Im Test: Atlassian Loom

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Im Test: Atlassian Loom

27.07.2026 - 07:00
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Heutzutage lässt sich getrost davon ausgehen, dass ein Fünf-Minuten-Video mehr Aufmerksamkeit erhält als ein Memo von zehn Seiten und beliebter ist als ein halbtägiges Meeting. Vor diesem Hintergrund tritt Atlassians Loom an, die Zusammenarbeit im Unternehmen bildgewaltig zu unterstützen. Es erlaubt asynchrone Kollaboration, gespickt mit cleveren KI-Features. Und kommt es mit Jira oder Confluence zum Einsatz, webt es gemeinsames Arbeiten, Support und Wissensmanagement glänzend zusammen.

Moderne Collaboration soll nicht nur die Produktivität der Mitarbeiter verbessern, sondern selbst möglichst effizient funktionieren. Genau hier setzt Atlassian Loom an. Die Plattform ermöglicht es, Bildschirm- und Videoaufnahmen mit wenigen Klicks zu erstellen, zu teilen und gemeinsam weiterzuverarbeiten. Hinter dem auf den ersten Blick einfachen Screenrecorder verbirgt sich eine cloudbasierte Umgebung, die insbesondere in Verbindung mit Jira und Confluence ihre Stärken ausspielt.

Bereits die Einrichtung verlief im Test unkompliziert. Neben einer Desktop-Anwendung stehen eine Browsererweiterung sowie eine WebRTC-basierte Aufnahme direkt im Browser zur Verfügung. Unternehmen können die Software zentral verteilen und konfigurieren. Positiv fiel außerdem auf, dass Loom angeschlossene Audio- und Videogeräte zuverlässig erkannte und sogar externe Videosignale über Capture Cards aufzeichnen konnte. Dadurch eignet sich die Plattform beispielsweise auch für das Dokumentieren von BIOS-Fehlern oder Problemen mit Embedded-Systemen.

KI erleichtert die Videobearbeitung

Den größten Mehrwert liefert Loom nach Abschluss der eigentlichen Aufnahme. Sämtliche Videos landen direkt verschlüsselt in der Atlassian-Cloud und stehen dort praktisch sofort zur Bearbeitung bereit. Ein lokales Rendering entfällt ebenso wie große temporäre Videodateien. Gleichzeitig setzt dieser Ansatz allerdings eine permanente Internetverbindung voraus.

Besonders gelungen zeigte sich im Test die KI-gestützte Nachbearbeitung. Loom erstellt automatisch ein Transkript, das sich unmittelbar zum Schneiden des Videos nutzen lässt. Statt Szenen mühsam auf einer Zeitleiste auszuwählen, markiert der Anwender einfach Wörter oder ganze Absätze im Text. Die Software entfernt die entsprechenden Videosequenzen framegenau, erzeugt Untertitel und erstellt auf Wunsch Zusammenfassungen. Selbst technisch anspruchsvolle Inhalte transkribierte das System im Test erstaunlich zuverlässig.

Seinen größten Nutzen entfaltet Loom allerdings im Zusammenspiel mit dem Atlassian-Ökosystem. Erkennt die KI beispielsweise, dass ein Video einen Softwarefehler beschreibt, schlägt sie automatisch die Erstellung eines Jira-Tickets vor. Beschreibung, Priorität und technische Metadaten übernimmt das System dabei weitgehend selbst. Auch für Confluence liefern Transkripte und Zusammenfassungen eine wertvolle Grundlage, um Wissen dauerhaft zu dokumentieren.

Ganz ohne Schwächen bleibt die Plattform jedoch nicht. Beim Aufzeichnen einzelner Fenster zeigte sich im Test ein reproduzierbarer Fehler, sobald das ausgewählte Fenster minimiert wurde. Außerdem funktionierte das automatische Entfernen von Füllwörtern derzeit nur für englischsprachige Aufnahmen. Hier hat Atlassian nach eigenen Angaben bereits Verbesserungen angekündigt.

Fazit

Loom bildet als reiner Screenrecorder oder Plattform für Videokonferenzen eine solide Basis der Zusammenarbeit – insbesondere der asynchronen. Hier liefert die Software solide Funktionen ab und versetzt jeden Mitarbeiter in die Lage, sein Wissen bildgestützt zu teilen. Dazu kommen sinnvolle Funktionen für Feedback seitens der Betrachter sowie intuitive Funktionen des Editierens. Allerdings zeigen sich hier auch die erwähnten Bugs in Sachen Aufnahme eines dedizierten Fensters sowie bei der Freigabe für Dritte.

Glänzen kann Loom, sobald die Lizenz KI umfasst. Die Transkription, auf der das Editieren und die Untertitel sowie die Supportintegration basieren, leistet wirklich hervorragende Arbeit. Überhaupt liefert die Software einen Großteil ihres Mehrwerts im Atlassian-Stack. Die Integration mit Jira und Confluence auf Basis eines LLM ist äußerst gelungen. Und auch nur in einem solchen Umfeld dürften sich die pro Arbeitsplatz zu entrichteten Lizenzkosten auch wirklich bezahlt machen. Aber dann macht Loom seinem Namen alle Ehren und webt ein mehr als hilfreiches Wissensgeflecht.

Über den Autor: John Pardey ist Chefredakteur des IT-Administrator.

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Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 08/2026 ab Seite 26.

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