Cloudsicherheit: Google schließt Wiz-Übernahme ab
Angreifer werden schneller, KI macht sie noch gefährlicher – und Google zieht jetzt eine der meistgenutzten Cloud-Sicherheitsplattformen der Welt ins eigene Lager. Wiz bleibt dabei bewusst plattformunabhängig: Die Dienste sollen weiterhin auf AWS, Azure und Oracle Cloud funktionieren und richten sich ausdrücklich auch an Unternehmen, die keine eigene Sicherheitsabteilung aufbauen können.
Google hat die vor einem Jahr angekündigte und rund 32 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des Cloud-Sicherheitsunternehmens Wiz abgeschlossen. Der New Yorker Anbieter wird künftig Teil von Google Cloud, behält aber seinen Markennamen und soll weiterhin Kunden auf allen großen Cloud-Plattformen absichern – einschließlich der Konkurrenz.
Hintergrund der Transaktion ist der wachsende Druck auf Unternehmen und Behörden, ihre zunehmend cloudbasierten Infrastrukturen gegen Cyberangriffe zu schützen. Laut Google nutzen Angreifer inzwischen selbst KI-Werkzeuge, um Attacken schneller und gezielter durchzuführen. Wiz bietet eine Sicherheitsplattform, die Code, Cloudumgebungen und laufende Systeme in einem gemeinsamen Kontext zusammenführt und nach eigenen Angaben von der Hälfte der Fortune-100-Unternehmen genutzt wird – darunter BMW, Morgan Stanley und Salesforce.
Weiterhin offene Plattform
Beide Unternehmen wollen ihre Stärken kombinieren: Wiz bringt tiefes Fachwissen über Cloud- und Code-Umgebungen mit, Google Cloud steuert KI-gestützte Bedrohungsanalyse und Security-Operations-Werkzeuge bei. Das Ziel ist eine einheitliche Sicherheitsplattform, die Bedrohungen schneller erkennt, abwehrt und darauf reagiert – und dabei auch KI-Modelle selbst als Angriffsziel im Blick behält.
Ein zentrales Versprechen der Übernahme ist die Offenheit der Plattform. Wiz-Produkte sollen weiterhin auf Amazon Web Services, Microsoft Azure, Oracle Cloud und Google Cloud Platform verfügbar bleiben. Google Cloud-Chef Thomas Kurian formulierte das Ziel so: Sicherheit solle ein "Katalysator für Innovation" werden, kein Hindernis. Wiz-Mitgründer und CEO Assaf Rappaport betonte, man bleibe dem plattformübergreifenden Ansatz verpflichtet.
Auch KMU als Zielgruppe
Neben Großunternehmen und Behörden nennt Google ausdrücklich auch kleine Firmen als Zielgruppe – also jene, die oft weder die Ressourcen noch das Fachwissen haben, sich gegen komplexe Cyberangriffe zu wappnen. Ob die kombinierte Plattform diesen Anspruch in der Praxis einlösen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Die Cloud-Sicherheitsbranche beobachtet den Zusammenschluss der beiden Schwergewichte mit Spannung.