Grundlagen

Messaging

In unserer Grundlagen-Rubrik erklären wir wichtige Aufgaben und Technologien aus dem Arbeitsalltag eines Netzwerk- und Systemadministrators. Hier erfahren Sie anhand prägnanter Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen des jeweiligen Themenfeldes Hintergründe und Zusammenhänge in kompakter, praxisnaher Form.

Der Bereich Messaging umfasst sowohl die Kommunikation per E-Mail als auch per Instant Messaging. Weiter gefasst fällt auch die Video- und VoIP-Telefonie über den Rechner darunter. In Unternehmen überwiegt jedoch nach wie vor die E-Mailnutzung, die sich einer immer größeren Gefährdung durch Spam, Phishing und digitalen Schädlingen ausgesetzt sieht.
E-Mail
Die elektronische Nachricht – kurz E-Mail – ist die nach wie vor populärste und zugleich älteste Anwendung im Messaging-Umfeld. Ab Ende der 1980er Jahre setzte sich die E-Mail zunehmend im privaten und geschäftlichen Umfeld durch. Als Mittler zwischen den dabei verwendeten E-Mailprogrammen fungieren Mailserver. Diese sind für den Versand und Empfang der Nachrichten verantwortlich und lagern die E-Mails, bis sie durch den Empfänger abgerufen werden (Postfächer). Eine Mailadresse besteht aus dem Postfachnamen und der Adresse des Mailservers (Domain), getrennt durch das eigens hierfür entworfene @-Zeichen. Waren anfangs reine Textnachrichten die Regel, beinhalten E-Mails heute auch multimediale Inhalte und lassen sich durch den Absender optisch gestalten. Hierfür werden die Nachrichten im HTML-Format anstatt im Nur-Text-Format verfasst und versendet.

Mailserver
Je nach Unternehmensgröße und der Menge an E-Mails betreiben Unternehmen einen eigenen Mailserver oder nutzen das gehostete Angebot eines Providers. Während gehostete Server durch den Provider aufgesetzt und verwaltet werden und damit einen niedrigeren Wartungsaufwand mitbringen, sind eigene Mailserver im Unternehmen flexibler konfigurierbar. Dafür fallen Installation, die vollständige Konfiguration und der Betrieb für den Administrator vor Ort an. In den meisten Fällen nutzen Unternehmen einen Microsoft Exchange-Server in Zusammenarbeit mit Outlook als Client. Alternativ dazu kommt in einigen Unternehmen auch Lotus sowie andere Mailserver-Produkte zum Einsatz.

Protokolle
Das bislang gebräuchlichste Protokoll für den Abruf von E-Mails ist POP3 aus dem Jahr 1988. Dabei werden die Nachrichten vom Server auf den Mailclient übertragen und anschließend online gelöscht. Alternativ dazu ist auch eine Löschung nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums möglich oder erst dann, wenn die Nachricht im Mailclient selbst entfernt wurde. Das neuere und zunehmend populäre Protokoll IMAP erlaubt dagegen das Online-Verwalten der E-Mails über den Mailclient. Dabei verbleiben die Nachrichten auf dem Server und der Mailclient greift über das Internet oder das lokale Netzwerk live auf diese zu. Der Vorteil: Bei der Nutzung mehrerer E-Mailprogramme bleibt der Inhalt der Postfächer auf dem Server und in den Clients stets konsistent. Beim Versand von E-Mails kommt das Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) zum Einsatz. Daneben bietet Microsoft mit dem Exchange-Protokoll MAPI ein eigenes Zugriffsverfahren auf Exchange-Server an.

Sicherheit
In der E-Mailkommunikation bestehen verschiedene Aspekte der Sicherheit. Dies ist zum einen die Vertraulichkeit des Nachrichtenaustauschs. Diese wird durch eine Datenverschlüsselung zwischen Mailclient und Server gewährleistet, indem der IMAP-, POP3- und SMTP-Verkehr über SSL/TLS zertifikatsbasiert geschützt wird. Dieser Schutz betrifft auch das Passwort, das der Client für das Einloggen auf dem Mailserver übermittelt. Zudem lassen sich E-Mails zwischen den Mailclients selbst über Zertifikate Ende-zu-Ende-verschlüsseln.

