Nvidia bringt KI-Agenten auf den Windows-PC
Mit dem RTX Spark hat Nvidia einen neuen ARM-basierten Superchip für Windows-PCs vorgestellt, der lokale KI-Anwendungen, Gaming und professionelle Content-Erstellung auf einer Plattform vereinen soll. Die Kombination aus Grace-CPU und Blackwell-GPU ermöglicht laut Hersteller die Ausführung großer KI-Modelle direkt auf dem Endgerät – ohne Anbindung an Cloud-Dienste.
KI-Modelle lokal ausführen
Der RTX Spark basiert auf einer eigens mit MediaTek entwickelten 20-Kern-CPU der Grace-Generation und einer integrierten Blackwell-Grafikeinheit. Je nach Ausbaustufe stehen bis zu 6.144 CUDA-Kerne sowie Tensor-Kerne der fünften Generation zur Verfügung. Über ein gemeinsames Speicherinterface greifen CPU und GPU auf bis zu 128 GByte LPDDR5X-Arbeitsspeicher mit einer Bandbreite von knapp 300 GByte/s zu.
Nvidia beziffert die KI-Rechenleistung auf bis zu einem PetaFLOP. Damit sollen sich lokale Sprachmodelle mit bis zu 120 Milliarden Parametern direkt auf dem Rechner betreiben lassen. Zielgruppe sind neben Entwicklern vor allem Anwender, die KI-Funktionen ohne externe Cloud-Anbindung nutzen möchten.
Geschützte Laufzeitumgebung für Agenten
Als Softwarebasis dient die gemeinsam mit Microsoft entwickelte Open-Source-Laufzeitumgebung OpenShell für Windows 11 on ARM. Diese führt autonome KI-Agenten in einer isolierten Umgebung aus und soll verhindern, dass Anwendungen unkontrolliert auf persönliche Daten zugreifen.
Anwender können Berechtigungen granular festlegen, während Windows die definierten Sicherheitsrichtlinien durchsetzt. Die KI-Agenten arbeiten lokal auf dem Endgerät und übernehmen Aufgaben wie die semantische Suche in Dokumenten, die Codegenerierung oder die Erstellung von Medieninhalten.
Erste Geräte ab Herbst
Mehrere Hardwarepartner, darunter Asus, Dell, HP, Lenovo und MSI, haben bereits Notebooks mit RTX-Spark-Prozessor angekündigt. Auch Microsoft plant den Einsatz des Chips in künftigen Surface-Geräten. Die ersten Systeme sollen im Herbst auf den Markt kommen, Desktop-Varianten folgen wenig später.
Die Preise dürften sich allerdings im oberen Marktsegment bewegen. Für Einstiegskonfigurationen werden rund 2.700 Euro erwartet, während voll ausgestattete Systeme deutlich über 5.000 Euro kosten könnten.
Die Ankündigung erfolgte über die Social-Media-Kanäle von Nvidia sowie die offizielle Produktseite und wird von einer vertieften Zusammenarbeit mit Microsoft für Windows-on-ARM-Systeme begleitet.
Quellen: X.com (NVIDIA GeForce), Nvidia.com und Nvidia Newsroom.