Meldung

Ein Drittel der Deutschen daheim mit Internetproblemen

Ein Jahr nach dem ersten Corona-Lockdown zieht DE-CIX, der Betreiber des weltgrößten Internetknotens in Frankfurt am Main, Bilanz in Sachen Digitalisierung. Eine aktuelle Online-Umfrage ergab demzufolge, dass ein Drittel der deutschen Verbraucher mehrfach wöchentlich bis sogar täglich Verzögerungen bei der Internetnutzung daheim erlebt.
Viele Home-Office-User klagen über lahmende Internetverbindungen.
Vor allem junge Erwachsene, Berufstätige im Homeoffice und Familien mit Kindern nehmen diese Internetprobleme am häufigsten wahr. Die Verantwortung für die Verzögerungen suchen die Nutzer meist außerhalb des eigenen Haushalts. Viele Heimanwender kennen dabei mindestens eines dieser Probleme: stockende Videokonferenzübertragungen während des Fernunterrichts oder eines wichtigen Meetings, weil das Internet lahmt.

Die Studie von DE-CIX [1] ergab, dass bei 33,5 Prozent der Nutzer diese Verzögerungen bei der Nutzung von digitalen Anwendungen sogar mehrmals in der Woche bis gar täglich auftreten. Lediglich 11,6 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, nie Probleme mit Verzögerungen zu haben. Insbesondere seien es die Altersgruppen 18 bis 29 (45 Prozent), sowie 30 bis 39 (40 Prozent), die Verzögerungen in ihrem Internetalltag am stärksten wahrnehmen und sich mehrmals wöchentlich bis täglich über langsames Internet beklagen.

Dies betreffe vor allem diejenigen, die sowohl beruflich auf Homeoffice angewiesen sind (41 Prozent) als auch für ihre schulpflichtigen Kinder, die Möglichkeit zum Fernunterricht in Anspruch nehmen (20 Prozent). So bemerkten 42 Prozent der Haushalte mit mindestens einem Kind mehrmals wöchentliche bis tägliche Verzögerungen eher, als Haushalte ohne Kinder (29 Prozent). Doch hätten Verbraucher nicht nur im beruflichen und Bildungskontext Probleme mit ihrem Internet: Auch bei digitalen Freizeitaktivitäten wie Video-Streamings (44 Prozent), Live-Streamings etwa von Sportveranstaltungen (25,4 Prozent) und Online-Gaming (12 Prozent) gälten es als frustrierender Störfaktor.

Die verstärkte Wahrnehmung hinsichtlich auftretender Internetprobleme im Home Office oder beim Fernunterricht und während Video-Streamings sei vor allem darauf zurückzuführen, dass diese Aktivitäten seit dem letzten Jahr häufiger und intensiver beansprucht würden. Verbraucher hätten demnach ein stärkeres Bewusstsein für die Verlässlichkeit ihres Internets entwickelt. Aus Sicht von DE-CIX sei auch ein stärkerer Ausbau aller systemrelevanten Elemente des Internets und der "digitalen Versorgungskette" notwendig. Es brauche mehr Rechenzentren, die so nah wie möglich am Endnutzer seien, denn mehr Vernetzung und ein robuster Ausbau der digitalen letzten Meile bis in die Haushalte könne nur so garantiert werden.
18.03.2021/dr

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