Editorial: Scripten statt klicken

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

so wie es aussieht, können Sie Ihre Maus bald entsorgen. Als ich neulich die Technical Preview von Windows Server 2016 installiert habe, war ich erst einmal überrascht: Nach der Installation war außer einem Textfenster ("Eingabeaufforderung") nichts zu sehen. Kein Menü, kein Startbutton, kein Desktop und auch sonst nichts zum Klicken. Die sogenannte Core-Installation gab es bei Windows Server auch schon vorher, aber jetzt macht Microsoft endgültig ernst und bietet sie als Standardoption an. Dementsprechend setzt Microsoft seit einigen Jahren immer mehr auf die PowerShell, die sich als das wichtigste Tool zur Verwaltung von Windows-Rechnern, aber auch der Azure-Cloud, etablieren soll.
Damit finden sich die Windows-Admins in einem Boot mit den Linux-Kollegen wieder, die das Skripten von Aufgaben schon immer gewohnt sind. Die Vorteile liegen auf der Hand: Statt der schwer nachvollziehbaren Abfolge von Klicks in einem Admin-Tool lassen sich Skripte dokumentieren, archivieren und sogar mit einer Versionsverwaltung managen. Einen Schritt weiter geht Software zum Konfigurationsmanagement wie Ansible, Puppet oder Saltstack, die eine spezialisierte Sprache zum Management von Systemen implementieren, um die Systemverwaltung zu vereinfachen und noch stärker zu strukturieren. So oder so, die kommandozeilenbasierte Verwaltung von Rechnern liegt im Trend.

Ironischerweise hat sich Windows in dieser Hinsicht in Richtung Linux bewegt, während die Linux-Distributoren es anscheinend aufgegeben haben, einfach bedienbare grafische Tools zum Server-Management zu programmieren. In diesem Sinn haben wir auch unser aktuelles Heft gestaltet: Der Schwerpunkt beschäftigt sich mit den vielen Möglichkeiten, die Admins haben, um per Skript ihre Aufgaben zu erledigen. So ist etwa vom schon erwähnten Ansible eine neue Version erschienen, über die Sie ab Seite 80 mehr erfahren.

Wer die PowerShell auf Windows verwendet, findet auf Seite 77 alle Neuigkeiten zur PowerCLI 6.0 R2. Um die Client-Verwaltung per PowerShell dreht sich ein weiterer Workshop ab Seite 74. Die Microsoft-Cloud Azure lässt sich ohne weiteres auch vom Mac oder Linux-Rechner aus bedienen. Dies beweist unser Artikel auf Seite 66. Dass sich Linux-Distributionen zum Zeil erheblich unterscheiden, erschwert Linux-Admins das Leben. Einen Ausweg zeigt OpenLMI auf, das mit einem offenen Standard zum distributionsübergreifenden Management dafür den Grundstein legt. Mehr über das dazu gehörige Skript-Interface erfahren Sie ab Seite 86.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Oliver Frommel
Leitender Redakteur
Mai 2016 / Oliver Frommel
[Rubrik: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Mai 2016 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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