Quanten- trifft Supercomputing

Lesezeit
weniger als
1 Minute
Bis jetzt gelesen

Quanten- trifft Supercomputing

23.09.2025 - 07:00
Veröffentlicht in:

Quantencomputer gelten als künftige Beschleuniger für spezielle Rechenaufgaben, klassische Hochleistungsrechner bleiben aber unverzichtbar. Forscher der TU München haben nun ein hybrides Softwaretool entwickelt, das beide Systeme miteinander verzahnt und so eine nahtlose Zusammenarbeit ermöglicht. Damit könnten komplexe Berechnungen künftig schneller und effizienter verteilt werden.

Quantencomputer und Supercomputer gelten nicht als Konkurrenten, sondern als komplementäre Systeme. Während Quantenrechner bei bestimmten Problemen Vorteile bieten, bleiben klassische Hochleistungsrechner (HPC) die tragende Säule in der Forschung. Die Integration beider Technologien in ein gemeinsames System war bislang jedoch technisch anspruchsvoll. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) stellt nun mit der Erweiterung der Softwarebibliothek sys-sage einen hybriden Ansatz vor, der genau diese Lücke schließt.

Ursprünglich diente sys-sage als Schnittstelle für Supercomputer, um Architektur- und Topologieinformationen bereitzustellen. Mit der nun vorgestellten Erweiterung können auch Quantencomputer in diese Systemdarstellung eingebunden werden. Damit entsteht eine einheitliche Sicht auf beide Welten, die Softwarekomponenten zur optimierten Ressourcennutzung nutzen können. So lässt sich etwa entscheiden, ob eine Berechnung besser auf einem Quanten- oder auf einem klassischen System ausgeführt wird.

"Mit dieser Architektur legen wir einen der Grundsteine für den produktiven Einsatz von Quantencomputern in Supercomputing-Zentren", sagt Martin Schulz, Professor für Rechnerarchitektur an der TUM und Mitglied des LRZ-Direktoriums. Die Arbeit entstand im Rahmen der Initiative Munich Quantum Valley und des Munich Quantum Software Stack (MQSS). Die Ergebnisse wurden auf der Konferenz ISC High Performance 2025 in Hamburg vorgestellt, wo das Paper mit dem Hans Meuer Best Paper Award ausgezeichnet wurde.