Hetzner dreht an der Preisschraube

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Hetzner dreht an der Preisschraube

23.02.2026 - 13:31
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Hetzner, bisher bekannt für sein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis, zieht die Kostenschraube an: Ab April 2026 werden Cloudserver, Dedicated Server und Storage-Produkte teurer – und zwar zum Teil deutlich. Der Hintergrund sollen gestiegene Betriebs- und Hardwarekosten sein. Die Erhöhungen gelten für Neu- wie Bestandskunden.

Der deutsche Webhoster und Rechenzentrumsbetreiber Hetzner Online kündigt eine umfassende Preisanpassung für sein gesamtes Produktportfolio an. Ab dem 1. April 2026 steigen die Kosten für Cloudserver, Dedicated Server, Load Balancer und Storage-Produkte an allen weltweiten Standorten. Betroffen sind sowohl Neubestellungen als auch bestehende Kundenkonfigurationen. Für Bestellungen, die vor dem Stichtag aufgegeben, aber erst danach bereitgestellt werden, gelten ebenfalls bereits die neuen Konditionen.

Kosten für Hardware und Betrieb

Als Begründung nennt Hetzner stark gestiegene Betriebskosten für die eigene Infrastruktur sowie höhere Beschaffungskosten für neue Hardware, was nicht zuletzt auch mit den stark gestiegenen RAM- und SSD-Preisen zusammenhängen dürfte. Das Unternehmen betont, Preiserhöhungen durch interne Optimierungsmaßnahmen möglichst lange aufgeschoben zu haben. Nun sei eine Weitergabe der Mehrbelastungen jedoch unvermeidbar, um das bisherige Qualitätsniveau aufrechterhalten zu können.

Die Preissteigerungen im Cloudbereich fallen je nach Produkt und Standort unterschiedlich stark aus. Für den deutschen und finnischen Markt verteuern sich die günstigsten Einstiegsmodelle wie der CX11 oder CAX11 von 3,92 Euro auf 5,34 Euro pro Monat, was einem Anstieg von rund 36 Prozent entspricht. Leistungsstärkere Instanzen wie der CCX63 klettern von 342,71 Euro auf 445,64 Euro monatlich.

Ähnliche prozentuale Steigerungen gelten für die US-amerikanischen und Singapurer Standorte, wobei das Preisniveau dort generell höher liegt. Volumes und Snapshots werden ebenfalls teurer: Der Volumepreis steigt von 0,0524 auf 0,0681 Euro, Snapshots von 0,0131 auf 0,0170 Euro pro Stunde.

Teils heftige Preiserhöhungen

Im Dedicated-Server-Segment zeigt sich ein gemischtes Bild. Während sich einfachere Modelle wie der AX41-NVMe in Deutschland mit einem Plus von rund 3 Prozent vergleichsweise moderat verteuern, verzeichnen leistungsstarke Konfigurationen teils deutlich höhere Aufschläge. Der GEX131 mit 768 GByte RAM springt in Deutschland von 1414 Euro auf 2115 Euro monatlich, ein Anstieg von knapp 50 Prozent. Auch die Server-Börse, über die gebrauchte Serverkonfigurationen angeboten werden, ist betroffen: Alle dort angebotenen Systeme werden pauschal um drei Prozent teurer.

Hetzner gilt im europäischen Markt als einer der Anbieter mit besonders wettbewerbsfähigen Preisen, weshalb die Ankündigung in der Nutzer-Community für erhebliche Aufmerksamkeit sorgen dürfte. Für viele Kleinunternehmen, Entwickler und Agenturen, die Hetzner-Infrastruktur intensiv nutzen, bedeutet die Anpassung spürbar höhere monatliche Betriebskosten.