Highspeed-Internet über den Wolken: Lufthansa setzt auf Starlink
Die Lufthansa Group plant einen flächendeckenden Ausbau ihrer Bordkonnektivität. Ab 2026 soll schnelles Satelliteninternet von Starlink schrittweise in allen Flugzeugtypen und bei allen Airlines der Gruppe verfügbar sein. Für Powerbanks gelten hingegen fortan striktere Regeln.
Die Lufthansa Group will ihre gesamte Flotte von rund 850 Flugzeugen mit satellitengestütztem Hochgeschwindigkeitsinternet ausstatten. Dafür kooperiert der Konzern mit Starlink, einem Anbieter, der auf ein globales Netzwerk von Low-Earth-Orbit-Satelliten setzt. Ziel ist es, Internetzugang an Bord bereitzustellen, der in Bandbreite und Latenz näher an bodengebundene Anschlüsse heranreicht als bisherige Systeme. Lufthansa nutzt derzeit das European Aviation Network (EAN), ein Hybrid-System aus Boden-LTE und Satelliteninternet (Deutsche Telekom, Inmarsat/Viasat), um WLAN an Bord auf Kurz- und Mittelstreckenflügen anzubieten.
Video-Streaming und Cloud-Apps
Technisch ermöglicht die neue Anbindung deutlich höhere Datenraten, was Anwendungen wie Video-Streaming, cloudbasierte Arbeitsumgebungen oder Echtzeit-Kommunikation während des Flugs unterstützen soll. Anders als bei bisherigen Bord-WLAN-Angeboten basiert das System nicht auf geostationären Satelliten, sondern auf einer Vielzahl erdnaher Satelliten, die eine stabilere und schnellere Verbindung erlauben.
Aus Nutzersicht plant die Lufthansa Group ein differenziertes Zugangsmodell: Für Vielflieger mit Status sowie für registrierte Travel-ID-Nutzer soll das neue Internetangebot kostenlos zur Verfügung stehen – und zwar unabhängig von der Reiseklasse. Damit positioniert sich der Konzern als nach eigenen Angaben größte Airline-Gruppe Europas, die ihre gesamte Flotte mit dieser Form der Breitbandanbindung ausrüstet.
Rollout noch dieses Jahr
Die Einführung ist Teil eines umfassenderen Investitionsprogramms in neue Flugzeuge sowie in digitale und serviceorientierte Angebote entlang der Reisekette. Laut Dieter Vranckx, Chief Commercial Officer der Lufthansa Group, spiele Konnektivität eine zentrale Rolle für das heutige Reiseerlebnis. Mit der Entscheidung für Starlink setze man auf eine Lösung, die langfristig hohe Leistungsreserven bieten soll.
Der operative Rollout soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen. Bis spätestens 2029 soll die komplette Flotte der Lufthansa Group mit der neuen Konnektivität ausgestattet sein. Weitere technische Details, etwa zur konkreten Umsetzung in einzelnen Flugzeugmustern oder zur Integration in bestehende Bordnetzwerke, will der Konzern im Laufe des Jahres bekannt geben.
Einschränkungen für Powerbanks
Ergänzend zur geplanten Aufwertung der Bordkonnektivität passt die Lufthansa Group auch ihre Sicherheitsvorgaben für tragbare Ladegeräte an, wie das Portal reisetopia berichtet. Ab dem 15. Januar 2026 ist es konzernweit nicht mehr erlaubt, Powerbanks während des Fluges aktiv zu nutzen oder über die Bordstromversorgung aufzuladen.
Das Mitführen im Handgepäck bleibt weiterhin zulässig, bestehende Mengen- und Kapazitätsgrenzen ändern sich nicht. Pro Passagier dürfen maximal zwei Powerbanks transportiert werden, die ausschließlich im Handgepäck mitzuführen sind und nicht in den Gepäckfächern über den Sitzen gelagert werden dürfen. Die Kapazität der Powerbanks darf maximal 100 Wattstunden (Wh) betragen, bis 160 Wh nur nach Genehmigung.
Hintergrund der Anpassung sind aktualisierte Sicherheitsempfehlungen internationaler Luftfahrtorganisationen wie der EASA, der FAA sowie der Branchenverbände IATA und ICAO. Lithium-Ionen-Batterien können bei Defekten oder Überhitzung ein erhöhtes Brandrisiko darstellen, insbesondere in der Flugzeugkabine.
Mit den neuen Vorgaben will die Lufthansa Group potenzielle Gefahrenquellen besser kontrollieren und das Sicherheitsniveau konzernweit vereinheitlichen. Die Regelung gilt für alle Airlines der Gruppe und reiht sich in eine wachsende Zahl internationaler Fluggesellschaften ein, die die Nutzung von Powerbanks an Bord einschränken.