Einfach mal abschalten

Editorial

Liebe Leser,

sanft branden die Wellen am hellen Sandstrand an. Die Mittagssonne sticht vom blauen Himmel herunter, im Hintergrund ziehen Jetskis ihre Bahnen durchs Wasser. Ein wenig gelangweilt schaut Elvira B. ihrem Mann Holger unter dem orangefarbenen Sonnenschirm zu, wie er bereits zum dritten Mal an diesem Tag seine E-Mails abruft – Smartphone und moderne Datennetze machen es möglich. "Und, was gibt's neues in der Arbeit?", fragt sie. "Ach, ein Kollege wollte die Zugriffsrechte in der Buchhaltung ändern und war sich nicht sicher", antwortet Holger, vertieft in seine Antwortmail.

Abschalten kann er als IT-Verantwortlicher auch im Urlaub nicht wirklich. Ständig droht das Smartphone die verdiente Ruhe zu stören. Kommt Ihnen diese Szene vielleicht bekannt vor? Leider wurde es in der modernen Arbeitswelt immer mehr Usus, Mitarbeiter auch im Urlaub, am Wochenende oder mitten in der Nacht erreichen zu wollen. Früher hieß diese Erreichbarkeit "Bereitschaft",war bezahlt und planbar. Heute wird sie schlicht erwartet. Auch die Angst davor, entbehrlich sein zu können, treibt immer mehr Arbeitnehmer in die Erreichbarkeitsfalle.

Dass es auch anders geht, bewies zuletzt die Deutsche Telekom. Sie ordnete mit der Richtlinie "Umgang mit mobilen Arbeitsmitteln außerhalb der Arbeitszeit" offiziell an, dass ihre Mitarbeiter nach Arbeitsschluss auch tatsächlich ihre dienstlichen mobilen Begleiter mit gutem Gewissen abschalten. So soll künftig der nächste Morgen oder der kommende Montag für die Antwortmail ausreichen. Vorbildlich. Denn ist ein Mitarbeiter in seiner Freizeit unentbehrlich und muss ständig erreichbar sein, läuft etwas in der Unternehmensplanung schief. Durch vernünftige Übergaben und Vertretungsregeln sollten sich auch zwei Wochen überbrücken lassen, ohne dass das große Chaos ausbricht. Wie Sie trotzdem für den Fall der Fälle den sicheren Zugriff auf Exchange einrichten, erfahren Sie ab Seite 50.

Zurück im Hotel kämpft Holger B. inzwischen mit IT-Problemen ganz anderer Art: Sand hat sich in der Tastatur seines Smartphones festgesetzt und blockiert hartnäckig drei der Tasten. Schade nur, dass es sein Privates ist.

Viel Spaß beim Lesen unserer September-Ausgabe und dem gelegentlichen Abschalten, Ihr

Daniel Richey
Stellv. Chefredakteur

September 2010 / Daniel Richey
[Rubrik: Rubriken | Beitragsart: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe September 2010 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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