Meldung

BSI untersucht Messenger-Dienste

Milliardenfach kommt weltweit ein Kommunikationsmittel zum Zuge: Messenger-Dienste. Egal ob Signal, Threema, Whatsapp oder viele andere Anbieter, die kurze geschriebene oder gesprochene Nachricht überrundet schon lange die SMS. Doch wie funktionieren Messenger? Was macht sie sicher und was eher nicht? Diese und weitere Fragen hat nun das BSI untersucht.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat im Paper "Moderne Messenger – heute verschlüsselt, morgen interoperabel?" [1] gängige Messenger-Dienste unter die Lupe genommen. Es bietet auch eine technische Grundlage für die Sektoruntersuchung des Bundeskartellamts, die das BSI mit seinem technischen Know-how unterstützt hat. Beide Behörden haben eine Kooperation zur Förderung und Stärkung des Digitalen Verbraucherschutzes geschlossen. Die Zusammenarbeit bei diesem Zwischenbericht der Sektoruntersuchung zu Messenger- und Video-Diensten ist die erste in dieser Form.

"Die Wählscheibe auf dem Telefon, das Fax, das gedruckte Reiseticket mit der Bahn - alles einst alltägliche Begleiter, die wir heute schon unseren Kindern erklären müssen. In den enorm beliebten Messenger-Diensten teilen wir Alltägliches, Emotionales, immer aber Privates. Als BSI stehen wir zum Grundsatz: Private Kommunikation geht niemanden etwas an", so Arne Schönbohm, Präsident des BSI.

Sichere Interoperabilität im Fokus
Das technische Paper begleitet die Sektoruntersuchung des Bundeskartellamts und beschreibt die grundlegende Funktionsweise von Messengern und die verschiedenen Verschlüsselungsarten. Im Fokus stehen dabei die verwendeten Kommunikationsprotokolle, deren Sicherheitseigenschaften sowie anfallenden Metadaten.

Von besonderem Interesse ist eine mögliche zukünftige Interoperabilität verschiedener Messenger, ohne dabei das Sicherheitsniveau einzuschränken. Daher gibt das Paper einen kurzen Ausblick auf das MLS-Protokoll, welches nach Ansicht des BSI nach Abschluss des Standardisierungsverfahrens künftig genau diese sichere Kommunikation zwischen unterschiedlichen Messengern ermöglichen könnte.

Zum Abschlussbericht der Sektoruntersuchung Messenger- und Videodienste des Bundeskartellamts wird das BSI zudem Informationen zur IT-Sicherheit von Messenger-Diensten für Verbraucherinnen und Verbraucher veröffentlichen, die sich insbesondere an jene wenden, die noch wenig Berührung mit diesen technischen Themen haben.
4.11.2021/dr

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