Microsoft räumt Windows-Insider-Programm auf
Microsoft dreht am großen Rad: Das Windows-Insider-Programm bekommt neue Kanäle, eine übersichtlichere Struktur und – endlich – ein Ende des frustrierenden Feature-Lotterie. Was sich konkret ändert und was das für Tester bedeutet.
Microsoft räumt beim Windows Insider Program auf. Der Konzern gab bekannt, die bisherige Kanalstruktur mit Dev, Canary und Beta durch zwei neue Hauptkanäle zu ersetzen: Experimental und Beta. Auslöser war direktes Feedback der Insider-Community, das Microsoft unter anderem beim ersten persönlichen Meetup, über den Feedback Hub und in Einzelgesprächen eingeholt hatte. Zwei Kritikpunkte kristallisierten sich dabei besonders deutlich heraus: Die Kanalstruktur war verwirrend, und angekündigte Features kamen oft gar nicht auf den Testgeräten an.
Neue Funktionen für alle Tester
Der neue Beta-Kanal bringt dabei die wohl bedeutsamste Änderung mit sich. Microsoft beendet dort die sogenannten "Controlled Feature Rollouts" (CFR) – also das schrittweise Verteilen neuer Funktionen an nur einen Teil der Nutzer. Wer künftig ein angekündigtes Beta-Update installiert, bekommt die darin beschriebenen Features garantiert auch auf sein Gerät. Kleine Variationen innerhalb einer Funktion sind zwar weiterhin möglich, aber die Funktion selbst soll immer vorhanden sein. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, war es für Insider bisher aber nicht.
Der Experimental-Kanal löst die bisherigen Dev- und Canary-Kanäle ab. Der Name ist Programm: Hier landen Features, die sich noch in aktiver Entwicklung befinden und die sich verändern, verzögern oder ganz gestrichen werden können. Für Nutzer im Experimental-Kanal führt Microsoft außerdem eine neue "Feature Flags"-Seite in den Einstellungen ein, über die sich einzelne angekündigte Features gezielt aktivieren oder deaktivieren lassen.
Zunächst soll das für sichtbare neue Funktionen gelten; weniger auffällige Änderungen wie Bugfixes bleiben vorerst außen vor. Wer noch tiefer in die Materie einsteigen will, kann in den erweiterten Einstellungen zudem einen konkreten Windows-Core-Versionsstand wählen – in der Regel 25H2 oder 26H1. Im Experimental-Kanal gibt es zusätzlich die Option "Future Platforms", ein sehr frühes Vorschau-Build ohne Bindung an eine Retail-Version von Windows.
Einfacher Kanalwechsel
Ein weiteres praktisches Problem löst Microsoft ebenfalls: das mühsame Wechseln zwischen Kanälen. Bisher erforderte ein Kanalwechsel in vielen Fällen eine Neuinstallation von Windows - eine hohe Hürde sowohl für Neulinge als auch für langjährige Insider, die das Programm verlassen wollen.
Künftig soll ein sogenanntes "In-Place Upgrade" (IPU) den Wechsel zwischen Experimental, Beta und Release Preview ohne Datenverlust ermöglichen. Apps, Einstellungen und Daten bleiben dabei erhalten. Ausnahme ist die Future-Platforms-Option im Experimental-Kanal: Da diese Builds keiner Retail-Version entsprechen, ist beim Verlassen dieses Pfades weiterhin eine Neuinstallation nötig.
Die Umstellung beginnt in den kommenden Wochen. Bestehende Insider werden automatisch migriert: Beta-Kanal-Nutzer landen im neuen Beta-Kanal, Dev-Kanal-Nutzer im Experimental-Kanal. Canary-Nutzer werden je nach Build-Serie aufgeteilt – 29500er-Builds landen bei Experimental (Future Platforms), 28000er-Builds bei Experimental (26H1). Der Release-Preview-Kanal bleibt als erweiterte Option für kommerzielle Kunden und konservativere Tester erhalten. Microsoft betont, dass sich lediglich die Kanalzugehörigkeit ändert, nicht der installierte Windows-Versionsstand.