PowerShell unter Linux und macOS

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PowerShell unter Linux und macOS

04.05.2026 - 07:00
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Die PowerShell hat sich längst vom reinen Windows-Werkzeug zu einer plattformübergreifenden Automationsumgebung entwickelt. Dank ihres Open-Source-Ansatzes lässt sie sich heute nicht nur unter Windows, sondern ebenso auf Linux und macOS einsetzen. Gerade in heterogenen Umgebungen profitieren Administratoren davon, mit einem einheitlichen Werkzeug zu arbeiten. Installation, Einrichtung und typische Einsatzszenarien auf den verschiedenen Plattformen stehen im Mittelpunkt dieses Workshops.

In Kürze
  • Die PowerShell ist heute plattformübergreifend unter Windows, Linux und macOS verfügbar.
  • Unter Linux erfolgt die Installation am besten über Paketquellen und den jeweiligen Paketmanager.
  • Alternativ lässt sich die PowerShell manuell als vorkompiliertes Paket installieren.
  • Unter macOS ist neben dem PKG-Paket insbesondere Homebrew eine flexible Installationsoption.
  • Funktionsumfang und verfügbare Module unterscheiden sich je nach Plattform teilweise.

Windows assoziierten viele Administratoren lange mit "Klickibunti" und Fenstern, und nicht mit einer ordentlichen Kommandozeile. Die PowerShell hat dieses Klischee jedoch gehörig durcheinandergewirbelt. Microsoft erkannte vor Jahren, dass ein leistungsfähiges Kommandozeilenwerkzeug auch unter Windows einen Nutzen hat. Einige Jahre später stellte der Konzern deren Kern unter eine freie Lizenz und ermöglichte so das Entstehen einer echten Open-Source-Gemeinschaft um die PowerShell herum. Das hat dem Produkt merklich gutgetan: Wie bei den meisten anderen freien Projekten erstellen Dritte heute für die PowerShell Erweiterungen und peppen diese durch Themen optisch auf.

Über Betriebssysteme hinweg

Mittlerweile steht die PowerShell, und das ist fast schon ein Treppenwitz der Geschichte, längst nicht mehr nur für Windows zur Verfügung. Stattdessen lässt sie sich auch auf Linux und macOS hervorragend nutzen. Sie kann dort zum Teil sogar Dinge, die mit der klassischen Kombination aus Terminalfenster und Shell gar nicht oder nur schwer zu realisieren sind. Längst bewirbt Microsoft das Produkt entsprechend auch nicht mehr als reine Kommandozeile, sondern als Werkzeug, das Automation über eine eigene Skriptsprache ermöglicht und eben auch ein Commandline-Interface (CLI) bietet.

Besonders für Administratoren, die im Alltag sowohl mit Windows als auch mit macOS oder Linux zu tun haben, sind das hervorragende Nachrichten. Denn sie haben nun die Möglichkeit, dasselbe zentrale Arbeitswerkzeug auf Linux wie auch auf Windows zu nutzen. Zwar sind die Befehle für einzelne Aufgaben nicht auf beiden Systemen gleich, doch hat die PowerShell dieses Problem längst überwunden: Unter macOS oder Linux etwa führt die PowerShell ganz selbstverständlich auch die gewohnten Linux-Programme aus, die das System anbietet.

So funktioniert das Kommando ip a s, das alle aktiven Netzwerkschnittstellen mitsamt ihrer Konfiguration anzeigt, auch innerhalb der PowerShell auf Linux klaglos. Und weil es – entgegen vieler Memes im Netz – auch auf Windows-Systemen freilich Mittel und Wege gibt, etwa Netzwerkkonfigurationen auf der Shell anzuzeigen und zu verändern, hat die PowerShell dann doch wieder auf macOS, Linux sowie Windows einen durchaus vergleichbaren Funktionsumfang.

Im Folgenden soll es darum gehen, wie Sie die PowerShell unter macOS sowie unter Linux installieren und in Betrieb nehmen. Dazu gehört die Konfiguration als Standard-Shell ebenso wie spezifische Veränderungen an der Konfiguration der Shell. Denn das stimmt leider auch: Die PowerShell auf ein System zu bekommen, ist ob der vielen Möglichkeiten ein oft komplexeres Unterfangen als deren eigentliche Nutzung. Das gilt umso mehr, da es je nach Einsatzzweck mehrere Dinge zu beachten gilt.

