Was wirklich zählt

Editorial

Liebe Leser,

nach dem wichtigsten Aspekt von Hochverfügbarkeit befragt, werden zehn Experten wohlmöglich zehn unterschiedliche Antworten geben: Der Geschäftsführer wird anmerken, dass eine Stunde Downtime der Warenwirtschaft eine ganze Stange Geld kostet, der Techniker verlangt nach einer fünften Netzwerkkarte für das Managementnetz und der Hersteller definiert Hochverfügbarkeit genau so, dass nur sein Produkt passt.

Die heute in vielen kleinen und mittleren Unternehmen mit virtualisierten Maschinen praktizierte Form der Hochverfügbarkeit, die beim Ausfall eines wichtigen Servers ein bis zwei Stunden zum Wiederanlauf benötigt, ist sicher ein gangbarer Weg. Einfach die zuletzt gesicherte virtuelle Festplatte als Ersatz für die ausgefallene Maschine einlesen und schon läuft der Laden wieder. Und auch wenn diese Art der Verfügbarkeit etwas hemdsärmelig daherkommt, handelt es sich dabei doch um einen geplanten Prozess und alle Beteiligten akzeptieren die mögliche Downtime. Für einen Experten oder Anbieter von Hochverfügbarkeit oder gar Fehlertoleranz mag dieses Vorgehen nicht sehr professionell wirken und einige würden zweifellos anmerken, dass das alles nichts mit Hochverfügbarkeit zu tun habe.

Und doch hat unser Beispielunternehmen in seiner Low-Budget-Verfügbarkeit den vielleicht wichtigsten Faktor berücksichtigt: Planung. Offensichtlich sind der IT-Verantwortliche und die Geschäftsführung zu der gemeinsamen Ansicht gelangt, dass bis zu zwei Stunden Ausfall auch für wichtige Server akzeptabel sind. Haben die Verantwortlichen bei der Erlangung dieser Erkenntnis alle Risiken und Konsequenzen korrekt einbezogen, dann passt die gewählte Methode zu den Anforderungen an die Verfügbarkeit. Naserümpfen hin oder her.

Auch wenn die Ihnen jetzt vorliegende Ausgabe des IT-Administrator mit dem Schwerpunkt Hochverfügbarkeit einmal mehr beweist, dass Hochverfügbarkeitsprodukte längst das Hochpreissegment verlassen haben – wie etwa unsere Tests von Marathon everRun MX ab Seite 14 oder avance von Stratus ab Seite 20 belegen –, bleibt eine sehr gute Planung doch unverzichtbar. Dies gilt bei der Auswahl und der Vorbereitung des Einsatzes solcher Produkte, aber natürlich auch für die restliche IT-Infrastruktur. So zeigen wir Ihnen ab Seite 38 den Aufbau eines Failover-Clusters für MS Hyper-V und ab Seite 56, wie die DHCP-Infrastruktur hochverfügbar gestaltet wird.

Viel Vergnügen beim Lesen, Ihr

John Pardey
Chefredakteur

Juli 2011 / John Pardey
[Rubrik: Rubriken | Beitragsart: Editorial]

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Ausgabe Juli 2011 des IT-Administrator von Seite 3 bis 3.

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