Editorial: Negatives Testergebnis

Editorial

Während sich die breite Allgemeinheit erst seit einem guten Jahr mit der Notwendigkeit und dem Ausgang eines ganz bestimmten Tests auseinandersetzen muss, zerbrechen wir uns seit 15 Jahren Monat für Monat unsere Köpfe in der Redaktionskonferenz darüber, welche Soft- oder Hardware in den Genuss einer eingehenden Untersuchung kommt. Für uns ist dabei der erste Faktor schlicht die Limitierung durch die Seitenzahl unseres Magazins. Viel mehr als vier Produkttests sind in der Regel nicht machbar, sodass wir schon dadurch angehalten sind, Produkte auszuwählen, die aus unserer Sicht für IT-Verantwortliche am nützlichsten sind.
Das kann eine Software sein, die ein bekanntes Konzept wie zum Beispiel Backup durch neue Features sehr viel einfacher macht, oder eine Anwendung, die ein vielerorts genutztes Drittprodukt um dringend benötigte Features erweitert. Dabei versuchen wir schon vor dem Start des Tests herauszufinden, ob das, was sich hinter den Marketing-Buzzwords der Hersteller verbirgt, Administratoren einen Mehrwert bringt. Doch die wahre Leistungsfähigkeit der Produkte zeigt sich eben immer erst in den Testlaboren unserer Autoren.

So kam es schließlich, dass der von uns überaus geschätzter Autor Christian Schulenburg uns hinsichtlich der Mai-Ausgabe wissen ließ, dass der ihm angetragene Test zum Office-365-Werkzeug "GingerEx" keinen Mehrwert für die Leser bringen würde, da das Tool nichts leiste, was nicht auch die PowerShell und die Bordmittel hinbekämen. Nun ist es nicht so, dass wir die Veröffentlichung eines schlechten Testberichts scheuen würden. Doch in diesem Fall musste sich die Redaktion eingestehen, nicht genau genug hingeschaut zu haben – Indizien gab es einige, nicht zuletzt, dass die aktuelle Setupdatei des Tools von 2018 stammt.

Eigentlich wäre der Test damit unter den Tisch gefallen. Gleichzeitig bietet der Anbieter seine Software GingerEx jedoch weiterhin an und hat dafür sogar einen Vertriebspartner in Deutschland. Dies führte uns zu der Einschätzung, dass jedem Microsoft-365-Admin, der nach einem Verwaltungswerkzeug für sein Cloud-Office sucht, Ähnliches widerfahren könnte wie der Redaktion. Daher möchten wir Ihnen unser negatives Testergebnis zumindest online zugängig machen.

Viel besser machte sich diesen Monat "eEVOS", ein auf Virtualisierung spezialisiertes Betriebssystem aus Bayern, das den großen Hypervisoren mehr als nur das Wasser reichen kann (Seite 19). Wer dann noch für den Schutz seiner Cloudinfrastruktur sorgen will, ist mit dem Werkzeug von Trend Micro, das wir ab Seite 24 unter die Lupe nehmen, ebenfalls gut bedient. Viel Spaß beim Lesen, Ihr

John Pardey
Chefredakteur
Mai 2021 / John Pardey
[Rubrik: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Mai 2021 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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