Der Einfachheit halber geht dieser Artikel das Thema in zwei Teilen an: Zunächst steht Linux mit seiner Vielfalt an Distributionen auf dem Plan, die beinahe zahllose Möglichkeiten für die Installation vorhalten. Wer sich eher für die PowerShell unter macOS interessiert, findet die nötigen Informationen darüber im darauffolgenden Abschnitt. 

PowerShell unter RHEL und Ubuntu

Für Linux-Anwender ist die gute Nachricht, dass Linux bei Microsoft beinahe schon eine Herzensangelegenheit ist. Anders als früher betrachtet Redmond Linux längst nicht mehr als unberechenbares Krebsgeschwür, und stellt sogar eine eigene Linux-Distribution zur Verfügung. Die ist zwar vorrangig für den Einsatz in Azure vorgesehen, Microsofts eigener Public Cloud. Sie kommt aber durchaus auch andernorts zum Einsatz, und auch hier soll laut Microsoft freilich die PowerShell laufen. Das Gros der Anwender wird die PowerShell jedoch auf einem System mit einer der klassischen Linux-Distributionen benötigen. Darunter fallen Ubuntu und Debian sowie Fedora und OpenSUSE auf der Desktopseite sowie SUSE Linux Enterprise Server und Red Hat Enterprise Linux für das Rechenzentrum.

SLES-Fans müssen stark sein: Pakete hierfür stellt Microsoft nicht bereit. Hier besteht eine Alternative in der Nutzung von Homebrew, auf das wir später noch kurz eingehen, sowie die Nutzung der statisch verlinkten Binärpakete, die Microsoft selbst anbietet. Auch der Betrieb innerhalb von Docker kommt als Alternative in Frage. Für Debian, Ubuntu sowie RHEL und Alpine Linux brauchen Administratoren sich diese Gedanken aber so oder so nicht zu machen. Hier gibt es seitens des Anbieters komplette Paketverzeichnisse, mittels derer die Installation leicht von der Hand geht.

Zuvor ist allerdings ein wichtiges Detail zu beachten, denn die PowerShell kommt in mehreren Versionen daher: Sie steht in verschiedenen Versionszweigen zur Verfügung, darunter Varianten mit Langzeitunterstützung (LTS) sowie reguläre stabile Versionen. Nicht jede stabile Ausgabe ist dabei zugleich als LTS-Version ausgelegt. Bei der Installation ist also darauf zu achten, die Version zu wählen, die den eigenen Anforderungen entspricht.

Wer die PowerShell unter Red Hat Enterprise Linux 8 oder 9 installieren möchte, kann dazu ein RPM-Paket direkt von Microsoft verwenden. In der Praxis empfiehlt es sich jedoch, das offizielle Paketrepository einzubinden, damit Updates künftig automatisch über den Paketmanager bezogen werden können. Die Installation erfolgt dann komfortabel über dnf install powershell.

Dies gilt auch für kompatible Distributionen wie AlmaLinux oder Rocky Linux. Bei älteren Systemen ist zu beachten, dass nicht alle aktuellen PowerShell-Versionen unterstützt werden.

Je nach Konfiguration kann es vorkommen, dass das System beim Einsatz externer Paketquellen Warnmeldungen zur Herkunft der Pakete ausgibt. In diesem Fall sollten Administratoren die eingebundenen Quellen und Schlüssel prüfen, bevor sie die Installation fortsetzen. Weitere Informationen zur Einrichtung der offiziellen Paketquellen und zur Installation stellt Microsoft in seiner Dokumentation bereit.

Alternativ zur Installation einzelner Pakete bietet sich die Einbindung der offiziellen Paketquellen an. Das hat den Vorteil, dass Updates für die PowerShell künftig automatisch über den Paketmanager bereitgestellt werden.

Terminalfenster zeigt die Installation der PowerShell unter Ubuntu über den Paketmanager
Bild 1: Die Installation der PowerShell unter Ubuntu erfolgt komfortabel über die offiziellen Paketquellen und den Paketmanager.
 