Einen weiteren Aspekt der E-Mailsicherheit stellt der Schutz vor Viren, Würmern oder Trojanischen Pferden dar. Hierbei dient ein vorgeschalteter Virenscanner dazu, E-Mailanhänge wie etwa ausführbare Dateien oder Bilder auf Schadcode zu überprüfen und infizierte Nachrichten in einen Quarantäne-Ordner zu verschieben oder zu löschen. Ebenfalls gefährlich sind sogenannte Phishing-Mails. Hierin versuchen Kriminelle, an vertrauliche Daten der Nutzer wie Kreditkartennummern oder Login-Informationen zu gelangen.

Spam
Unerwünschte Werbemails – kurz Spam – haben sich zum größten Ärgernis in der E-Mailkommunikation entwickelt. Verschiedenen Schätzungen zufolge machen Spam-Mails bereits über 90 Prozent des gesamten Nachrichtenverkehrs aus. So verbrauchen diese Mails die Leistungsreserven von Servern und Internet Providern und lassen die Postfächer der Nutzer überquellen. Erwünschte Nachrichten gehen dabei oft in der Flut an Werbemails unter. Nach wie vor macht die Werbung für pharmazeutische Mittel den Großteil an Spam-Mails aus. Zudem nehmen Anwerbeversuche im kriminellen Umfeld zu. Dies betrifft etwa Versandtätigkeiten bezüglich online gestohlener Hehlerware mit der Aussicht auf Provision. Diese werden meist als lukrative Nebenjobs beworben.

Bereits seit längerem kommen im Kampf gegen die Werbemails Spamfilter zum Einsatz. Diese versuchen, anhand bestimmter Muster Spam-Mails zu erkennen. Dazu gehören inhaltsbasierte Verfahren wie der Baye'sche Filter. Dieser analysiert den Nachrichtentext auf spamverdächtige Phrasen, die bereits in Spam-Mails zuvor aufgetaucht sind. Herkunftsanalysen hingegen untersuchen E-Mails daraufhin, ob sie über verdächtige Mailservern versendet wurden, die für den Spamversand bekannt sind. Die Filtermaßnahmen finden entweder auf dem Mailserver oder den Clients statt. Daneben existieren unabhängige ausgelagerte Filterdienste, bei denen die eingehenden Nachrichten über Mailfilter eines Antispam-Dienstleisters geleitet und dort überprüft werden.

Instant Messaging
Zunächst im privaten Umfeld populär, ist Instant Messaging auch immer häufiger in Unternehmen anzutreffen. Dabei handelt es sich um die Echtzeitkommunikation zwischen zwei und mehr Teilnehmern über ein Chatfenster. Hierfür stehen unterschiedliche Clients zur Verfügung, wie etwa die der bekannten Anbieter AOL (AIM), Yahoo!, Skype, Microsoft oder ICQ. Unternehmen können daneben eine eigene Instant Messaging-Lösung im Netzwerk aufsetzen, so dass eine Kommunikation nur über das lokale Netzwerk und nicht über das Internet stattfindet.

Unified Communication
Unter den Begriff Unified Communication fallen alle elektronischen Kommunikationswege wie E-Mail, Chat (Instant Messaging), Voice over IP-Telefonie, das Fax sowie digitale Anrufbeantworter im Netzwerk (Voice Mail). Dabei stehen den Anwendern die verschiedenen Kommunikationskanäle über eine einheitliche Oberfläche zur Verfügung – etwa integriert im Mailclient. Je nach Situation können die Nutzer entscheiden, auf welchem Weg sie ihrem Ansprechpartner Nachrichten mitteilen. Dabei ist meist der Online-Status der Kollegen als Präsenzinformation sichtbar, also ob diese zurzeit am Rechner erreichbar sind oder nicht.
21.06.2010/dr

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