Microsoft-365-Ausfall wegen abgelaufenem Zertifikat
Bei zahlreichen Nutzern von Microsoft 365 ging am Abend des 31. August 2026 zeitweise nichts mehr. Der Grund war laut Fehlermeldungen ausgerechnet ein simples, aber folgenschweres Versäumnis: ein abgelaufenes internes Zertifikat.
Am Abend des 31. August 2026 häuften sich Berichte über Probleme mit Microsoft 365. Betroffene konnten weder über Outlook noch über die Weboberfläche outlook.office.com auf ihre Postfächer zugreifen. Ein Leser des Blogs von Günter Born meldete sich gegen 19:05 Uhr und schilderte, dass sich bei ihm binnen kurzer Zeit mehrere Kunden mit genau diesem Problem meldeten. Die Webanmeldung scheiterte demnach durchgehend mit der Meldung "something went wrong".
Fehlermeldung deutet auf abgelaufenes Zertifikat hin
Der Leser versuchte daraufhin, über das Microsoft-Partnercenter einen Blick in die betroffenen Tenants zu werfen. Dabei zeigten sich bereits deutliche Einschränkungen: Informationen zu Mailboxgröße und Speicherplatz fehlten komplett. Beim Versuch, Einstellungen in einem Tenant zu ändern, erschien eine technische Fehlermeldung mit klarem Hinweis auf die Ursache.
Darin war die Rede von einem Zertifikat mit einem bestimmten Thumbprint, das schlicht abgelaufen sei – ausgelöst durch eine interne Sicherheitskomponente von Microsoft. Für den Leser war die Sache damit relativ eindeutig: Ein internes Zertifikat bei Microsoft war offenbar nicht rechtzeitig erneuert worden. Genau das legten auch die technischen Details der Fehlermeldung nahe.
Microsoft bestätigt die Störung
Über den offiziellen Status-Account auf X bestätigte Microsoft kurz darauf Probleme bei Exchange Online und verwies auf die Vorfallskennung EX1464935 im Admin Center. Für einen Teil der betroffenen Tenants war das Admin Center laut Leserbericht zeitweise aber selbst gar nicht erreichbar.
Auch andere Medien griffen die Störung zeitnah auf. Bleeping Computer berichtete über die Ausfälle bei Exchange Online, während parallel auch Probleme bei OpenAI vermeldet wurden. Ebenso widmete sich Teltarif dem Thema. Auf X kursierten zudem Meldungen, wonach neben Outlook und Microsoft 365 auch ChatGPT, Canvas, Azure, Teams sowie der Anbieter Astound Broadband betroffen gewesen sein sollen.
Weitere Dienste wie Teams und SharePoint betroffen
In der Nacht zum 1. September 2026 weitete Microsoft die Liste der betroffenen Dienste aus. Neben Exchange Online nannte das Unternehmen nun auch Teams, SharePoint und Defender XDR als beeinträchtigt.
Laut einem Update habe man das Problem auf eine Authentifizierungskomponente zurückgeführt, die zu den Ausfällen beigetragen habe. Microsoft teilte mit, bereits eine Lösung entwickelt und zunächst auf einen Teil der Infrastruktur angewendet zu haben, um deren Wirksamkeit zu testen – eine vollständige Ausweitung sollte erst nach Bestätigung des Erfolgs erfolgen.