Ähnlich unkompliziert verläuft die Installation unter Ubuntu Linux. Microsoft stellt hierfür ein eigenes Paketrepository bereit, das sich in die vorhandenen Paketquellen integrieren lässt. Nach dem Einbinden erfolgt die Installation der PowerShell komfortabel über den Paketmanager, etwa mit apt install powershell. Die Vorgehensweise ist auch auf andere Debian-basierte Distributionen übertragbar. Bei älteren Systemen ist zu beachten, dass nicht alle aktuellen PowerShell-Versionen unterstützt werden.

PowerShell-Paket installieren

Unabhängig von der jeweiligen Distribution lässt sich die PowerShell auch manuell als vorkompiliertes Paket installieren. Dazu laden Sie das aktuelle Archiv von der Microsoft-Seite herunter und entpacken es in ein geeignetes Verzeichnis, etwa unter "/usr/local":

mkdir -p /usr/local/opt/powershell

tar -xzf powershell-<version>-linux-x64.tar.gz -C /usr/local/opt/powershell

Anschließend machen Sie die Binärdatei ausführbar und fügen das Verzeichnis dem Suchpfad hinzu:

chmod +x /usr/local/opt/powershell/pwsh

export PATH=$PATH:/usr/local/opt/powershell

Danach lässt sich die PowerShell über pwsh starten. Dieses Vorgehen bietet sich vor allem dann an, wenn keine Paketquellen genutzt werden können oder eine isolierte Installation gewünscht ist.

Wer möchte, kann die PowerShell auch zur Standard-Shell machen. Dazu ist sie zunächst mit ihrem vollständigen Pfad in "/etc/shells" einzutragen und anschließend über chsh auszuwählen.

Homebrew für macOS-Umgebungen

Wer die PowerShell nicht nur unter Linux, sondern auch auf macOS einsetzen möchte, hat dafür mehrere Optionen. Die einfachste Methode besteht darin, die Shell über das von Microsoft bereitgestellte PKG-Paket zu installieren. Nach der Installation steht die PowerShell sofort zur Verfügung.

Ganz ohne Einschränkungen ist dieser Ansatz jedoch nicht: Er installiert ausschließlich die PowerShell selbst und integriert sich nur begrenzt in weitergehende Werkzeuge und Erweiterungen. Zusätzliche Komponenten, etwa die Prompt-Erweiterung "Oh My Posh", müssen in diesem Fall manuell nachinstalliert werden.

Eine flexiblere Alternative bietet Homebrew. Dabei handelt es sich um einen plattformübergreifenden Paketmanager für macOS und Linux, der Software sowohl aus vorgefertigten Paketen als auch direkt aus den Quellen bereitstellt. Homebrew funktioniert weitgehend unabhängig von einer konkreten Distribution, solange es auf dem jeweiligen System unterstützt wird. Da Linux bereits Thema war, beziehen sich die folgenden Beispiele auf macOS, auf dem die PowerShell zum Einsatz kommen soll.

Hilfreich ist bei Homebrew, dass es weder Administratorrechte benötigt noch besonders aufwendig zu installieren ist. Die Installation erfolgt über ein von den Entwicklern bereitgestelltes Skript, das sich direkt im Terminal ausführen lässt:

/bin/bash -c "$(curl -fsSL https://raw.githubusercontent.com/Homebrew/install/HEAD/install.sh)"

Voraussetzung dafür sind die Kommandozeilenwerkzeuge von Apples Xcode, die unter anderem einen Compiler bereitstellen. Nach der Installation empfiehlt sich ein kurzer Funktionstest, etwa durch die Installation eines Pakets wie "wget".

Homebrew stellt zahlreiche Werkzeuge in aktuellen Versionen bereit, die unter macOS oft nur in abweichenden Varianten verfügbar sind. So lassen sich typische Unterschiede zwischen GNU- und BSD-Implementierungen bei Bedarf leicht ausgleichen.

Ist Homebrew einsatzbereit, erfolgt die Installation der PowerShell direkt über den Paketmanager, etwa mit brew install powershell. Spätere Updates lassen sich komfortabel mit brew update && brew upgrade powershell einspielen.

Homebrew installiert PowerShell unter macOS im Terminal
Bild 2: Für macOS gibt es zwar ein Paket im PKG-Format von Microsoft. Wer jedoch plant, zusätzliche Community-Erweiterungen für die PowerShell zu nutzen, ist mit Homebrew besser bedient.
 

