Fachartikel

Seite 2 - Exchange-Mailboxen nach Office 365 migrieren und Parallelbetrieb lokaler Exchange-Server (1)

Voraussetzungen für Hybridbereitstellungen
Setzen Sie Exchange parallel zu Office 365 ein, müssen Sie einige Voraussetzungen beachten, wenn Sie die beiden Umgebungen über HCW miteinander verbinden. Vor allem die DNS-Konfiguration müssen Sie so setzen, dass die Domänen, die Exchange verwendet, im Besitz des Unternehmens sind und zusammen mit Office 365 eingesetzt werden können. Die Namensauflösung muss fehlerfrei funktionieren, um lokale Exchange-Server mit Office 365 zu verbinden.

Die erste und wichtigste Voraussetzung [2] für den Betrieb des HCW ist die Aktualisierung der Exchange-Umgebung. Wichtig ist daher zunächst die Installation des aktuellsten Service Packs und neuesten kumulativen Updates für die jeweilige Exchange-Version. Starten Sie den Assistenten für die Hybridkonfiguration, überprüft dieser zuerst die Voraussetzungen und zeigt Probleme sofort an. Das vermeidet unnötigen Ärger, da sofort klar ist, ob eine Hybridbereitstellung fehlerfrei konfiguriert werden kann.

Zusätzliche Werkzeuge sind also keine notwendig, um eine Hybridkonfiguration durchzuführen und Postfächer zu verschieben. Alles was zur Einrichtung notwendig ist, hat Microsoft in den HCW integriert. Funktioniert etwas nicht, erhalten Sie keine kryptischen Fehlermeldungen, sondern umfassende Hilfen und Zugang zu Protokolldateien, um den Fehler zu beheben. Das soll auch Administratoren eine Anbindung ermöglichen, die sich noch nicht perfekt mit Office 365 oder Exchange auskennen.

Bevor Sie sich an die Hybridbereitstellung machen, müssen Sie die lokale Exchange-Organisation erst fertig einrichten. Microsoft empfiehlt eine Cloud-Anbindung erst dann, wenn lokale Exchange-Organisationen keine Fehler (mehr) anzeigen. Um das zu überprüfen, gehen Sie so vor wie beim Betrieb ohne Office 365. Denn durch die Cloud-Anbindung wird die Umgebung etwas komplexer und korrekte Einstellungen an verschiedenen Stellen in Exchange sind enorm wichtig. Sie sollten vor der Hybridkonfiguration Ihre Umgebung umfangreich testen, die Ereignisanzeigen überprüfen und Diagnosetools verwenden, damit sichergestellt ist, dass alle lokalen Exchange-Server tadellos funktionieren.

Auch die lokale Hardware für Exchange 2016 muss optimal geplant sein, damit sich die Hybridbereitstellung effizient betreiben lässt. Statten Sie die lokalen Exchange-Server so aus, dass alle Postfächer auf den Servern betrieben werden können. Durch das Umziehen der Postfächer in die Cloud werden die lokalen Server zwar entlastet, dafür kommen aber weitere Aufgaben für die Replikation zwischen lokalen Exchange-Servern und der Cloud hinzu. Generell sollten Postfachserver also immer so ausgelegt werden, dass sie alle Postfächer bereitstellen können.

Die AutoDiscovery-Funktion zur automatischen Anbindung von Outlook-Clients und Smartphones und Tablets muss intern funktionieren, aber auch über das Internet an Office 365. Auch diese Konfiguration ist wichtig, damit die Anwender mit jedem ihrer Geräte auf das Exchange-Postfach zugreifen können. Erst dann ist eine Anbindung an die Cloud sinnvoll und Postfächer sollten übertragen werden. Das gilt vor allem dann, wenn Sie Exchange, Outlook und Office 365 gemeinsam betreiben, da die drei Produkte sehr stark von AutoDiscovery abhängen. Intern wird zur Auflösung auf dem Exchange-Server sowie Eintragungen im Active Directory der IIS verwendet. Bei der Auflösung über das Internet und zu Office 365 spielen die öffentlichen DNS-Server eine wichtige Rolle, die die E-Mail-Domäne der Hybridkonfiguration verwalten.
DNS-Einstellungen und Zertifikate konfigurieren
Microsoft bietet mit HCW auch die Möglichkeit, die für einen gemeinsamen Betrieb von Exchange und Office 365 notwendigen DNS-Einstellungen und Einträge zu konfigurieren. Alle benötigten Daten, zum Beispiel der Inhalt von DNS-Einträgen, zeigt der Assistent an und erlaubt auch gleich das Kopieren in die Zwischenablage. Dadurch lassen sich fehlerfreie DNS-Einträge wesentlich schneller und vor allem zuverlässiger erstellen.

Außerdem sind Sie in der Lage, die notwendigen Zertifikate für die Verbindung zwischen Exchange und Office 365 im Assistenten auszuwählen und zu konfigurieren. Zusätzlich überprüft der Assistent, ob das Zertifikat auf jedem Exchange-Server verfügbar ist. Der Assistent ermittelt dabei, ob das Zertifikat mit dem korrekten Domänennamen konfiguriert ist und Sende- sowie Empfangsconnectoren das Zertifikat nutzen. Je mehr Server und Connectoren im Einsatz sind, umso mehr Nutzen bringt der Assistent, da er alle Server und alle Connectoren umfassend prüft.

Bild 1: Die DNS-Konfiguration der E-Mail-Domäne auf den DNS-Servern des Providers
muss für Office 365 angepasst werden.

Findet der Assistent Fehler, erhalten Sie einen Hinweis, welche Server oder Connectoren Probleme haben, das Zertifikat zu nutzen. Beispielsweise lassen sich im Assistenten dann Server von der Sendeliste zwischen Exchange und Office 365 entfernen und die Hybridbereitstellung ohne diese Server abschließen. Das heißt, eine Bereitstellung bricht nicht mit einem Fehler ab, sondern lässt sich abschließen, auch wenn einzelne Server nicht optimal konfiguriert sind.

Seite 1: Postfachmigration vorbereiten
Seite 2: Voraussetzungen für Hybridbereitstellungen


Im zweiten Teil zeigen wir, wie Sie mit dem Hybrid Configuration Wizard Exchange und Office 365 verbinden, Office 365 mit der PowerShell verwalten und eigene Domänen anbinden. Im dritten Teil und letzten Teil stellen wir Tools zur Fehlerbehebung vor und verdeutlichen, warum Sie beim Verschieben von Postfächern unbedingt die Intrusion-Detection-Einstellungen beachten sollten.

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4.11.2019/jp/ln/Thomas Joos

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