Prognose: Maschinenidentitäten werden zum blinden Fleck

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Prognose: Maschinenidentitäten werden zum blinden Fleck

06.01.2026 - 07:00
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Mit Blick auf das Jahr 2026 warnen mehrere Security-Anbieter vor einer wachsenden, oft unterschätzten Bedrohung: Nicht-menschliche Identitäten wie Bots, Dienstkonten und Maschinenagenten entwickeln sich zunehmend zum zentralen Risiko für Unternehmens-IT. Der massive Einsatz von Automatisierung und KI sorgt dafür, dass diese Identitäten die Zahl menschlicher Nutzer längst übersteigen – und dabei häufig unzureichend kontrolliert sind.

Im Detail zeigen Prognosen von Keeper Security und Zero Networks, wie stark sich das Risiko durch nicht-menschliche Identitäten in den kommenden Monaten zuspitzen dürfte. Beide Anbieter kommen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass Maschinenkonten, Bots und automatisierte Workloads längst zum bevorzugten Angriffsziel geworden sind – vor allem, weil sie in vielen Organisationen kaum überwacht oder systematisch verwaltet werden.

Keeper Security sieht darin eine stark erweiterte Angriffsfläche. Maschinenidentitäten interagierten heute eigenständig mit kritischen Systemen, verfügten über weitreichende Zugriffsrechte und träfen teilweise autonome Entscheidungen. Viele Unternehmen hätten jedoch kaum Transparenz darüber, welche Identitäten überhaupt existieren und welche Berechtigungen sie besitzen. Für 2026 prognostiziert der Anbieter daher ein Umdenken: Transparenz werde zur Voraussetzung wirksamer Governance. Ohne einen zentralen Echtzeit-Überblick lasse sich weder die Durchsetzung von Richtlinien noch die Sicherheit automatisierter Prozesse gewährleisten.

Ähnlich fällt die Einschätzung von Zero Networks aus, das für 2026 eine weitere Zunahme Malware-freier Angriffe erwartet. Nach Angaben des Unternehmens machen Maschinenidentitäten inzwischen mehr als 70 Prozent aller vernetzten Identitäten aus, sind aber häufig überprivilegiert oder sogar inaktiv. Gleichzeitig werde nur ein Bruchteil der vergebenen Berechtigungen tatsächlich genutzt. Diese "vergessenen" Identitäten böten Angreifern ideale Einstiegspunkte für sogenannte Living-off-the-Land-Angriffe, bei denen legitime Systemfunktionen missbraucht werden.

Beide Anbieter sehen Identität als neuen Sicherheitsperimeter. Keeper Security erwartet, dass Zero-Trust-Konzepte, vereinheitlichte Identitätskontrollen für Menschen und Maschinen sowie automatisierte Rotation von Zugangsdaten zur operativen Notwendigkeit werden. Zero Networks ergänzt, dass klassische, erkennungsbasierte Ansätze wie EDR allein nicht ausreichen und plädiert stattdessen für präventive Härtungsstrategien, die laterale Bewegungen und Privilegienausweitung konsequent unterbinden.

Die Prognose ist eindeutig: Wer Maschinenidentitäten 2026 nicht mit derselben Strenge verwaltet wie Benutzerkonten, riskiert, dass sie zum bevorzugten Einfallstor moderner Angriffe werden.