Fachartikel

Im Test: Privacy-freundliche E-Mail-Anbieter

Gerade für kleinere Firmen lohnt es sich nicht, einen eigenen Mailserver lokal zu betreiben. Auch benötigen die Mitarbeiter immer flexiblere Zugriffsmöglichkeiten auf ihre E-Mails, Termine oder gemeinsame Dateien, etwa von unterwegs. Schnell drängen sich da die Angebote großer Mailprovider auf. Unternehmen, die großen Wert auf Vertraulichkeit und Sicherheit legen, sollten jedoch besser zu Privacy-freundlichen Anbietern greifen. IT-Administrator hat die drei Provider Kolab Now, mailbox.org und Mailfence unter die Lupe genommen.
Neben den reinen E-Mail-Diensten stellen einige Anbieter wie hier Kolab auch eine Kalenderfunktion zur Verfügung.
In unserem Vergleichstest haben wir uns drei Anbieter näher angeschaut. Alle bieten E-Mail-Schutz an, haben zudem für sich jeweils unterschiedliche Vorteile. Mit Kolab Now ist bei uns ein Schweizer Provider im Test, der Tarife zugeschnitten auf Unternehmenskunden anbietet. Auch mailbox.org fokussiert sich mit einem Tarif auf Unternehmenskunden und hat ein Groupware-Hosting im Angebot. Der Betreiber von Mailfence kommt aus Belgien und stellt einzelne Postfächer zur Verfügung ohne einen speziellen Fokus auf Unternehmen.


Fazit
Bei der Wahl eines Privacy-freundlichen E-Mail-Providers geht es vor allem darum, die elektronische Kommunikation so sicher wie möglich durchzuführen. Ferner gehört für uns dazu, dass die Daten in einem besonderen Umfang geschützt gespeichert sind. Aber auch die Möglichkeit, den Transportweg soweit wie möglich abzusichern, ist Pflicht. Alle von uns getesteten Anbieter bieten das Mindestmaß an Sicherheit. Die Nutzung von DANE, das Ausblenden der IP-Adresse und des Clients im E-Mail-Header gehören zum Standard.

Sehr gut gefallen hat uns, dass mailbox.org zusätzlich die individuelle Verschlüsselung der Inbox ermöglicht. Dadurch ist sichergestellt, dass die auf dem Server gelagerten Daten von keinem Dritten einsehbar sind. Bei Kolab Now vermissten wir die Unterstützung von PGP, was bei Mailfence besonders gut gelöst ist. Alle Anbieter unterstützen auch eine oder mehrere eigene Domains, was ein K.O.-Kriterium für den Einsatz bei Unternehmen ist. Die Teamarbeit ist bei allen gegeben, wobei uns die Umsetzung und der Leistungsumfang bei mailbox.org am besten gefallen hat.

Alle Anbieter unterstützen in den getesteten Tarifen POP3, IMAP und Active Sync. Dadurch ist die Wahl des E-Mail-Clients uneingeschränkt möglich. Auf Android und iOS haben wir die Konten genauso gut verbunden wie mit Outlook. Dadurch können die Benutzer in ihren gewohnten Arbeitsumgebungen bleiben. Lediglich eine Art "Umzugsservice", um bestehende Accounts möglichst automatisch zu migrieren, hat uns gefehlt.

Am Ende ist es eine grundlegende Entscheidung, ob ein Unternehmen auf Angebote von E-Mail-Providern zurückgreift. In dem Fall ist einer der von uns vorgestellten Privacy-freundlichen Anbieter jedem regulären Provider – vor allen den kostenfreien – vorzuziehen.


 
Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 02/2017 ab Seite 12.
30.01.2017/dr/ln/Sandro Lucifora

Nachrichten

Erfolgreiche Hacker, überforderter Malwareschutz [24.06.2021]

Fast auf beiden Augen blind: Herkömmliche Anti-Malware-Lösungen übersehen beinahe 75 Prozent der Bedrohungen, so der Security-Anbieter WatchGuard in seinem Internet Security Report für das erste Quartal 2021. Das Unternehmen verzeichnete demnach auch neues Rekordniveau bei Zero-Day-Angriffen und Netzwerkattacken. [mehr]

Lückenloser Mobilfunkempfang im Zug [23.06.2021]

Die Deutsche Bahn und Telekom planen lückenloses Handynetz entlang der Schienen. Fahrgäste sollen bis 2026 auf allen Strecken ohne Unterbrechung im Telekom-Netz telefonieren und surfen können. Die Datenrate soll mindestens bei 100 MBit/s liegen, auf Hauptstrecken deutlich darüber. [mehr]

Dynamisches Duo [22.06.2021]

Tipps & Tools

Nachwuchssorgen bei der Mainframe-Administration [24.06.2021]

Die Mainframe-Technologie ist bei in Frage kommenden Anwenderunternehmen nach wie vor weit verbreitet – zudem stimmen der Reifegrade der Technologie und ihre Perspektive ihre Befürworter positiv. Allerdings trüben Nachwuchssorgen dieses heitere Bild. Deshalb untersucht unser Fachartikel, woran es liegt, dass sich die Generation Z nur in Einzelfällen für Mainframe-Jobs interessiert, und wie sich das ändern kann beziehungsweise welche anderen Konsequenzen folgen könnten. [mehr]

Download der Woche: PDF Fixer [23.06.2021]

Wenn sich ein PDF, das Sie zum Beispiel aus dem Internet herunterladen oder auf einem USB-Medium finden, nicht öffnen lässt, ist es wahrscheinlich beschädigt. Wenn dann Versuche, das Problem manuell zu lösen oder den Adobe Reader zu reparieren, nichts bringen, kann immer noch der "PDF Fixer" helfen. Die Freeware verspricht, die zwei häufigsten Probleme von PDF-Dateien beheben zu können. [mehr]

Buchbesprechung

Noch analog oder lebst du schon?

von Rolf Drechsler und Jannis Stoppe

Anzeigen