Editorial: Aus eins mach zwei

Editorial

Als im Jahr 2002 mit ITIL v2 das Konzept der Configuration Management Database, kurz CMDB, das Licht der Welt erblickte, trat VMware gleichzeitig mit seinem Hypervisor in die Beta-Phase. Damals, im Zeitalter monolithischer Applikationen auf Basis von Client-Server-Infrastrukturen, war an Cloud Computing noch nicht zu denken und CMBDs als Kernstück für Support und Dokumentation schienen eine gute Idee. Doch nicht wenige IT-Verantwortliche sind in den letzten 16 Jahren am Etablieren einer CMDB gescheitert, während Hypervisoren und damit die Virtualisierung und schließlich die Cloud ihren Siegeszug antraten und dieselben IT-Verantwortlichen heute mit der Frage zurücklassen, welchen Wert eine CMBD in der Ära des Wolkenrechnens noch hat.
Denn von den statischen Infrastrukturen des Jahres 2002 ist heute nicht mehr viel übrig. Nahezu alles rund um IT lässt sich asa-Service einkaufen: Applikationen, Betriebssysteme, Netze, Infrastruktur. Und während sich früher IT-Verantwortliche Gedanken um das Technologiemanagement machten und um die Integration unterschiedlicher Systeme, steht heute das Ergebnis im Mittelpunkt und erfordert Integration und Pflege einzelner Dienste. Bedarf für eine CMDB, die haarklein auflistet, welches Bit in System X gesetzt und welcher Port an Switch Y geöffnet ist, besteht in solchen Infrastrukturen kaum noch. Doch wer jetzt offen oder hinter vorgehaltener Hand ein kräftiges "Hurra!" ausstößt, freut sich vielleicht zu früh.

Denn nicht nur empfehlen Experten für die Cloud den Aufbau einer Service Composition Database – SCDB – für Dokumentation und Management eingesetzter Microservices, vielmehr sind nahezu alle IT-Infrastrukturen heute Hybride aus Cloud und lokalem Blech. Und für letzteres ist nach wie vor eine CMDB die beste Basis für das IT-Servicemanagement. Anstatt als das CMBDProjekt "wegen Cloud" abzusagen, sollten IT-Verantwortliche sich damit anfreunden, eine zweite Datenbank für die Dokumentation anzulegen.

Und dass in einem Umfeld, in dem sich IT-Organisationen selbst mit der CMDB noch schwer tun. Diesen Schritt zu vollziehen, ist eines der Themen in unserer Juli-Ausgabe. Im großen Vergleichstest ab Seite 18 zeigen beispielsweise vier Open-Source-Dokumentationswerkzeuge ihre jeweiligen Stärken und Schwächen. Und für eine breitgestreute Sichtung möglicher CMDB-Werkzeuge gibt unser Einkaufsführer ab Seite 32 wertvolle Hinweise zu Auswahlkriterien. Und letztendlich erfordert eine CMDB auch ein hohen Maß internen Organisation, wie unser Beitrag ab Seite 78 zeigt.

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John Pardey
Chefredakteur
Juli 2018 / John Padey
[Rubrik: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Juli 2018 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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