Fachartikel

Wie KI das Rechenzentrum umgestaltet

Je mehr Daten wir erstellen, desto wichtiger wird das Datenzentrum. In den letzten zehn Jahren hat der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens die Art und Weise verändert, wie Unternehmen mit Daten umgehen. Um eine groß angelegte Datenerhebung und -analyse im ganzen Unternehmen effektiv umzusetzen, müssen Organisationen deshalb eine einheitliche Infrastruktur aufbauen, die sich mit KI-Projekten befasst. Der Beitrag skizziert, wie der Aufstieg der KI das Rechenzentrum prägt.
Die zunehmende Verbreitung Künstlicher Intelligenz hat auch Auswirkungen aufs Rechenzenrum.
Da Geräte immer stärker miteinander verbunden sind, bewegen wir uns auf ein Zeitalter der eingebetteten Intelligenz zu. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Geräte innerhalb desselben Ökosystems miteinander kommunizieren und auf Daten in der Cloud, am Rand und im Kern zugreifen können.

Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, die eine gemeinsame Sprache zur Kommunikation benötigen, unabhängig vom Autohersteller. Die Sicherheit des autonomen Fahrens hängt von einem Ökosystem aus intelligenten Verkehrssignalen, straßenseitigen Einheiten und Fußgängerwarnungen ab. Standardisierung und Interoperabilität sind daher von zentraler Bedeutung. Letztendlich wird dies die Integration und den Einsatz eines KI/ML-Ökosystems an den Rändern wesentlich erleichtern.

Automatisieren wo immer es möglich ist
Laut IDC wurden im vergangenen Jahr weltweit mehr als 59 Zettabytes (ZB) an Daten erstellt, erfasst, kopiert und konsumiert. Für IT-Teams, die sich inmitten dieser Datenexplosion und der Komplexität der unterschiedlichen Arbeitsbelastungen über Wasser halten wollen, ist Automatisierung für den Erfolg unerlässlich.

Einerseits ist die Automatisierung eine Möglichkeit, die IT-Mitarbeiter zu entlasten und ihre Zeit für wichtigere Projekte freizusetzen. Automatisierung ist aber auch der Schlüssel, um die KI dabei zu unterstützen, mehr Funktionen im Rechenzentrum zu übernehmen. Aufgaben, die eine enge menschliche Interaktion erfordern, fallen weg. Die Automatisierung hilft den Rechenzentren, den Weg zur KI zu gehen und von der reaktiven zur präventiven und schließlich vorausschauenden Arbeitsweise zu wechseln.

Effizienzsteigerung mit KI-Chips
Die Verwendung von Allzweck-Chips für groß angelegte KI-Prozesse kann unverschämt teuer sein. Da die KI so enorme Rechenleistung erfordert, entscheiden sich viele Unternehmen für spezialisierte KI-Chips. Diese sollen komplexe mathematische und rechnerische Aufgaben effizienter ausführen. Da die meisten KI-Anwendungsfälle heute sehr eng gefasst sind, lassen sich KI-Chips für eine bestimmte Aufgabe wie Mustererkennung, Verarbeitung natürlicher Sprache, Netzwerksicherheit, Robotik und/oder Automatisierung konfigurieren.

Mit zunehmendem Reifegrad der KI werden sich nicht nur die Fähigkeiten erweitern, sondern auch die Kosten für die Implementierung senken. Dieser Trend wird mit der RISC-V-Initiative und anderen Open-Source-Technologien noch weiter voranschreiten und die Hürden für speziell entwickelte Bausteine senken – damit sich diese wie nie zuvor auf Effizienz, Leistung und Skalierbarkeit konzentrieren können.
Überbrücken der Qualifikationslücke
Die Qualifikationslücke in der Datenwissenschaft sowie das exponentielle Wachstum der Arbeitsbelastung beim maschinellen Lernen bedeuten, dass es einfach nicht genügend Datenwissenschaftler auf der Welt gibt, um diese Datenexplosion zu bewältigen.

Um diese Lücke zu schließen und den Bedarf an menschlichem Input zu reduzieren gilt es, die KI-Technologie für Menschen mit anderen Fähigkeiten im gesamten Unternehmen zugänglicher zu machen. Durch die Erweiterung vorhandener Tools und den Aufbau einer Selbstbedienungsplattform sollen auch Personen ohne vorherige Schulung in der Lage sein, vorausschauende, KI-basierte Analysen zu erstellen. Bis zu einem gewissen Grad sollte jeder in einer Organisation in der Lage sein, die grundlegende Rolle des Datenwissenschaftlers zu übernehmen.

