Large Language Models

Das ist der Eintrag dazu aus unserem IT-Kommunikationslexikon:

Was sind Large Language Models?

Large Language Models (LLMs) sind große KI-Sprachmodelle, die natürliche Sprache verstehen, verarbeiten und erzeugen können. Sie basieren meist auf neuronalen Netzen und werden mit sehr großen Mengen an Textdaten trainiert. Dadurch können sie Texte schreiben, Fragen beantworten, Inhalte zusammenfassen, Code erzeugen, Übersetzungen liefern oder Dialoge führen.

Bekannte Beispiele für Large Language Models sind GPT, Claude, Gemini, Llama und Mistral. Sie bilden die technische Grundlage vieler moderner KI-Anwendungen, Chatbots, Assistenten und KI-Agenten.

Wie funktionieren Large Language Models?

LLMs analysieren Eingaben, sogenannte Prompts, und berechnen auf Basis ihres Trainings sowie des aktuellen Kontexts eine passende Ausgabe. Technisch arbeiten viele moderne Sprachmodelle mit der Transformer-Architektur. Diese ermöglicht es, Beziehungen zwischen Wörtern, Sätzen und längeren Textabschnitten zu erkennen.

Das Modell versteht Sprache nicht wie ein Mensch, sondern berechnet Wahrscheinlichkeiten für sinnvolle Textfolgen. Je größer und leistungsfähiger ein Modell ist, desto besser kann es komplexe Zusammenhänge, Fachbegriffe und Anweisungen verarbeiten.

Typische Einsatzgebiete von LLMs

Large Language Models kommen in vielen Bereichen zum Einsatz:

  • Chatbots und virtuelle Assistenten
  • Automatische Textgenerierung
  • Zusammenfassung langer Dokumente
  • Übersetzung und Sprachverarbeitung
  • Codegenerierung und Codeanalyse
  • IT-Support und Helpdesk-Automatisierung
  • Wissensmanagement
  • Analyse von Logdateien und Dokumentationen
  • KI-Agenten mit Zugriff auf Tools und Datenquellen

Besonders für IT-Administratoren sind LLMs interessant, wenn sie bei der Analyse von Fehlermeldungen, Skripten, Konfigurationen oder Sicherheitsereignissen unterstützen.

LLMs in der IT-Administration

In der IT-Administration können Large Language Models repetitive Aufgaben erleichtern. Sie helfen etwa beim Erstellen von PowerShell-, Bash- oder Python-Skripten, beim Erklären von Fehlermeldungen oder beim Auswerten technischer Dokumentationen.

In Verbindung mit externen Werkzeugen können LLMs auch als KI-Agenten arbeiten. Dann greifen sie über APIs, Plugins oder Standards wie das Model Context Protocol (MCP) auf Systeme, Datenbanken, Ticketsysteme oder Cloud-Dienste zu.

Vorteile von Large Language Models

LLMs bieten Unternehmen mehrere Vorteile:

  • Schnellere Informationsverarbeitung
  • Automatisierung wiederkehrender Aufgaben
  • Unterstützung bei Dokumentation und Recherche
  • Verbesserter IT-Support
  • Schnellere Analyse technischer Probleme
  • Unterstützung bei Softwareentwicklung und Skripting
  • Bessere Nutzung interner Wissensquellen

Risiken und Herausforderungen

Der Einsatz von Large Language Models bringt auch Risiken mit sich. Dazu gehören fehlerhafte Antworten, sogenannte Halluzinationen, Datenschutzprobleme, unklare Quellenlage und Sicherheitsrisiken durch Prompt Injection.

Besonders kritisch wird es, wenn LLMs Zugriff auf externe Tools, E-Mail-Systeme, Cloud-Speicher oder Unternehmensdaten erhalten. Dann müssen Berechtigungen, Protokollierung und Sicherheitsrichtlinien sorgfältig umgesetzt werden.

Prompt Injection als Sicherheitsrisiko

Bei einer Prompt Injection versuchen Angreifer, ein Sprachmodell durch manipulierte Eingaben oder versteckte Anweisungen zu beeinflussen. Solche Angriffe können direkt über Benutzereingaben oder indirekt über Webseiten, PDFs, E-Mails oder Dokumente erfolgen.

Für Unternehmen bedeutet das: Inhalte, die ein LLM verarbeitet, sollten ähnlich kritisch betrachtet werden wie ausführbare Dateien, Skripte oder Makros.

Unterschied zwischen LLM und KI-Agent

Ein Large Language Model erzeugt in erster Linie Sprache und verarbeitet Informationen. Ein KI-Agent nutzt ein LLM als Denk- und Steuerkomponente, kann aber zusätzlich Werkzeuge verwenden und Aktionen ausführen.

Ein LLM beantwortet zum Beispiel eine Frage. Ein KI-Agent kann dagegen E-Mails verschicken, Kalendereinträge erstellen, Datenbanken abfragen oder Tickets bearbeiten – sofern entsprechende Berechtigungen vorhanden sind.

Fazit

Large Language Models sind eine Schlüsseltechnologie moderner Künstlicher Intelligenz. Sie ermöglichen leistungsfähige Sprachverarbeitung, Automatisierung und Wissensnutzung in Unternehmen. Für IT-Administratoren und Sicherheitsverantwortliche ist jedoch wichtig, LLMs nicht nur als Produktivitätswerkzeug, sondern auch als neue Angriffsfläche zu betrachten. Der sichere Einsatz erfordert klare Richtlinien, begrenzte Berechtigungen, Datenschutzkonzepte und eine kontinuierliche Überwachung.

 

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