Im Test: O&O Syspectr Resilience
Im gut sortierten Werkzeugkasten der Berliner O&O Software finden sich Systemwerkzeuge für Windows-Endpunkte, darunter die cloudbasierte Monitoring- und Managementplattform Syspectr. IT-Administrator hat Syspectr in der Praxis erprobt. Besonders überzeugte die Software mit dem Fernzugriff auf die Windows-Rettungsumgebung WinRE und der Integration von Intel AMT für die Fernwartung.
Remote Monitoring and Management soll Administratoren nicht nur im regulären Betrieb unterstützen, sondern möglichst auch dann noch handlungsfähig halten, wenn ein Endpunkt nicht mehr ordnungsgemäß startet. Genau hier setzt O&O Syspectr an. Die cloudbasierte Plattform verwaltet Windows-PCs und -Server aus der Ferne und kombiniert klassische RMM-Funktionen mit Werkzeugen für Wiederherstellung und Out-of-Band-Management.
Neue Endpunkte bindet Syspectr über einen Agenten an, der als EXE- oder MSI-Paket bereitsteht und sich damit auch zentral verteilen lässt. Die Clients kommunizieren ausschließlich ausgehend mit der von O&O bei IONOS in Deutschland betriebenen Cloudplattform, sodass keine eingehenden Firewallregeln erforderlich sind.
Im Webfrontend liefert Syspectr anschließend einen Überblick über Hardware, Software und Systemzustand. Weitere Module kümmern sich unter anderem um Windows-Updates, Microsoft Defender, Datenträger, Prozesse und Dienste. Per Remotedesktop oder privilegierter Remote Console können Administratoren direkt auf die verwalteten Rechner zugreifen. PowerShell-Skripte lassen sich zudem manuell oder zeitgesteuert ausführen.
Fernzugriff bis in die Rettungsumgebung
Die größte Stärke zeigte Syspectr im Test mit dem Zugriff auf die Windows-Wiederherstellungsumgebung WinRE. Nach einmaliger Aktivierung erweitert die Software diese um Netzwerkfunktionen. Anschließend können Administratoren einen Rechner aus der Ferne in WinRE starten und dort per Remotedesktop Probleme diagnostizieren und Reparaturen durchführen – selbst wenn Windows nicht mehr regulär hochfährt.
Voraussetzung ist allerdings eine funktionierende Netzwerkverbindung. Am zuverlässigsten gelang der Zugriff im Test über Ethernet. Neue WLAN-Verbindungen, Captive Portals oder Netze mit zertifikatsbasierter Authentifizierung können dagegen verhindern, dass WinRE Kontakt zur Syspectr-Cloud aufnimmt.
Noch einen Schritt weiter geht die Integration von Intel Active Management Technology (AMT) auf kompatiblen vPro-Systemen. Syspectr bindet die Technik ohne separate Managementinfrastruktur ein und erreicht Rechner dadurch auch bei nicht laufendem Betriebssystem. Im Test konnten wir Endpunkte aus der Ferne ein- und ausschalten, neu starten oder hart zurücksetzen.
Fazit
Syspectr spielt seine größte Stärke aus, wenn ein Windows-System nicht mehr regulär erreichbar ist. Die Software startet ohne lokale Interaktion die Rettungsumgebung und ermöglicht dort Reparaturen aus der Ferne; mit Intel vPro gelingt der Zugriff sogar auf ausgeschaltete Systeme. Damit hebt sich Syspectr deutlich von klassischen RMM-Werkzeugen ab – vorausgesetzt, die Netzwerkverbindung steht. (ln)
Über den Autor: Dr. Christian Knermann veröffentlichte bisher zahlreiche Artikel im Bereich der Informationstechnologie für verschiedene Fachmagazine – darunter seit 20 Jahren für den IT-Administrator. Außerdem wirkt er an Buchprojekten mit und trägt auf nationalen und internationalen Konferenzen vor.
Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 09/2026 ab Seite 20.
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