Fachartikel

Hardware für Virtualisierungsprojekte planen (1)

Bei der Planung der Hardware für ein Virtualisierungsprojekt steht der IT-Verantwortliche vor einem großen Berg an Lösungen, Anbietern und unterschiedlichen Techniken. Neben einem Überblick der Komponentenvielfalt schauen wir auch auf hyperkonvergente Systeme, in denen Virtualisierung und Storage miteinander verschmelzen. Im ersten Teil geht es darum, was Sie beim Herstellersupport beachten sollten und was die Vorteile von identischer Hardware sind.
Die passende Hardware ist auch bei Virualisierungsprojekten mehr als nur die Summe der einzelnen Teile.
Unternehmen können mittlerweile von unzählig vielen Anbietern und Distributoren Serversysteme kaufen. Das Spektrum erstreckt sich von großen und bekannten Namen wie HPE, Dell EMC, Fujitsu und so weiter über Hersteller von Systemen mit speziellen Anforderungen, zum Beispiel vollständige Container-Lösungen (wir reden hier nicht von Container-Technologie wie Docker oder Kubernetes, sondern wirklich über Schiffscontainer aus Metall) für den Outdoor-Einsatz im Ausland bis hin zu Systemen, die häufig als Hausmarke oder als gelabeltes System angeboten werden.

Auf passenden Support achten
Grund genug, diese Möglichkeiten einmal im Detail zu beleuchten: Nach unserer Erfahrung ist es bei einem Virtualisierungsprojekt im KMU-Umfeld fast immer so, dass die Hardware im hauseigenen EDV-Raum beziehungsweise in einem Rechenzentrum steht und das Unternehmen diese selbst betreibt. Unsere Empfehlung lautet in solchen Projekte fast immer, die Server von einem Hersteller zu beziehen, bei dem das komplette Gerät aus einer Hand kommt und der auch einen vollständigen Support für dieses Gerät anbietet. Geht etwas in dem Gerät kaputt oder fällt das komplette System aufgrund von Hardwaredefekten aus, muss der Hersteller für einen Austausch der defekten Komponente sorgen.

Solch einen Service gibt es mit Reaktionszeiten am nächsten Werktag bis hin zu zwei Stunden Vor-Ort-Service rund um die Uhr. Das Level der Supportverträge hängt davon ab, wie wichtig die Systeme sind, wie viel Kosten ein möglicher Ausfall erzeugt und natürlich wie teuer der Support angeboten wird. Hier sollten Sie schauen, über welchen Zeitraum Sie die Server betreiben wollen. Die Dauer der Wartung sollte mindestens so lange eingekauft werden wie die geplante Betriebsdauer, wenn nicht sogar noch länger.

Planen Sie einen Betrieb von fünf Jahren, empfiehlt sich eine Wartungsdauer von sechs Jahren. Viele Migrationsprojekte werden zu spät gestartet oder dauern ungeplant länger als erwartet. Es ist immer sehr ärgerlich, wenn während einer geplanten Migration eine Komponente (oder sogar der gesamte Server) ausfällt und das System seit kurzer Zeit nicht mehr in aktiver Wartung ist. Hinzu kommt, dass viele Server mittlerweile so leistungsstark sind, dass sie auch nach Ablauf der Betriebsdauer und der Migration aus dem Produktionsbetrieb weiter laufen können: Sei es als sekundärer Cluster, als Ziel für Replikationen oder als Demo-Cluster für Workshops oder die Auszubildenden.

Der direkte Kauf von sechs Jahren Wartung ist meinst deutlich günstiger als eine nachträgliche Verlängerung. Je älter ein System ist, desto teurer wird die Verlängerung der Wartung bis hin zu dem Moment, an dem keine Wartung mehr abgeschlossen werden kann, weil das Modell zu alt ist. Besitzen Sie direkt einen Vertrag über den gesamten Zeitraum, ist der Hersteller in der Verantwortung, sollte es zu Ausfällen oder Problemen kommen.
Best Practice: Identische Systeme
Ein weiterer Vorteil beim Kauf von Serversystemen aus einer Hand ist eine reduzierte Wahrscheinlichkeit von Inkompatibilitäten oder Problemen mit Hardwarekomponenten unterschiedlicher Hersteller. Nehmen wir als Beispiel einen R740-Server der Firma Dell EMC oder einen HPE DL380 Gen10. Diese Modelle werden millionenfach gebaut und laufen überall auf der Welt für die unterschiedlichsten Kunden und Anforderungen. Diese enorme Stückzahl erlaubt es, mögliche Fehler in Hard- oder Softwareform viel besser und schneller zu finden als bei einer Stückzahl von wenigen Tausend Geräten.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die großen Hersteller Ihnen über Jahre hinweg aktuelle Treiber, Firmware, BIOS/UEFI-Firmware Updates und Software bereitstellen, um Fehler zu beheben und Sicherheitslücken zu schließen. Hier hat jeder Hersteller neben einem reinen Download der Dateien auch noch eine Möglichkeit geschaffen, um Software, Treiber und Firmware zentral verwalten. In kleineren Umgebungen können Sie sich auf einen Bare-Metal-Controller per Netzwerk aufschalten, mit dem Sie einen Überblick über die Hardware bekommen. In solch einem Controller können Sie eine Inventarisierung des aktuellen Stands vornehmen und diesen mit einem Online-Katalog des Herstellers abgleichen. Werden unterschiedliche Versionen festgestellt, kann hier sofort der Download und die Installation der neuen Pakete durchgeführt werden.



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1.03.2021/jp/ln/Jan Kappen

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