Fachartikel

Im Test: tripunkt Pathfinder Suite 3.5

Die Dokumentation der IT-Infrastruktur ist eine oft ungeliebte und eher lästige Angelegenheit. Mit zunehmender Größe und Komplexität einer Umgebung wird diese aber zunehmend unverzichtbar. Leichter gelingt das mit einer darauf zugeschnittenen Software wie Pathfinder, die mit mehr Produktivität und Zeitersparnis im IT-Alltag wirbt.
Bei der Zuordnung von Festplatten oder SSDs zu einem Server schlägt Pathfinder Modelle mehrerer Hersteller vor.
Seit 20 Jahren entwickelt die Firma tripunkt die Softwaresuite Pathfinder. Sie besteht aus einem Basispaket und mehreren Zusatzmodulen. Das Produkt unterstützt vor allem Netzwerkteams und ITK-Experten bei der Dokumentation und Verwaltung kleiner und großer Netzwerke sowie Rechenzentren. Bei der funktionalen Einordung der Suite ist es wichtig, zu wissen, dass es sich bei Pathfinder um ein Dokumentationswerkzeug handelt, um beispielsweise Visio-Pläne oder auch Excel-Listen zu ersetzen.

Es ist kein Tool, um automatisch durch eine Inventarisierung die Netzwerklogik zu erfassen, auch wenn es möglich ist, sich aus der Software heraus auf einzelne Systeme aufzuschalten oder IP-Subnetze zu scannen. Dafür erlaubt Pathfinder nicht nur die Dokumentation des Netzwerks, sondern aller Verbindungen wie Telefonie, Audio/Video, Brandmelder und die Stromverteilung durch ein umfassendes Kabelmanagement.

Zentrale Datenbank steht im Mittelpunkt
Pathfinder ist eine klassische On-Premises-Software, die unter Windows läuft. Das Herz ist eine zentrale Datenbank, in der alle Informationen lagern und auf die ein oder mehrere Clients parallel zugreifen können, sodass das System mehrbenutzerfähig ist. Bei der Datenbank werden mehrere Anbieter (siehe Produktkasten) unterstützt, sodass der Nutzer eine DB wählen kann, die er bereits kennt oder anderweitig nutzt oder die kostengünstig ist. Pathfinder selbst wird anhand der gleichzeitigen Benutzer (concurrent user) lizenziert. Für einen Einstieg und einen ersten Test ist es recht hilfreich, dass der Hersteller eine voll funktionsfähige Demoversion anbietet, die mit Beispieldaten gefüllt ist, die auch wir nutzten.

Neben dem Client gibt es als Zusatzmodul noch eine App für Android und iOS, um auch mobil auf die Datenbank zugreifen zu können. Diese App wiederum lädt die Informationen für einen Offlinebetrieb herunter, sodass beispielsweise in einem RZ ohne Mobilfunkempfang trotzdem ein Arbeiten mit der App möglich ist.

Fazit
Pathfinder übernimmt die Dokumentation des Rechenzentrums und der sonstigen IT-Infrastruktur. Dabei unterstützt das Tool vor allem beim Kabelmanagement, indem es die strukturierte Verkabelung für Netzwerk, Stromversorgung, Telefonie, Audio/ Video und Brandmelde- sowie Anlagensteuerung übersichtlich abbildet. Gut gefallen hat uns die Möglichkeit zum parallelen und seriellen Patchen, um viele parallele Verbindungen oder auch eine längere, aus mehreren Abschnitten bestehende mit wenigen Befehlen erfassen zu können.

Eine vom Hersteller laufend gepflegte Gerätebibliothek mit über 15.000 Einträgen liefert die Vorlagen für die zu dokumentierenden Geräte inklusive der wiederum darin eingebauten Komponenten, um so ein exaktes Abbild mit allen benötigten Anschlüssen zu erhalten. Vermisst haben wir hier nur die Möglichkeit, Geräte inklusive enthaltener Komponenten für eine mehrfache Verwendung als Templates zu speichern. Hier muss der Administrator sich damit behelfen, dass er ein Gerät mit seinen Komponenten bestückt dokumentiert und dann entsprechend mehrfach kopiert. Gut gefallen hat uns die Visualisierung, die es erlaubt, auch große auf mehrere Standorte und Gebäude verteilte Installationen übersichtlich abzubilden.

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 01/2022 ab Seite 14.
3.01.2022/jp/ln/Jürgen Heyer

Nachrichten

In eigener Sache: Trauer um Marc Grote [26.01.2022]

Kürzlich musste die Redaktion leider vom unerwarteten Tod Marc Grotes erfahren, einem langjährigen Stammautor des IT-Administrator. Wir sind sehr bestürzt und traurig über diese Nachricht und verlieren mit Marc Grote einen freien Mitarbeiter, der uns bereits seit den frühen Anfängen des Magazins im Jahr 2006 zuverlässig begleitet hat. [mehr]

Schritte zur Ransomware-Abwehr [26.01.2022]

Die Ransomware-Gefahr von Datenbeständen und Netzwerken in Unternehmen und Organisationen wächst – mit weitreichenden bis verheerenden Folgen für die Betroffenen, wenn ein solcher Angriff erfolgreich verläuft. BlackBerry hat mit dem Prevention First-Ansatz eine Methode entwickelt, um Hackerangriffe durch den Einsatz von KI präventiv zu verhindern. Die Experten für IT-Sicherheit fassen in drei Tipps zusammen, wie sich Unternehmen wirksam gegen Data Leaks wehren können. [mehr]

Tipps & Tools

Mehr Cloudsicherheit durch Zero-Trust-Segmentierung [27.01.2022]

Immer neue erfolgreiche Ransomware-Attacken lassen nicht zuletzt angesichts des oft enormen materiellen Schadens aufhorchen, den ihre Opfer erleiden – und der sich für die betroffenen Organisationen bis zur Überlebensfrage ausweiten kann. Eine junge Verteidigungsstrategie gegen die Erpresser ist die Zero-Trust-Segmentierung, die unser Fachartikel vorstellt. Dabei erfahren Sie unter auch, wie es die Mikrosegmentierung im Zusammenspiel mit einer Livekarte vermag, den modernen Cybergefahren mehr Granularität und Flexibilität entgegenzusetzen, als das die traditionellen Werkzeuge schaffen. [mehr]

Download der Woche: Optimizer [26.01.2022]

Wer sein Windows-System absichern und/oder optimieren möchte, dem bieten die Bordmittel des OS theoretisch einige Stellschrauben – praktisch allerdings oft genug recht versteckt oder beispielsweise aufgrund von IT-Policies schwierig beziehungsweise gar nicht zu bedienen. Als Alternative hat sich das kostenfreie Tool "Optimizer" auf die Fahnen geschrieben, Optionen zur Systemsicherheits und -verbesserung für das OS aus Redmond wesentlich einfacher umzusetzen. [mehr]

Buchbesprechung

Datenschutz im Unternehmen

von Michael Wächter

Anzeigen