Tickets unter eigener Regie
Mit Qisutu 1.0.1 steht die erste stabile Version eines neuen Open-Source-Ticketsystems bereit. Die Software bündelt Helpdesk, Kundenportal, Automatisierung und Service-Management und lässt sich vollständig in der eigenen Infrastruktur betreiben. Für Administratoren interessant sind unter anderem LDAP-Anbindung, OAuth2, REST-API, CMDB und ein integrierter Updater.
Qisutu nimmt Anfragen per E-Mail, Webformular, Kundenportal oder direkt durch Agenten entgegen und führt Nachrichten, Notizen, Anhänge und Statusänderungen in einer chronologischen Tickethistorie zusammen. Queues, Gruppen und Berechtigungen regeln Zuständigkeiten und Zugriffe. Für Serviceprozesse stehen Kalender, SLAs und Eskalationen bereit, während dynamische Felder, Checklisten sowie ereignis- und zeitgesteuerte Regeln individuelle Abläufe abbilden. Die Produktseite nennt darüber hinaus Sammelaktionen sowie das Verknüpfen, Teilen und Zusammenführen von Tickets.
Für die Einbindung in bestehende IT-Umgebungen unterstützt das System IMAP und SMTP sowie OAuth2 beziehungsweise XOAUTH2 für Microsoft 365 und Google Workspace beziehungsweise Gmail. Agenten und Ansprechpartner lassen sich über getrennte LDAP- und Active-Directory-Verbindungen anmelden. Hinzu kommen Zwei-Faktor-Authentifizierung, S/MIME, eine REST-API, CSV-Importe sowie eine frei konfigurierbare CMDB, deren Konfigurationselemente sich mit Tickets, Kunden und Ansprechpartnern verknüpfen lassen. Qisutu steht unter der AGPL 3.0 oder neuer und kann vollständig selbst betrieben werden.
Das Installationsprogramm richtet laut Hersteller Apache2 und MariaDB automatisch ein; Webinstaller und Updater unterstützen anschließend Installation und Pflege. Mehrere voneinander getrennte Instanzen lassen sich parallel auf einem Server betreiben. Über Zusatzmodule kommen unter anderem ITSM-Funktionen für Incident-, Problem-, Change- und Release-Management sowie Integrationen mit Microsoft 365 und Entra ID hinzu. Für KI-Funktionen bietet der Hersteller "Kim"-Module an. Deren Verarbeitung läuft laut Anbieter auf einer eigenen GPU-Infrastruktur; Ticket-, Kunden- und Unternehmensdaten sollen damit nicht an öffentliche KI-Dienste oder die Clouds externer Sprachmodellanbieter übertragen werden müssen.