Editorial: Verwirrung in Westworld

Editorial

Die HBO-Serie "Westworld", in der es grob gesagt um künstliches Leben und dessen (Aus)Nutzung durch den Menschen geht, ist gefürchtet für ihren komplexen Plot. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Story die Grenzen zwischen Hard- und Software im Handumdrehen überwindet: Das Bewusstsein künstlicher Persönlichkeiten, in einer kleinen Kugel gespeichert, lässt sich nach Belieben in einen anderen, ebenso artifiziellen Körper verschieben. Das ist gut für die Drehbuchschreiber, denn in der nicht gerade gewaltfreien Dystopie besteht reger Bedarf an frischen Hosts. Das ist schlecht für den Zuschauer, der schon sehr genau aufpassen muss, um zu wissen, wer zu welcher Zeit in welchem Körper steckt.
Die Parallelen zur nicht ganz so spektakulären Virtualisierung im Rechenzentrum sind deutlich, nicht nur aufgrund der Verwendung des Begriffs "Host". Im wahren Leben kann der Admin schon einmal den Überblick verlieren, auf welchem physischen System eine bestimmte virtuelle Maschine denn nun steckt. Und das ist ganz logisch, bedeutet eine zusätzliche Abstraktionsschicht eben auch eine weitere Ebene, die beim Management der IT-Umgebung zu berücksichtigen ist

Deshalb stimmt das Zitat des von uns auf Seite 10 interviewten Virtualisierungsexperten Carsten Rachfahl: "Wird Virtualisierung richtig gemacht, steigert sie die Komplexität!" Das gilt umso mehr, als dass sich nach Servern und Storage vermehrt das Netzwerk von der bestehenden physischen Infrastruktur löst – Ergebnis sind wiederum hyperkonvergente Systeme.

Das Ziel dieser Ausgabe ist es deshalb, Ihnen den vielleicht verlorengegangenen Überblick zurückzugeben. So beschäftigen wir uns etwa mit aktuellen Speicherprotokollen und deren Auswirkungen auf die Storage-Virtualisierung (Seite 64), schauen uns mit PolyBase eine quasi virtuelle Datenbank an (Seite 68) und erklären, wie Sie virtuelle Maschinen mit Near-CDP kontinuierlich sichern (Seite 78). Im Testbereich nehmen wir die filebasierte Speichervirtualisierung vFilO unter die Lupe (Seite 24) und überprüfen, wie gut sich mit SolusIO (Seite 28) auch ohne VMware-Unterbau virtualisieren lässt.

In der dritten Staffel von Westworld nimmt sich all dieser Komplexität übrigens eine übergeordnete Künstliche Intelligenz namens Rehoboam an. Sie bestimmt nicht nur die Geschicke von Computern, sondern auch den Lebensweg jedes einzelnen Menschen. Denn wer nicht mitarbeitet an einer geordneten Zukunft, den versetzt die KI in Tiefschlaf. In diesem Sinne krempeln Sie mal lieber die Ärmel hoch im Rechenzentrum!

Virtuelle Grüße schickt

Lars Nitsch
Redakteur und Textchef
November 2020 / Lars Nitsch
[Rubrik: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe November 2020 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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