Homebrew steht inzwischen auch auf vielen Linux-Distributionen zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass die notwendigen Entwicklungswerkzeuge installiert sind, etwa über entsprechende Meta-Pakete wie "build-essential" unter Debian. Fehlen diese, weist Homebrew während der Installation darauf hin.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Wie eingangs beschrieben, gibt es einige Befehle, die in der PowerShell unter Windows wie vorgesehen funktionieren, unter macOS oder Linux jedoch nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Für Administratoren lohnt sich daher ein genauerer Blick auf die Unterschiede zwischen den Plattformen.

Zunächst ist wichtig, die "freie" PowerShell klar von der klassischen Windows PowerShell zu unterscheiden. Beide tragen ähnliche Namen, bezeichnen jedoch unterschiedliche Entwicklungsstände: Die Windows PowerShell ist die ursprüngliche, fest in das Betriebssystem integrierte Variante.

Diese ist bis heute in vielen Umgebungen im Einsatz, gilt technisch jedoch als Vorgänger der modernen PowerShell. Letztere wird in vielen Dokumentationen auch als "PowerShell Core" bezeichnet. Der Begriff deutet allerdings nicht auf einen eingeschränkten Funktionsumfang hin, sondern darauf, dass es sich um ein eigenständiges, plattformübergreifendes Produkt handelt.

Wer von der Windows PowerShell auf die aktuelle PowerShell unter macOS oder Linux wechselt, wird daher feststellen, dass nicht alle gewohnten Befehle und Module verfügbar sind. Eine Übersicht über die Unterschiede und nicht mehr unterstützten Komponenten stellt Microsoft in seiner Dokumentation bereit.

Fazit

Der Einsatz der PowerShell unter Linux und macOS ist heute problemlos möglich und eröffnet insbesondere in heterogenen Umgebungen zusätzliche Möglichkeiten für Automatisierung und Administration. Die Shell bietet eine leistungsfähige Skriptumgebung und lässt sich auch in bestehende Werkzeuge wie Ansible integrieren.

Für Administratoren, die bislang vor allem mit klassischen Linux- oder Windows-Werkzeugen gearbeitet haben, lohnt sich daher ein Blick über den Tellerrand. Die plattformübergreifende Verfügbarkeit macht die PowerShell zu einem vielseitigen Werkzeug für moderne IT-Infrastrukturen. (ln)

Über den Autor: Martin Loschwitz ist Gründer und Geschäftsführer der True West IT Services GmbH. Nebenberuflich schreibt er als freier Journalist zu Themen wie Cloud Computing, Virtualisierung und Container.

FAQs

✚ Was ist der Unterschied zwischen Windows PowerShell und PowerShell?

Die Windows PowerShell ist die ursprüngliche, fest in Windows integrierte Version. Die moderne PowerShell ist plattformübergreifend verfügbar und wird oft als "PowerShell Core" bezeichnet. Sie wird aktiv weiterentwickelt und unterstützt auch Linux und macOS.

✚ Wie installiere ich PowerShell unter Linux am einfachsten?

Am einfachsten erfolgt die Installation über die offiziellen Paketquellen von Microsoft. Nach deren Einbindung lässt sich die PowerShell direkt über den Paketmanager installieren, etwa mit dnf oder apt.

✚ Kann ich PowerShell auch ohne Paketmanager installieren?

Ja, die PowerShell steht auch als vorkompiliertes Archiv zur Verfügung. Dieses lässt sich manuell entpacken und in den Systempfad einbinden. Diese Methode eignet sich vor allem für isolierte Installationen oder Systeme ohne Paketquellen.

✚ Welche Vorteile bietet Homebrew unter macOS?

Homebrew erleichtert die Installation und Aktualisierung von Software über die Kommandozeile. Im Gegensatz zum PKG-Paket integriert sich die PowerShell damit besser in eine Umgebung mit weiteren Tools und lässt sich komfortabel aktualisieren.

✚ Funktioniert jede PowerShell-Funktion auf allen Betriebssystemen?

Nein, nicht alle Befehle und Module sind plattformübergreifend verfügbar. Besonders bei systemnahen Funktionen gibt es Unterschiede zwischen Windows, Linux und macOS. Microsoft dokumentiert diese Abweichungen in der offiziellen Dokumentation.

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