Container


Der Begriff Container wir in der Informations- und Telekommunikationstechnik für sehr verschiedene Dinge eingesetzt:

1) Allgemein

Allgemein ist damit eine Datenstruktur gemeint, die andere Datenstrukturen enthält.

2) In der Virtualisierungstechnik

Bei Virtualisierung auf Betriebssystemebene wird Computerprogrammen eine komplette Laufzeitumgebung virtuell innerhalb eines geschlossenen Containers oder "Jails" zur Verfügung gestellt. Damit ähnelt ein Container einer virtuellen Maschine (VM). Er stellt Anwendungen eine abgeschottete Umgebung mit eigenem Prozess-Namensraum, Speicherressourcen und Netzwerkadressen zur Verfügung. Anders als bei einer virtuellen Maschine wird aber kein weiteres Betriebssystem gestartet. Deshalb ist es nicht möglich, verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig auf einem Computer zu betreiben. In einem Container wird die Anwendung mit all ihren Bibliotheken und Einstellungen in einem Installationspaket zusammengefasst und kann so leicht installiert und isoliert von anderen Anwendungen auf dem gleichen System betrieben werden. Der Vorteil dieses Konzepts liegt in der leichtgewichtigen Integration der Container in das Gastbetriebssystem, sein Nachteil in den Containern selbst. Aus ihnen heraus können keine Treiber bzw. andere Kernel geladen werden. Man kann sich darüber streiten, ob man solche Container OS-Container (Betriebssystem-Container) wie bei Docker oder App-Container beziehungsweise Applikation-Container wie bei CoreOS nennt. Der Anwendung wird eine virtuelle Laufzeitumgebung, aber kein komplettes Betriebssystem zur Verfügung gestellt. Außerdem sind ja auch anwendungsspezifische Einstellungen und Bibliotheken enthalten.

3) Als Synonym für Frame

Ein Frame, der mindestens einen weiteren Frame enthält wird auch Container genannt.

4) In objektorientierten Systemen

In objektorientierten Programmiersprachen und Systemen gibt es Container-Klassen, die Datenstrukturen wie Listen, Arrays, Hashtabellen einschließlich der dazugehörigen Algorithmen implementieren.

5) In komponentenorientierten Systemen

In Komponentenorientierten Systemen sind Container Dokumente, Datenstrukturen oder Ablaufumgebungen für eingebettete Komponenten.

6) In der SDH

In der SDH sind Container die elementarsten, standardisierte Pakungseinheiten für Payload-Bitströme definierter Datenraten. Die Datenraten wurden der PDH angepasst: C-11: 1.544 kBit/s
C-12: 2.048 kBit/s
C-2: 6.312 kBit/s
C-22: 8.448 kBit/s
C-3: 34.368 kBit/s
C-32: 44.736 kBit/s
C-4: 139.264 kBit/s


Siehe auch:
Virtual Container
Tributary Unit
Tributary Unit Group
Administrative Unit
Administrative Unit Group

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