Fachartikel

Anwenderbericht: Lifecycle-Management bei JUMO - 800 Rechner neu erfasst

Der Wechsel von einer Lifecycle-Management-Lösung auf eine andere fällt Unternehmen, die mehr als 800 PC-Clients in Betrieb haben, normalerweise nicht leicht. Das weiß auch Stefan Schmitt zu berichten, der IT-Gruppenleiter von JUMO, einem Hersteller von Mess- und Regeltechnik mit Hauptsitz in Fulda. Dennoch migrierte das Unternehmen im letzten Jahr auf Empirum, die Lifecycle-Management-Software von matrix42.
Das Unternehmen JUMO stellt Mess- und Regeltechnik her. Bei seinem Client-Management setzt der Hersteller aus Fulda dabei Empirum von matrix42 ein. (Quelle: JUMO)
Das 1948 gegründete Unternehmen JUMO, dessen Namen der Gründer Moritz Kurt Juchheim von seinem Nach- und Vornamen abgeleitet hat, stellt Technik für die Bereiche Messen, Regeln, Registrieren und Analysieren her. JUMO nutzte bis zu jener Zeit Symantec Livestate zur Verwaltung der unternehmenseigenen Hard- und Software. Mitte 2007 änderte sich plötzlich die Situation für das Fuldaer Unternehmen und für eine Vielzahl von anderen Livestate-Anwendern: Symantec kaufte Altiris. Mit der Übernahme gab der Software-Anbieter seine Produktlinie zugunsten der Managementsuite Altiris auf. Auch der Support für die von JUMO genutzte Software wurde damit schon bald eingestellt und Stefan Schmitt sah sich gezwungen, schnell zu handeln.

Den Kosten- und Zeitaufwand so gering wie möglich zu halten, war dabei stets die Prämisse der IT-Administratoren des Unternehmens. Das bisherige System wies in dieser Hinsicht erhebliche Lücken auf. Stefan Schmitt erläutert: "Wir mussten handeln. Bereits auf der CeBIT 2006 habe ich matrix42 und deren Entwicklungen kennengelernt. Schon damals haben mich die Funktionen beeindruckt. 2007 war es dann Grund genug, um sich Empirum mal näher anzuschauen." Der Kontakt zwischen Schmitt und dem matrix42-Partner DSP war schnell hergestellt. Die DSP IT Service GmbH mit Sitz in Bad Homburg ist ein Beratungs- und Serviceunternehmen mit Fokus auf IT-spezifische Geschäftsprozesse und ist spezialisiert auf die Integration von Empirum.

Mit dem Ziel, alle bestehenden PC-Clients in eine von Fulda aus zentral verwaltbare Lifecycle-Management-Lösung zu integrieren, ging das Projektteam, bestehend aus JUMO- und DSP-Mitarbeitern, zu Werke. "Wir hatten uns für das Projekt sieben Tage vorgenommen und haben es auch in dieser Zeit geschafft. Während dessen haben wir sogar noch die Mitarbeiter geschult", erinnert sich Andreas Sauerwein, Systems Engineer und zertifizierter Empirum Consultant bei DSP. "Nach der Implementierung von Empirum können die Administratoren nun inventarisieren, Software verteilen oder automatisierte Betriebsysteminstallationen durchführen." Ein wesentliches Standbein der IT-Infrastruktur bei JUMO bilden dabei die Novell Netware-Server, die in erster Linie Fileservices übernehmen. Die zentrale Authentifizierung und Autorisierung von Computern und Benutzern im Unternehmen erfolgt über den Netware Directory Service von Novell – nicht über einen herkömmlichen Active Directory-Verzeichnisdienst.

