Fachartikel

Mit Windows-as-a-Service zum Modern Desktop

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung müssen IT-Administratoren schneller und flexibler auf neue technische Entwicklungen reagieren können – insbesondere im Bereich der Sicherheit. Nicht zuletzt Security-Fragen sind wichtige Gründe für die wachsende Beliebtheit von Angeboten wie Windows-as-a-Service (WaaS) sowie ganzheitlichen Lösungen für den modernen Arbeitsplatz in deutschen Unternehmen. Der Artikel beleuchtet die strategischen Implikationen sowie die technischen Aspekte hin zu WaaS und dem Konzept des Modern Desktop.
Gerade bei der Verwaltung von mobilen Arbeitsplätzen kann Windows-as-a-Service Sinn ergeben.
Im Zuge der digitalen Transformation hat sich die Rolle der IT-Abteilung nachhaltig verändert: Eine fundierte IT-Expertise wird in durchweg allen Abteilungen von Unternehmen notwendig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Das stärkt die Rolle von IT-Verantwortlichen in Unternehmen, sodass IT-Administratoren und CIOs bei unternehmensrelevanten Entscheidungen eine immer größere Rolle spielen. Gleichzeitig hat die IT in deutschen Unternehmen immer noch mit vielen Herausforderungen zu kämpfen, insbesondere beim Thema der IT-Sicherheit.

So steht die deutsche Industrie laut aktuellen Ergebnissen des Digitalverbands Bitkom immer häufiger im Fokus von Cyberkriminellen: Demnach hat für gut acht von zehn Industrieunternehmen die Anzahl der Cyberangriffe in den vergangenen zwei Jahren zugenommen, für mehr als ein Drittel sogar stark. Die Experten sprechen gar von einem "digitalen Dauerbeschuss auf die deutsche Industrie". Dabei ist besonders problematisch, dass viele Firmen zwar um die Gefahren wissen, bei Cyberangriffen aber konzeptlos sind und keine ganzheitliche Sicherheitsstrategie verfolgen.

Gleichzeitig verfestigt sich die digitale Zweiklassengesellschaft immer mehr: Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young warten immer noch zu viele deutsche Unternehmen ab und zögern notwendige Investitionen in digitale Lösungen hinaus. Eine bedenkliche Entwicklung, zumal der digitale Arbeitsplatz, der die modernen Anforderungen an Sicherheit und Produktivität erfüllt, oftmals gar nicht so kompliziert zu etablieren ist. Um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben und von den Vorteilen der Digitalisierung zu profitieren, sollten Firmen eine ganzheitliche Strategie verfolgen und eine digitale Lösung integrieren, die jederzeit auf dem neuesten Stand ist.
Stetige Updates als Basis des Modern Workplace
Für Unternehmen gibt es seit der Einführung von Windows 10 eine neue Methode zum Aufsetzen, Bereitstellen und Warten des Betriebssystems: Windows as a Service. Die gestiegenen Anforderungen an Unternehmen im Zuge der digitalen Transformation in Bezug auf Sicherheit, Mobilität und Verwaltbarkeit von Firmenrechnern rücken dieses Servicekonzept nun stärker in den Fokus von IT-Verantwortlichen. Für IT-Mitarbeiter ein echter Paradigmenwechsel.

Vor WaaS war das Update auf ein neues Betriebssystem ein groß angelegtes Projekt, das viel zeitlichen Vorlauf und personelle Ressourcen in Anspruch genommen hat. So wurden alle drei bis fünf Jahre umfassende neue Windows-Versionen veröffentlicht. Dieser traditionelle Bereitstellungszeitplan bedeutete einen großen Planungsaufwand für die IT, einen hohen Schulungsaufwand für Benutzer und führte zu langen Wartezeiten ohne neue Funktionen – ein Szenario, das im schnelllebigen IT-Umfeld von heute nicht mehr funktioniert.

Über WaaS ändert sich dieses Vorgehen grundlegend: Windows-10-PCs erhalten zweimal pro Jahr Feature-Updates, während Qualitätsupdates mindestens einmal im Monat Verbesserungen für Sicherheit und Zuverlässigkeit liefern sollen. Mit WaaS wird aus einem starren und langfristigen Wartungsprojekt so ein flexibler Updateprozess, der Abläufe automatisiert, die IT entlastet und bei der Entwicklung der Plattform besser integriert, sowie die Mitarbeiter selbst agiler macht und damit alle Voraussetzungen für den modernen Arbeitsplatz schafft.

