Scality ergänzt Objektspeicher um KI-Automatisierung
Scality will seinen Objektspeicher künftig stärker als Plattform für KI-Workloads und automatisierte Infrastrukturprozesse positionieren. Mit "Scality Autonomous Data Infrastructure" kündigt der Anbieter ein Betriebsmodell an, das bestehende Technologien wie den verteilten Objektspeicher RING und die Backup-Plattform ARTESCA um KI-gestützte Verwaltungs- und Automatisierungsfunktionen ergänzt.
Innerhalb von Scality ADI (Autonomous Data Infrastructure) bildet "Scality Guardian" die neue Betriebs- und Managementebene, die Infrastrukturaufgaben wie Rebalancing, Kapazitätserweiterungen, Upgrades oder Lifecycle-Management mithilfe von KI-Agenten unterstützen soll.
Fokus auf KI-Workloads und Tiering
Technisch setzt Scality weiterhin auf eine softwaredefinierte, disaggregierte Architektur. Unterschiedliche Speicherklassen – darunter NVMe-SSDs, HDDs, Tape und Cloudspeicher – sollen sich innerhalb eines gemeinsamen Namespace verwalten lassen. Ein policybasiertes Tiering soll Daten je nach Workload automatisch auf passende Medien verschieben.
Scality adressiert dabei insbesondere KI-Umgebungen mit stark variierenden Anforderungen an Durchsatz und Latenz. Genannt werden unter anderem Training, Inferenz, Retrieval-Augmented Generation (RAG), multimodale Agenten-Workflows sowie KV-Caches für verteilte Inferenz. Für GPU-nahe KI-Workloads integriert der Hersteller nach eigenen Angaben RDMA-beschleunigte Datenpfade und GPU-Direct-Anbindungen.
Darüber hinaus soll ADI Funktionen für Cyber-Resilienz bereitstellen. Dazu zählen unveränderbare Speicherbereiche (Immutable Storage), geografische Replikation sowie Richtlinien für Wiederherstellung und Datenaufbewahrung. Scality verweist dabei auf die bereits verfügbare CORE5-Technik aus ARTESCA.
Integration externer KI-Werkzeuge
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration externer KI-Stacks. Laut Scality unterstützt die Plattform das Model Context Protocol (MCP), sodass sich eigene KI-Agenten oder Automatisierungswerkzeuge anbinden lassen sollen. In den veröffentlichten Architekturdiagrammen finden sich zudem Funktionen für Telemetrie, Anomalieerkennung und Energieverbrauchsanalysen.
Noch offen bleiben einige technische Details. So nennt Scality bislang keine konkreten Leistungswerte oder unterstützten Hardwarekonfigurationen. Auch der genaue Umfang einzelner ADI-Funktionen sowie deren Verfügbarkeit geht aus der Ankündigung bislang nur teilweise hervor. In den veröffentlichten Architekturdiagrammen sind mehrere Komponenten zudem als künftig geplante Funktionen gekennzeichnet.
Mit ADI folgt Scality dem aktuellen Trend vieler Storage-Anbieter, klassische Speicherplattformen stärker mit KI-Operations, Cyber-Resilienz und automatisierter Infrastrukturverwaltung zu kombinieren. Im Unterschied zu reinen KI-Softwareankündigungen basiert die Plattform allerdings auf bereits etablierten Produkten des Herstellers im Bereich Objektspeicher und Backup.