Kreditkartendaten weg dank unsichtbarem Pixel

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Kreditkartendaten weg dank unsichtbarem Pixel

10.04.2026 - 08:30
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in winziges, unsichtbares Grafikelement reicht aus, um den kompletten Zahlungsvorgang in einem Online-Shop zu kapern - und die Käufer merken nichts. Wie Kriminellen dieser Trick bei fast 100 Shops gelang, haben Sicherheitsforscher jetzt offengelegt.

Sicherheitsforscher des niederländischen Unternehmens Sansec haben eine großangelegte Angriffskampagne aufgedeckt, bei der Kriminelle nahezu 100 Magento-Shops mit einem getarnten Kreditkarten-Skimmer infiziert haben. Die Schadsoftware versteckt sich in einem winzigen, unsichtbaren SVG-Grafikelement und zeigt Käufern eine gefälschte Bezahlmaske – ohne dass die meisten Betroffenen etwas bemerken.

Der Angriff läuft nach einem zweistufigen Muster ab, das die Forscher "Double-Tap-Skimmer" nennen. Sobald ein Nutzer auf der infizierten Shop-Seite auf einen Checkout-Button klickt, fängt die Schadsoftware den Klick ab und blendet stattdessen ein täuschend echtes Overlay ein - komplett mit Luhn-Validierung der Kartennummern, Rechnungsadressfeldern und einem Schloss-Symbol. Gibt der Käufer seine Daten ein, werden diese verschlüsselt an einen der sechs Angreifer-Server übermittelt. Danach leitet das Script den Nutzer kommentarlos zur echten Checkout-Seite weiter.

SVG-Element schleust Code ein

Technisch setzt der Angriff auf einen wenig bekannten Trick: Ein SVG-Element der Größe 1x1 Pixel wird in den HTML-Quellcode der Seite injiziert. Dessen onload-Attribut enthält die gesamte Schadsoftware – base64-kodiert und über eine setTimeout-Funktion ausgeführt. Diese Methode umgeht viele gängige Sicherheitsscanner, weil kein externer Script-Verweis entsteht, der typischerweise als verdächtig markiert würde.

Die gestohlenen Daten werden anschließend per XOR-Verschlüsselung mit dem Schlüssel "script" und anschließender Base64-Kodierung verschleiert und an einen Endpunkt namens /fb_metrics.php gesendet - getarnt als Facebook-Analytics-Tracker. Um doppeltes Abschöpfen zu verhindern, setzt das Script nach erfolgreicher Übertragung einen localStorage-Eintrag im Browser des Opfers.

PolyShell-Lücke als Einstieg

Alle sechs Exfiltrations-Domains laufen auf dieselbe IP-Adresse (23.137.249.67) beim US-Hosting-Anbieter IncogNet LLC in den Niederlanden. Fünf der sechs Domains waren der Sicherheitsforschung bislang unbekannt. Als wahrscheinlicher Einstiegsvektor gilt die sogenannte PolyShell-Schwachstelle, die ungepatchte Magento-Installationen nach wie vor betrifft. Die am stärksten betroffene Domain "statistics-for-you.com" hat laut Sansec mindestens 15 Shops als Opfer.

Shop-Betreiber sollten ihren Seitenquelltext gezielt nach SVG-Elementen mit onload-Attributen durchsuchen, die atob()-Aufrufe enthalten. Zusätzlich empfiehlt Sansec, betroffene Kunden darauf hinzuweisen, den localStorage-Schlüssel _mgx_cv in ihrem Browser zu löschen - dessen Vorhandensein deutet darauf hin, dass Zahlungsdaten abgegriffen wurden. Ungepatchte Magento-Installationen sollten umgehend aktualisiert werden, um weitere Infektionen über die PolyShell-Lücke zu verhindern.

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