Fachartikel

Im Test: Flexera AdminStudio

Es gehört zu den vielfältigen Aufgaben der IT-Abteilung, neue Anwendungen auszurollen. Ist das in kleinen Umgebungen noch händisch zu bewältigen, lohnt sich in größeren Umgebungen der Einsatz eines Tools. Mit AdminStudio bietet Flexera ein Programm für die Softwarepaketierung und -bereitstellung an. Eine ausführliche Video-Anleitung unterstützte uns im Test bei der Installation und auch das Erstellen sowie automatische Ausliefern der Softwarepakete verlief geschmeidig.
Mithilfe des Repackager lässt sich eine EXE-Datei in ein verteilbares MSI-Installationsprogramm umwandeln.
Allzu häufig sind Anwender der Meinung, dass sie eine bestimmte Software benötigen, und holen sich diese dann direkt von einer Webseite auf ihren Rechner. Die IT steht dann immer wieder vor dem Problem, diese Programme für die Mitarbeiter in der aktuellen Version bereitzustellen. Nutzer sollten daher alle Anwendungen nur über die IT-Abteilung beziehen. Weiterhin ist es sinnvoll, die benötigte Software neu zu paketieren und alle Applikationen einheitlich und automatisch mit den richtigen Einstellungen im Hintergrund auszurollen.

Wer schon etwas länger in der IT tätig ist, kennt sicher die Software InstallShield. Auch heute werden viele Programmpakete mit einer InstallShield-Routine ausgeliefert. Aus der 1987 veröffentlichten Software ist im Jahr 2000 die erste Version von AdminStudio hervorgegangen. Die Firma InstallShield wurde von Macrovision aufgekauft und firmierte zunächst unter dem Namen Acresso als privates Unternehmen, das 2009 in Flexera Software umbenannt wurde. Das Unternehmen bietet eine ganze Reihe von Produkten an, zu denen auch AdminStudio als sogenannte Application Packing Software Solution gehört. AdminStudio wurde für die Softwarepaketierung und -bereitstellung entwickelt.

Testversion mit Einschränkungen
Flexera AdminStudio steht in einer Standard-, Professional- und Enterprise-Edition bereit. Dabei bietet die Standard-Edition hauptsächlich Möglichkeiten für die Softwarepaketierung, während die anderen Versionen auch mit weitergehenden Verwaltungsmöglichkeiten aufwarten können. Wir haben eine Testversion von AdminStudio heruntergeladen, die der Nutzer nach Angabe einiger persönlicher Daten von der Webseite geliefert bekommt.

Bei der Testversion handelt es sich immer um die Enterprise-Edition. Sie lässt sich nach dem Download und der Installation für 21 Tage nutzen. Flexera hat diese Version allerdings mit einigen Einschränkungen versehen: Nutzer können nur einen Application Catalog (Anwendungskatalog) anlegen, die Unterstützung für die PowerShell funktioniert nicht, es lassen sich höchstens zehn Anwendungspakete in einen Katalog importieren und wenn der Benutzer ein Paket importiert hat, kann er es nicht mehr löschen. Gerade der letzte Punkt ist nach unserer Einschätzung eine unnötige Einschränkung bei einer Teststellung, die vom Anbieter wohl eher unter Marketinggesichtspunkten eingeführt wurde.

Installation mit Video-Unterstützung
Nach dem Herunterladen der Software erhielten wir eine E-Mail mit Links zu Videos, die durch die Installation führen. Eine Liste mit den Voraussetzungen für die Installation erhält der Nutzer ebenfalls im Videoformat. Hier hätte es unserer Meinung nach zwar auch eine einfache PDF-Datei mit den Daten getan, aber insgesamt können wir die Bestrebung von Flexera, den Benutzer bei der Installation zu unterstützen, positiv hervorheben. Wir haben auf die aktuelle Version 2019 gesetzt und, wie von Flexeras Installationsanleitung vorgeschlagen, dabei nur die Express-SQL-Server-Engine, den 260 MByte großen Express Core, installiert.

Fazit
Die Fülle an Funktionen, die Flexera AdminStudio bietet, kann zunächst etwas überwältigend sein. In diesem Zusammenhang hat uns gefallen, dass Flexera neben einer ausführlichen Dokumentation auch ein umfangreiches Angebot an Videomaterial für die Inbetriebnahme und den Einsatz der Software bereitstellt. Allerdings stehen all diese Unterlagen ausschließlich in englischer Sprache zur Verfügung. Zudem wäre es an der Zeit, die Lernvideos einmal auf den neuesten Stand zu bringen, da sie eine ältere Oberfläche zeigen, in der der Zugriff auf die einzelnen Komponenten etwas anders geregelt ist als in der aktuellen Version.

Sehr mächtig ist ohne Zweifel das neue Feature für die Automatisierung, dessen weitgehenden Möglichkeiten wir für diesen Bericht nur kurz anreißen konnten. Besonders beeindruckend ist zudem die große Palette der Distributionssysteme, mit denen die Software zusammenarbeiten kann. Mit AdminStudio lassen sich unter anderem auch Pakete für Microsofts AppV-Server zusammenstellen.

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 12/2020 ab Seite 20.
30.11.2020/jm/ln/Frank-Michael Schlede und Thomas Bär

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