Mehr Sicherheit und Kontrolle für die IT
Die halbjährigen Feature-Updates enthalten neue Funktionen für Windows 10 und werden im Gegensatz zur früheren Praxis in überschaubareren Größen zur Verfügung gestellt. Qualitätsupdates umfassen Sicherheitsupdates sowie zusätzliche wichtige Patches und Erweiterungen – zum Beispiel Treiberaktualisierungen. Über den stetigen Zugang zu aktuellen Sicherheitsupdates und durch schlankere Rollout-Prozesse ist die IT so in der Lage, auch auf zeitkritische Veränderungen der Digitalisierung zu reagieren. Das verändert das Arbeiten in Unternehmen nachhaltig: IT-Infrastruktur und -Anwendungen werden sicherer, flexibler und zeigen sich im Idealfall im Unterhalt kostengünstiger. Gleichzeitig sind Mitarbeiter dazu in der Lage, neue technische Möglichkeiten bereits kurzfristig produktiv einzusetzen.

Darüber hinaus wird die Unternehmens-IT im Rahmen von WaaS bei der Entwicklung von Windows-10-Updates aktiv mit eingebunden. Neue Funktionen für das Betriebssystem werden in der Windows-Insider-Community bereitgestellt – während der Entwicklungsphase über ein Verfahren mit der Bezeichnung "Test-Flighting". So ist die IT genau darüber informiert, welche Funktionen Microsoft entwickelt, kann diese so schnell wie möglich testen und deren Kompatibilität mit vorhanden Firmen-Apps und Infrastrukturkomponenten überprüfen. Nicht zuletzt vereinfacht sich auch die Bereitstellung des Betriebssystems und späterer Updates: Bei der Migration von früheren Windows-Versionen lassen sich mit einem einfachen Upgradeprozess Anwendungen, Einstellungen und Daten automatisch übernehmen.



Seite 1 von 2 Nächste Seite >>
9.01.2019/ln/Jens Kottsieper, Technical Solution Professional Windows Client und Modern Desktop bei Microsoft Deutschland

Nachrichten

BSI ermittelt zu umfangreichem Datenleck [18.01.2019]

Der IT-Sicherheitsforscher Troy Hunt ist auf einen Datensatz mit 87 GByte Umfang gestoßen. Dieser enthält rund 773 Millionen E-Mail-Adressen und 21 Millionen Passwörter im Klartext. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um Daten, die über einen längeren Zeitraum gesammelt wurden und zum Teil älteren Datums sind. Nun wirft auch das BSI einen Blick auf die Informationen. [mehr]

AWS mit eigenem Backupdienst [17.01.2019]

Amazon Web Services hat 'AWS Backup' angekündigt. Mit dem vollständig verwalteten, zentralisierten Backupdienst können Nutzer Daten über AWS-Dienste und lokale Standorte hinweg laut Anbieter schnell und einfach sichern. Ausgangspunkt ist die AWS Management Console. [mehr]

Tipps & Tools

Korrekte Authentifizierung monitoren [20.01.2019]

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann über das Monitoringsystem PRTG die Authentifizierung für die Anmeldung an einer Webseite überwachen. Sobald die Anmeldung fehlschlägt, weil der Benutzername und/oder das Passwort falsch sind, soll der Sensor einen Fehler anzeigen. Es bedarf allerdings einiger Maßnahmen, um zu prüfen, ob die Anmeldeinformationen für eine Webseite korrekt sind. [mehr]

Von Whiteboard in die Cloud [19.01.2019]

Falls Sie im neuen Jahr wichtige Ideen aus Meetings besser im Gedächtnis behalten wollen, kann die Anschaffung des 'Think Board X Smart Whiteboard' sinnvoll sein. Das praktische Gimmick haftet praktisch an jeder beliebigen glatten Oberfläche und fungiert dort als Whiteboard-Tafel. Vor allem erspart es Ihnen aber die lästige Abtipperei vom Flipchart - Inhalte lassen sich einfach mit Hilfe einer App übertragen. [mehr]

Buchbesprechung

IT-Sicherheit

von Prof. Dr. Claudia Eckert

Anzeigen