Editorial: Briefmarkensammler

Editorial

Ich gestehe: In meiner Jugend war ich einer jener langweiligen Briefmarkensammler. Mit Pinzette und Lupe bewaffnet, steckte ich meine Nase tief zwischen die Seiten meiner Alben und sortierte meine Schätze immer wieder aufs Neue. Besonders angetan hatten es mir Marken, anhand derer man die wechselvolle Geschichte Deutschlands bildlich nachvollziehen konnte. Bei meinem damaligen Hobby war es wichtig, von einem Postwertzeichen wenn möglich mehr als ein Exemplar zu besitzen – einmal zum Tauschen mit anderen Philatelisten, zum anderen, um im Falle eines Verlusts oder der Beschädigung einer Marke einen adäquaten Ersatz zur Hand zu haben.
Was uns zum Thema dieser Ausgabe bringt: Backup. Nirgendwo sonst in der IT ist Redundanz so wichtig und so gewollt wie beim Thema Datensicherung. Vorteil des Admins gegenüber dem Briefmarkensammler: Genug Speicherkapazität ist heute eigentlich nicht mehr das Problem. Wohingegen meine Alben eigentlich immer am Überquellen waren und der Platz im Regal auch nicht unendlich. Eine weitere Problematik ist jedoch die gleiche: Welche Marken sind es überhaupt wert, doppelt vorgehalten zu werden? Welche Daten sind entscheidend für den Geschäftserfolg und bedürfen eines effizienten Schutzes? Erfreulicherweise gibt es hier Entscheidungshilfen: Beim Bestimmen der Marken half der Michel-Katalog, für die Datenklassifikation gibt es ein üppiges Software- und Service-Angebot.

Die erste Briefmarke erschien übrigens 1840 im Vereinigten Königreich, der "One Black Penny" ist heute ungestempelt mindestens 3000 Euro wert. Das Ende dieser Art von Frankierung ist noch lange nicht abzusehen. Einen ähnlichen Dauerbrenner beim Backup stellt die Bandtechnologie dar, die in Zeiten von Ransomware und schnellem, aber teurem Primärspeicher wieder mal ein Revival erlebt – lesen Sie dazu unseren Einkaufsführer zum Thema Tape Libraries auf Seite 36 und unser Technologie-Update Tape auf Seite 95. Eine etwas frischere Data-Protection-Appliance haben wir im Test der Dell EMC Data Domain DD3300 ab Seite 28 unter die Lupe genommen. Meine einst heißgeliebte Sammlung verstaubt heute übrigens im Keller – meinen Kindern konnte ich den für sie antiquierten Zeitvertreib bisher nicht schmackhaft machen. Mit Ihren Datensicherungen sollten Sie als Admin anders verfahren und den Restore immer wieder üben – nur so können Sie garantieren, dass die wiederhergestellten Daten auch wirklich etwas wert sind.

Volle Alben und makellose Backups wünscht

Lars Nitsch
Redakteur und Textchef
Februar 2020 / Lars Nitsch
[Rubrik: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Februar 2020 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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