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Sicherheit hinter der Tür
HID stellt mit dem "M1 Transparent Gateway" ein Modul für Zutrittskontrollsysteme vor, das sicherheitskritische Verschlüsselungsprozesse in einen geschützten Technikbereich verlagert. Damit sollen sich neue regulatorische Anforderungen in Hochsicherheitsumgebungen erfüllen lassen, ohne bestehende Steuerungen, Lesegeräte oder Ausweise austauschen zu müssen.
Mit dem "M1 Transparent Gateway" adressiert HID regulatorische Vorgaben, die in mehreren europäischen Ländern für Hochsicherheitsbereiche gelten. Diese verlangen bei sogenannten transparenten Architekturen, dass kryptografische Operationen der Zutrittskontrolle nicht in frei zugänglichen Perimeter-Lesern, sondern in physisch gesicherten Bereichen ausgeführt werden. Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI schreibt diesen Ansatz im Rahmen ihrer CSPN-Zertifizierung bereits vor, weitere Staaten prüfen vergleichbare Regelwerke.
Technisch wird das M1 Transparent Gateway zwischen bestehende OSDP-Controller (Open Supervised Device Protocol) und kompatible Leser installiert. Es übernimmt sämtliche kryptografischen Operationen und führt sie in einem geschützten Bereich aus, während die Kommunikation zwischen Controller und PACS-Software unverändert bleibt. Ein Hauptknoten unterstützt laut Hersteller bis zu acht transparente HID-Signo-Lesegeräte. Ein separates Sicherheitsmodul speichert die kryptografischen Schlüssel; die Verwaltung erfolgt zentral über den HID Linq Key Manager. Das Gateway ist mit OSDP-Controllern kompatibel.
Die Implementierung kann schrittweise erfolgen, sodass sich einzelne Türen gezielt auf eine transparente Architektur umstellt lassen, ohne das Gesamtsystem auszutauschen. Bestehende MIFARE-DESFire-Karten und kompatible Leser sind weiterverwendbar, zusätzliche Softwareanpassungen laut HID nicht erforderlich. Ein integrierter, KI-fähiger Prozessor soll künftige sicherheitsrelevante Funktionen unterstützen; Softwareupdates ermöglichen Anpassungen an neue regulatorische oder technische Anforderungen.