Vereinigte Schlagworte

Editorial

Liebe Leser,

eine überaus beliebte Disziplin für den Schreiber eines Editorials ist es, ausgelutschte IT-Schlagworte mit klugen Sätzen zu enttarnen. So gibt es in der Fachpresse wohl kaum einen Journalisten, der nicht schon einmal Begriffe wie Green IT, Cloud Computing oder sogar Virtualisierung als leere Worthülsen gebrandmarkt hat. In die Kategorie “Buzzwords” fällt auch eines der Schwerpunkthemen dieses Heftes – Unified Communications. Es vergeht so gut wie kein Tag in der Redaktion des IT-Administrator, an dem nicht ein Hersteller seine brandneue Lösung für Videokonferenzen oder eine fähige Software für die verbesserte Erreichbarkeit der Mitarbeiter anpreist. Da geht jeder Redakteur dann erst einmal in Abwehrhaltung und überprüft genau, wie die vorgestellte “Neuheit” denn nun wirklich einzuordnen ist.

Im Fall von Unified Communications ist festzustellen, dass der ursprüngliche Plan, nämlich unterschiedliche Kommunikationsmedien in einer einheitlichen Anwendungsumgebung zu integrieren, wohl als gescheitert anzusehen ist. Als Hauptschuldiger gilt mit BYOD ein anderer Trend: Der Einzug von zumindest teilweise privat genutzten Smartphones und Tablet-PCs ins Firmennetzwerk bewirkt, dass die Kommunikation je nach Bedarf eben nicht nur über ein Gerät geführt wird. Völlig zu Recht, denn das mit Exchange und dem Social Network gesyncte Handy macht das Auffinden des gewünschten Kontakts oft einfacher als das unübersichtliche Desktop-Adressbuch. Realitätsnahe Videokonferenzen hingegen laufen eher schlecht auf dem Telefon, und so gibt es für fast jeden Anwendungsbereich das passende Device.

Den Herstellern ist das Scheitern der Vereinheitlichung nicht entgangen und so liegt der Schwerpunkt der Angebote auf der Verbesserung der Kommunikation. Die Produkte sollen dafür sorgen, Verbindungen zwischen den richtigen Mitarbeitern zu schaffen und jederzeit Zugriff auf die relevanten Informationen zu gewährleisten – in der Theorie. Ob dies auch in der Praxis so klappt und ob jedermann auf allen Kanälen überhaupt ständig erreichbar sein will, steht auf einem anderen Blatt. In diesem Heft unterziehen wir deshalb Unified Communications in Beiträgen ab den Seiten 38 und 42 einer kritischen Bestandsaufnahme. Dass unsere Autoren dabei durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, zeigt, wie uneinheitlich sich der Nutzen der Technologie je nach Einzelfall darstellen kann.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Lars Nitsch
Redakteur

September 2012 / Lars Nitsch
[Rubrik: Rubriken | Beitragsart: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe September 2012 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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