Sophos Fusion gegen KI-gestützte Angriffe
Cyberangriffe laufen heute in Stunden statt in Tagen ab – klassische Sicherheits-Flickenteppiche kommen da kaum noch hinterher. Mit "Sophos Fusion" bringt der Sicherheitsanbieter nun ein System an den Start, das sämtliche Schutzebenen unter einem Dach bündeln soll.
Der Sicherheitsanbieter Sophos hat ein neues System namens "Sophos Fusion" vorgestellt. Es soll nach Angaben des Unternehmens das bislang umfassendste KI-native Cybersicherheits-Verteidigungssystem der Branche darstellen.
Ziel ist es, Angriffe im sogenannten KI-Zeitalter koordiniert abzuwehren, statt sie mit einzelnen, voneinander getrennten Werkzeugen zu bekämpfen. Sophos beschreibt das System als neue Kategorie, in der Control Points, Services, Datenquellen und Analysten als Einheit funktionieren – unabhängig davon, ob die einzelnen Bausteine von Sophos selbst oder von Drittanbietern stammen.
Warum Unternehmen umdenken müssen
Laut Sophos hat sich die Bedrohungslage durch den Einsatz von KI grundlegend verändert. Angriffe liefen inzwischen als koordinierte Operationen ab, bei denen die Zeitspanne vom ersten Zugriff bis zum eigentlichen Schaden von Tagen auf Stunden geschrumpft sei.
Gleichzeitig setzten viele Unternehmen weiterhin auf eine Vielzahl isolierter Sicherheitsprodukte – im Schnitt mehr als 45 verschiedene Tools pro Organisation. Das treibe Kosten und manuellen Aufwand in die Höhe, während Angreifer mit Maschinengeschwindigkeit vorgingen, so die Argumentation des Herstellers.
Sophos Fusion soll diesem Problem mit vier zentralen Prinzipien begegnen: einem gemeinsamen Datenpool namens Context Lake, in dem alle Signale zusammenlaufen, sowie der sogenannten Synchronized Security, bei der eine Erkennung an einem Punkt automatisch Maßnahmen an anderen Stellen auslöst. Hinzu kommen agentische Autonomie mit menschlicher Kontrolle sowie eine Intelligenz, die sich laut Sophos mit jeder erkannten Bedrohung über die gesamte Kundenbasis hinweg verbessert.
Technische Basis und bisherige Erfahrungswerte
Sophos Fusion baut auf Sophos Central auf, einem System, das nach Unternehmensangaben von weltweit 625.000 Organisationen genutzt wird. Nach der Übernahme von Secureworks im Jahr 2025 wurde die Architektur neu aufgesetzt und um die Taegis-Analytik des übernommenen Unternehmens ergänzt.
Sophos verweist zur Untermauerung der eigenen Leistungsfähigkeit auf sein eigenes Security Operations Center, das nach eigenen Angaben das weltweit größte agentische SOC mit mehr als 40.000 Kunden ist. Dort würden 52 Prozent aller Fälle vollständig durch KI gelöst, die durchschnittliche Reaktionszeit von einer Warnmeldung bis zur automatisierten Antwort liege bei 89 Sekunden.
Sophos-Chef Joe Levy erklärte, KI erhöhe Geschwindigkeit, Umfang und Komplexität von Angriffen, weshalb Unternehmen eine vernetzte und adaptive Verteidigung benötigten. Fusion sei als System konzipiert, das auf die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ausgelegt sei.
Ausbau bis Oktober 2026
Das System soll unter anderem Endpoint Protection, EDR, XDR, ein Next-Generation SIEM, ITDR, MDR sowie Netzwerk-, E-Mail- und Cloud-Sicherheit zusammenführen. Neben den hauseigenen Kontrollpunkten sollen mehr als 500 Integrationen von Drittanbietern in dieselbe Datenschicht einfließen.
Mehrere Erweiterungen sollen zwischen August und Oktober 2026 verfügbar werden, etwa das nutzerbasiert abgerechnete Sophos Next-Gen SIEM sowie Sophos AI Defense zur Absicherung unternehmenseigener KI-Anwendungen. Ergänzt werden sollen zudem ein CISO-Beratungsangebot, ein erweiterter MDR-Dienst sowie ein auf Secureworks-Technologie basierendes XDR-Modul.