Rollout im laufenden Betrieb

Den Rollout führte das Projekt-Team während des Tagesbetriebs durch. Die alten Livestate Delivery-Agenten wurden zunächst beibehalten – parallel dazu installierte das JUMO-IT-Team die neuen Empirum-Agenten. "Das war überhaupt kein Problem", erinnert sich Ralf Radziejewski, einer der drei IT-Administratoren bei JUMO. "Sobald Empirum lief, konnten wir die alten Agenten deinstallieren und somit haben wir uns von der ausgedienten Lösung verabschiedet." Zunächst wurden alle 800 Clients in die PC-Lifecycle-Management-Umgebung eingebunden. Der Rollout in den ausländischen Standorten ist bereits geplant. Nun kennzeichnet eine Dreiteilung die JUMO-IT-Infrastruktur, bestehend aus dem SQL-Datenbank-Server, dem Empirum-Dienste-Server und dem Depot. Ablage und Anwendungen wurden damit getrennt voneinander auf verschiedenen Systemen installiert. Das Depot befindet sich zum Beispiel auf einem NAS-Dateiserver.

"Mit Empirum sind wir nun sehr flexibel und schnell zugleich. Wir können von einem zentralen Punkt aus alles steuern und verwalten. Der Mobile-Agent ermöglicht uns beispielsweise jetzt auch die problemlose Unterstützung der Mitarbeiter, die im Home Office arbeiten. Vorher war es erheblich komplizierter. Die Kollegen mussten bei Neuinstallationen oder Software-Problemen immer zu uns nach Fulda kommen. Ein immenser Aufwand, wenn man eigentlich nur eine Reparatur oder Installation von wenigen Minuten hatte", erläutert Radziejewski. Für 2008 sieht der IT-Plan von Schmitt und seinem Team weitere Aktivitäten in Sachen Software-Verteilung vor. "Für unsere Außendienstmitarbeiter, die die von JUMO hergestellten Regler mit den dafür eigens entwickelten Softwareapplikationen auf den Messen präsentieren, müssen wir Pakete für Ihre Notebooks schnüren. Das sind mehr als 30 Anwendungen, die wir dann via Empirum verteilen."

Blick nach vorn

Auf die Frage, was die IT-Zukunft bringt, weiß Radziejewski einiges zu berichten: "Wir haben soeben Lotus Notes 7.03 in unserer Zentrale in Fulda erfolgreich eingeführt. Eine runde Sache, denn mit Empirum sind wir beweglich wie nie zuvor. Die Lifecycle-Management-Lösung ist so gut skalierbar, dass man fast von einer eigenen Entwicklungsumgebung sprechen kann. Wir können Empirum auf unsere Bedürfnisse anpassen und benötigen bei einer Installation nur die Hälfte der Zeit, die wir vorher mit der alten Software brauchten. Außerdem besuchen wir regelmäßig Schulungen von matrix42. So sind wir immer auf dem aktuellsten Stand bezüglich der Neuentwicklungen und lernen stets dazu. Ein großer Vorteil bei matrix42: Wir diskutieren direkt mit den Entwicklern über Problem- und Fragestellungen." Mit der bereits erfolgreich in diesem Jahr durchgeführten Migration auf Empirum 2008 kann sich JUMO und das Team auf eine langfristige und überaus flexible Beziehung freuen, die auch für die Zukunft interessante Entwicklungen bereit hält.

Auch Schmitt weiß, dass sich der Umstieg in zweierlei Hinsicht gelohnt hat: "Wir haben uns nicht abhängig gemacht und die neue Software ist deutlich effektiver, denn die Installationszeiten haben sich erheblich verkürzt." Die "Turnschuh-Administration" wurde bereits vor Jahren unter IT-Experten zum geflügelten Wort. Der saloppe Begriff bezeichnet einen unglücklichen Umstand, den Radziejewski sowie Markus Montag, ebenfalls Systemadministrator bei JUMO, sehr gut zu erklären wissen: "Mit unserer damaligen Software ging so einiges nicht. Wir hatten unter anderem Probleme bei der Softwareverteilung und beim Patchmanagement. Zudem war die Fehlerquote bei der Paketierung immer recht hoch. Und dazu kam dann noch der mangelnde Produktsupport. Mit der Aussicht auf ein anderes Produkt umsteigen zu müssen, entschieden wir sofort, eine neue geeignetere Software für unsere Erfordernisse zu suchen."
28.08.2008/Sven Humann / dr

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