
Preis:19.99 Euro
ISBN:3947818238

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Hacker haben wenig mit den heute berüchtigten Cyberkriminellen gemein, für sie spielen Neugier, Ethik und auch Freiheitsrechte eine entscheidende Rolle. So werfen mehrere anonyme Hacker in dem neuen Buch "Hacker" auf rund 400 Seiten einen kritischen Blick auf unsere heutige IT-abhängige Gesellschaft. Um Leser in die Materie einzuführen, die sich bislang nicht weiter mit der Hackerszene und ihrer Geschichte auseinandergesetzt haben, holen die Autoren ein wenig aus.

Das Ergebnis ist ein sehr informativer Ausflug in die Hacking- Historie mit Namen wie Captain Crunch, Kevin Mitnick oder auch Tron. Auch die spektakulärsten Fälle wie Stuxnet, WannaCry oder Emotet dürfen nicht fehlen und geben einen ersten Ausblick auf die Tragweite von "Hacker"-Angriffen. Denn – und das wird den Lesern mit voranschreitender Lektüre klar – wir sind immer abhängiger von einer funktionierenden IT, auch wenn uns Angriffe womöglich gar nicht direkt betreffen.

Natürlich soll das Werk keine reine Lektion in Geschichte sein, sondern befasst sich auch mit gesellschaftlichen Themen heute und morgen. Einen großen Teil nimmt hierbei die zunehmende Nutzung von Biometrie ein, sowohl seitens des Staats als auch seitens der Verbraucher selbst im Alltag. An mögliche Sicherheitsrisiken verschwenden dabei die wenigsten einen Gedanken. Auch der immer stärkere Einsatz von künstlicher Intelligenz sorgt für Sorgenfalten auf der Stirn unserer anonymen Autoren. Denn was sich für vermeintlich gute Zwecke nutzen lässt, lässt sich genauso für bösartige Ziele missbrauchen oder schadet uns ohne böse Absicht. Abschließend mischen zu allem Überfluss immer mehr Staaten selbst als Akteure eifrig mit, Stichwort Cyberwar.

Fazit: Das Buch "Hacker" wirft einen kritischen Blick auf die technologischen Entwicklungen unserer Zeit. Immer stärker digitalisieren und automatisieren wir unseren Alltag. Doch diese Bequemlichkeit hat ihren Preis: unsere Daten und am Ende auch unsere Freiheit. Das Buch führt die Leser nicht nur detailliert in die aktuellen und zu erwartenden Geschehnisse ein, es zeigt auch auf, wie diese uns gefährden können, wenn wir uns dessen als Gesellschaft und auch als Individuen nicht bewusst sind. (Daniel Richey)