DNS-Benchmark, frisch kalibriert

Lesezeit
1 Minute
Bis jetzt gelesen

DNS-Benchmark, frisch kalibriert

27.05.2026 - 07:00
Veröffentlicht in:

GRC hat seinen DNS Benchmark nach 17 Jahren von Grund auf erneuert: Version 2 korrigiert das fehlerhafte Resolver-Ranking des Vorgängers, bringt Unterstützung für IPv6, DoH und DoT sowie fünffach mehr Messwiederholungen für stabilere Ergebnisse.

Das Problem von Version 1 des GRC-Klassikers DNS Benchmark war laut Entwickler konzeptioneller Natur: Es priorisierte die Caching-Performance eines Resolvers gegenüber allen anderen Messwerten. 2009 war das vertretbar, denn damals lieferte ein Webserver den Großteil seiner Inhalte aus einer einzigen Domain.

Heute laden Webseiten hingegen Code-Bibliotheken, Tracking-Skripte, Werbenetze und KI-Chatboxen von Dutzenden Drittanbieter-Domains – jede davon braucht eine frische DNS-Auflösung. Wer seinen Resolver nur nach der schnellsten Cache-Antwort auswählt, setzt also auf ein Pferd, das für eine längst abgerissene Rennbahn gezüchtet wurde.

v2 gewichtet Cached- und Uncached-Lookups gleichwertig und liefert damit ein Ranking, das die realen Verhältnisse im heutigen Web abbildet. Hinzu kommt volle Unterstützung für IPv6, DoH (DNS over HTTPS) und DoT (DNS over TLS) – alle vier Protokollklassen lassen sich direkt nebeneinander vergleichen. Wer nicht möchte, dass sein ISP die eigenen Browsing-Gewohnheiten protokolliert und vermarktet, findet so den schnellsten verschlüsselten Resolver am eigenen Standort.

Für belastbare Ergebnisse testet v2 jeden Resolver standardmäßig fünfmal so intensiv wie der Vorgänger – 250 statt 50 Query-Sets – und federt damit das deutlich gewachsene Jitter im heutigen Internet ab. Die eingebaute Resolver-Liste umfasst 126 IPv4-, 43 IPv6-, 81 DoH- und 60 DoT-Einträge; ein automatischer Scanner prüft zusätzlich knapp 5000 weitere Kandidaten. Langsame Resolver sieliniert v2 selbsttätig aus dem Rennen, bevor sie Messzeit fressen.

GRC vertreibt DNS Benchmark v2 als Einmalkauf für 9,95 US-Dollar. Wer einmal zahlt, erhält laut Anbieter alle künftigen Versionen kostenlos und unterstützt damit auch GRCs übrige Freeware-Projekte. Das Tool läuft auf Windows 7 bis 11 sowie unter Linux via WINE.

Hier geht es zur Themenseite