Die Zukunft der Datenzentren
Da die Datenmenge wächst und sich die Anwendungen immer komplexer und vielfältiger gestalten, sucht das Rechenzentrum verzweifelt nach Effizienzsteigerungen. Einige gehen so weit zu sagen, dass viele Rechenzentren ohne KI weder wirtschaftlich noch betrieblich lebensfähig sein werden. KI-Tools tragen unter anderem dazu bei, die Ressourcen- und Dienstbereitstellung, die Kühlung und Energieoptimierung zu verbessern und mehr Cyber-Bedrohungen zu erkennen.

Fazit
Die Technologie hinter der KI erweckt Daten zum Leben. Es ist entscheidend, dass das größere Rechenzentrum diese Prozesse effizient unterstützen kann. Mit der fortschreitenden Entwicklung der KI und dem immer schnelleren Datenwachstum nutzen viele Unternehmen die Vorteile eingebetteter Intelligenz, maßgeschneiderter KI-Chips und Automatisierung, um den Datenanalyseprozess weiter zu verbessern. Letztendlich werden die erfolgreichsten Rechenzentren die KI-Fähigkeiten in den meisten Betrieben strategisch einsetzen und eine intelligentere, hocheffiziente und flexible Infrastruktur aufbauen.
20.01.2021/ln/Davide Villa, Business Development Director EMEAI bei Western Digital

Nachrichten

Cloudumgebungen zunehmend im Visier [1.03.2021]

Der neue Threat Trends Report des Varonis Forensik-Teams zeigt die aktuellen Bedrohungen für Unternehmen und Organisationen auf. Die Ergebnisse basieren dabei auf durchgeführten Vorfallsreaktionen, forensischen Untersuchungen und Reverse Engineering von Malware und zeigen eine große Bandbreite an Techniken und Zielen auf: So verdreifachten sich im Vergleich zum Ende des Jahres 2020 Cloudangriffe von neun auf gegenwärtig 29 Prozent. [mehr]

Heimarbeit bietet Vorteile [26.02.2021]

Laut einer aktuellen Umfrage ist Home Office auf dem Vormarsch. 46 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei einem Jobwechsel nur eine Stelle annehmen würden, die Heimarbeit oder flexible Arbeitsoptionen bietet. Mehr als die Hälfte wünschten sich ein gesetzlich verankertes Recht auf Home Office und Remote-Arbeit. 71 Prozent waren überzeugt, dass flexible Arbeitsmodelle auch nach der Pandemie häufiger vorkommen würden. [mehr]

Tipps & Tools

Sicherheitslücken in VMware ESXi und vSphere Client [2.03.2021]

Kürzlich wurden drei Schwachstellen in VMware ESXi und vSphere Web-Client entdeckt. Ein böswilliger Akteur mit Netzwerkzugriff auf Port 427 beziehungsweise Port 443 könnte die Sicherheitslücken nutzen, um Code auf dem vCenter-Server-Betriebssystem auszuführen oder Informationen durch eine POST-Anfrage abzugreifen. Es seien bereits Updates verfügbar, um die Schwachstellen in den betroffenen VMware-Produkten zu beheben. [mehr]

Jetzt noch buchen: "Office 365 bereitstellen und absichern" [1.03.2021]

Die Clouddienste von Office 365 vereinfachen die Bereitstellung der Office-Applikationen für die Anwender und sparen Lizenzgebühren. Doch auf den Admin kommen ganz neue Aufgaben zu, die unser dreitägiges Intensiv-Seminar "Office 365 bereitstellen und absichern" praxisnah adressiert. So widmen wir uns neben der Auswahl der geeigneten Lizenzform der Vorbereitung der Infrastruktur und zeigen die Verwaltung und Absicherung von Exchange und SharePoint Online sowie MS Teams. Für die Online-Veranstaltung im März sind nur noch zwei Plätze frei, buchen Sie daher schnell. [mehr]

Buchbesprechung

Computernetze und Internet of Things

von Patrick-Benjamin Bök, Andreas Noack, Marcel Müller

Anzeigen