Im Test: tripunkt Pathfinder 3.14
Historisch gewachsene Netzwerke und verteilte Standorte machen die Dokumentation von IT-Infrastrukturen und Netzwerken zur Herausforderung. Pathfinder von tripunkt schafft eine digitale Kopie der realen Welt und sorgt auch in komplexen Umgebungen für Überblick. Wir haben die Software ausprobiert und waren begeistert – nicht nur aufgrund der 26.000 Vorlagen.
Die Dokumentation von Netzwerken zählt zu den anspruchsvollsten und zugleich oft vernachlässigten Aufgaben im Admin-Alltag. So sind viele Unternehmen über Jahre organisch gewachsen, haben neue Standorte eröffnet, Abteilungen umstrukturiert, Technologien ausgetauscht und immer wieder neue Komponenten hinzugefügt. Das Ergebnis ist eine heterogene Landschaft, in der Admins mit herkömmlichen Dokumentationsmethoden, wie etwa handgezeichneten Plänen, verstreuten Excel-Listen oder Visio-Diagrammen, schnell den Überblick verlieren. Bei Wartungen oder Erweiterungen, Störungen oder gar Notfällen fehlt somit die notwendige Transparenz, um schnell und sicher handeln zu können.
Die Komplexität steigt weiter, wenn die Dokumentation neben der klassischen IT-Infrastruktur auch andere Gewerke wie Telefonie, Gebäudeautomation, Brandmeldeanlagen oder die Stromversorgung erfassen soll. In solchen Szenarien ist es essenziell, alle physischen und logischen Verbindungen nachvollziehbar abzubilden – von den Trassen zwischen Standorten und Gebäuden bis zum einzelnen Patchkabel im Serverschrank.
Hier setzt der Berliner Anbieter tripunkt an, der bereits seit 25 Jahren seinen Schwerpunkt auf die Netzwerkdokumentation legt. Seine Software Pathfinder unterstützt Admins dabei, auch komplexe und verteilte Infrastrukturen umfassend und doch übersichtlich zu dokumentieren. Pathfinder möchte damit als zentrales Werkzeug Insellösungen wie dateibasierte Visio-Pläne oder Excel-Listen ablösen und einen digitalen Zwilling der physischen Welt schaffen, der alle Komponenten und ihre Verbindungen untereinander darstellt.
Mehr als 26.000 Schablonen
Der Hersteller positioniert die Software primär als Tool zur Dokumentation, nicht für das Monitoring, aktives Netzwerkmanagement oder die automatisierte Erkennung der Netzwerktopologie und der Geräte, die sich im Netzwerk tummeln. Nichtsdestotrotz hat Pathfinder gerade im Hinblick auf Letzteres seit unserer letzten Begegnung vor drei Jahren an Funktionen gewonnen und kann mit seinem Modul "Discovery" IP-Adressbereiche scannen sowie Komponenten identifizieren.
Dabei nutzt die Software mit dem Simple Network Management Protocol (SNMP) dieselbe technische Basis, wie sie auch Systeme für Monitoring und Konfiguration von Netzwerkgeräten verwenden, doch dazu später mehr. Pathfinder hilft nicht nur bei der nachträglichen Dokumentation von Netzwerken, sondern auch bei deren Planung im Hinblick auf Verkabelung und Kapazitäten im Rahmen etwa von Neubauten, Umzügen oder Umstrukturierungen.
Bei Pathfinder handelt es sich um eine klassische Client-/Serveranwendung – im einfachsten Fall sogar nur um eine Clientapplikation – zur lokalen Installation. Lediglich für automatische Updates und Importe aus dem umfangreichen Onlinekatalog mit mehr als 26.000 Schablonen für Geräte zahlreicher Hersteller benötigt der Client eine Verbindung zu den Servern des Herstellers. tripunkt pflegt diesen Katalog kontinuierlich weiter. Sollte wider Erwarten eine neue oder seltene Komponente nicht im Katalog zu finden sein, hilft der Hersteller über seinen Support auf Anfrage weiter. Alternativ können Admins über einen integrierten Editor auch selbst Schablonen definieren.
Fazit
Pathfinder hilft bei der Dokumentation nahezu beliebig komplexer Umgebungen. Im Fokus stehen dabei die physischen Verbindungen zwischen Netzwerkgeräten und Servern bis hin zu Clients. Darüber hinaus erfasst das Tool auch Stromversorgung, Telefonie, Anlagensteuerungen oder auch Brand- und Störmelde-Systeme. Besonders gut gefallen hat uns der umfangreiche Onlinekatalog mit seinen mehr als 26.000 Einträgen, der es Admins erspart, die Schablonen für verbaute Komponenten mühsam aus verschiedenen Quellen zusammenzusuchen.
Der grafische Schrankeditor vereinfacht die Dokumentation signifikant, insbesondere durch die Funktionen zum parallelen und seriellen Patchen sowie massenweisen Auflegen von Kabeln. Und die Discovery unterstützt mit ihren aktiven Scans dabei, reale Welt und Dokumentation synchron zu halten. Die Kombination aus manueller Detailarbeit und automatisierten Erkennungsfunktionen reduziert langfristig den Aufwand für Pflege und Aktualisierung erheblich. Zudem erleichtert die flexible Lizenzierung den schrittweisen Einstieg, insbesondere wenn Sie die Dokumentation in mehreren Teams verankern möchten. (dr/ln)
Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 01/2026 ab Seite 14 oder in unserem Heftarchiv.
Über den Autor: Dr. Christian Knermann veröffentlichte bisher zahlreiche Artikel im Bereich der Informationstechnologie für verschiedene Fachmagazine – darunter seit 20 Jahren für den IT-Administrator. Außerdem wirkt er an Buchprojekten mit und trägt auf nationalen und internationalen Konferenzen vor.