RCS 4.0: Videoanrufe direkt aus dem Chat

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RCS 4.0: Videoanrufe direkt aus dem Chat

27.03.2026 - 15:20
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Videoanrufe direkt aus dem Chat, Textformatierungen wie in einem Dokument und bessere Medienqualität – die GSMA hat mit RCS Universal Profile 4.0 das bislang größte Update des Messaging-Standards veröffentlicht.

Die GSMA hat die Fertigstellung von RCS Universal Profile 4.0 bekanntgegeben – dem bislang umfangreichsten Update des Messaging-Standards Rich Communication Services (RCS). Tom Van Pelt, Technical Director der GSMA, bezeichnete die neue Version als "most comprehensive upgrade yet". Das Update folgt auf erste Tests zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen Android- und iOS-Geräten, die auf Basis der Vorgängerversionen 3.0 und 3.1 möglich wurden. RCS gilt als moderner Nachfolger der klassischen SMS und soll plattformübergreifend eine einheitliche Messaging-Erfahrung schaffen.

Integrierte Videoanrufe

Das wohl auffälligste neue Feature ist die Einführung sogenannter Messaging-Initiated Video Calls, kurz MIVC. Nutzer können damit direkt aus einem laufenden RCS-Chat heraus – ob Einzel- oder Gruppengespräch – einen Videoanruf starten, ohne die App zu wechseln. Besonders praktisch: Wer einen laufenden Gruppen-Videocall zunächst verpasst, kann nachträglich einsteigen. Alle Gesprächsaktivitäten werden außerdem im Chat-Verlauf synchronisiert. Die GSMA sieht MIVC als ersten nativ unterstützten, geräte- und netzwerkübergreifend interoperablen Videogesprächsstandard im Messaging-Kontext.

Universal Profile 4.0 bringt auch Verbesserungen bei Text und Mediendarstellung. RCS-Nachrichten lassen sich künftig mit Formatierungen wie Fettdruck, Kursivschrift oder Durchstreichungen versehen. Für Empfänger, deren Geräte diese Formatierungen nicht unterstützen, sind Fallback-Mechanismen vorgesehen – etwa ein Hinweis, dass eine Nur-Text-Version bereitsteht. Darüber hinaus können Geräte künftig die jeweils unterstützten Medienformate des Gesprächspartners abfragen und Bild-, Video- sowie Audiodaten entsprechend optimal kodiert übertragen.

Mehr Kontrolle für Unternehmen

Für Unternehmenskommunikation gibt es ebenfalls Neuerungen. Die sogenannten Rich Cards – strukturierte Nachrichtenkarten, die Unternehmen an Kunden senden – unterstützen ab Version 4.0 eingebettetes Videostreaming, sodass kein vollständiger Download mehr nötig ist. Zusätzlich können Unternehmen nun genauer steuern, wie Links geöffnet werden: Einfache Aktionen wie das Anzeigen einer Speisekarte bleiben innerhalb der Messaging-App, während komplexere Vorgänge wie Zahlungen gezielt in separate Anwendungen weitergeleitet werden. Die Verarbeitung von Deep Links und die Verifikation der beteiligten Unternehmen wurde laut GSMA ebenfalls robuster gestaltet.

Universal Profile 4.0 ist ab sofort zur Begutachtung durch Industriestakeholder freigegeben. Die GSMA ruft Geräte- und Netzbetreiber sowie weitere Akteure zur aktiven Mitarbeit und Rückmeldung auf. Wann und in welchem Umfang die neuen Funktionen auf Endgeräten verfügbar sein werden, hängt von der Implementierungsgeschwindigkeit der jeweiligen Hersteller und Netzbetreiber ab – eine verbindliche Aussage dazu macht die GSMA nicht. Der Standard steht damit vor einem weiteren Schritt hin zum plattformübergreifenden Messaging-Erlebnis, bleibt in seiner Umsetzung aber noch von vielen Marktakteuren abhängig.